Freispruch im "Hells Angels"-Prozess

+
Uwe B. Mitglied der "Hells Angels" kommt am Freitag (12.11.2010) in den Verhandlungssaal im Landgericht in Verden. B. muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Verden - Mit einem Freispruch ist vor dem Landgericht Verden der Prozess gegen ein “Hells Angels“-Mitglied wegen eines Überfalls auf verfeindete Rocker zu Ende gegangen. Wie es dazu kam:

“Ob der Angeklagte dabei war, ließ sich für uns nicht zweifelsfrei feststellen“, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Seifert am Freitag bei der Urteilsbegründung. Einem 51 Jahre alten Rocker war gefährliche Körperverletzung vorgeworfen worden, weil er 2006 mit mehreren Clubkameraden fünf Mitglieder des damals noch verfeindeten Motorradclubs “Bandidos“ im niedersächsischen Stuhr überfallen und schwer verletzt haben sollte. Die Kammer folgte mit dem Urteil der Forderung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Das sind die Hells Angels

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Vor allem nach den Aussagen des Kronzeugen, der als Aussteiger in einem Buch über die “Hells Angels“ auspackt, seien der Kammer leichte Zweifel gekommen, sagte Seifert. Außerdem habe ein anderer Zeuge ausgesagt, sich am Tattag mit dem Angeklagten geschäftlich getroffen zu haben. “Die Überzeugung, dass er an der Tat beteiligt war, konnten wir nicht gewinnen.“

Vor zwei Jahren waren vom Landgericht Hannover 14 “Hells Angels“ wegen des Überfalls zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und knapp drei Jahren verurteilt worden. Im dem Prozess hatte es Geständnisse gegeben. Der heute 51 Jahre alte Familienvater und Bauunternehmer war 2008 untergetaucht. Schon damals habe er den Ermittlungsbehörden über seinen Anwalt mitteilen lassen, er würde nicht in U-Haft gehen für eine Sache, für die er nicht verantwortlich ist, sagte Verteidiger Raban Funk.

dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare