„Warum bist du so besorgt um diesen Mann?“

Frau entdeckt verletzten Mann auf der Straße - für ihn ändert sich alles

Sie findet einen Mann mitten auf der Straße liegen, hält als Einzige an und hilft ihm. Noch ahnen beide nicht, wie sehr sich sein Leben daraufhin verändern wird.

Surrey - Eine junge Frau entdeckt einen Mann auf der Straße, allein, blutend. Während alle anderen Autofahrer einen großen Bogen um den Verletzten machen, hält sie und bietet ihm ihre Hilfe an. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Mariam noch nicht, dass sie somit nicht nur einem verletzten Mann, sondern auch einer Tochter auf der Suche nach ihrem Vater geholfen hat. 

Die Kanadierin wurde während einer Autofahrt auf einen Mann aufmerksam, der mitten auf der Straße lag und vergeblich versuchte, aufzustehen. Auf ihrem Profil in Facebook berichtet sie, dass alle anderen einfach an dem Mann vorbei fuhren und ihn hinter sich ließen. Doch das kam für sie auf keinen Fall in Frage: Sofort schaltete Mariam die Warnblinker ein, hielt an und eilte zu ihm. Als sie dem Mann aufhalf und zu ihrem Wagen brachte, fiel ihr seine blutende Kopfverletzung auf. Aber als Mariam einen Krankenwagen rufen wollte, lehnte er ab: Er habe Angst vor den Sirenen.

Also brachte die junge Frau den Verletzten selbst ins Krankenhaus. Dort wurde ihr lediglich mitgeteilt, dass sie eine Nummer ziehen und warten soll. Doch Mariam setzte sich für den Mann, der Sid heißt und sich später als Obdachloser herausstellte, ein und sorgte dafür, dass man sich gleich um ihn kümmerte. Als er weggebracht wurde, fragte die Frau an der Anmeldung: „Warum bist du so besorgt um diesen Mann, wenn du ihn nicht einmal kennst?“ Die junge Frau war fassungslos über dies Frage. Ihre Antwort darauf: „Weil er ein Mensch ist und etwas bedeutet!“

Mariam kümmerte sich weiterhin um den Mann

Sie besuchte ihn daraufhin regelmäßig, brachte ihm was zu essen mit. Ihr Post auf Facebook wurde über 12.000 mal geteilt, in den Kommentaren wurde sie mit Komplimenten und zustimmenden Posts überhäuft. Damit jeder an der Genesung von Sid teilhaben konnte, postete sie regelmäßig Bilder und erzählte, wie es dem Obdachlosen geht. 

Doch sein wohl größtes Geschenk folgte kurz darauf. Mariam teilte auf Facebook mit, Sids Stieftochter gefunden zu haben! Diese hatte Sid schon gesucht und ihn nun gefunden, da die Geschichte auf Facebook verbreitet wurde. Sie kontaktierte Mariam, die die beiden letztendlich wieder vereinen konnte. Damit nicht genug: Seine Stieftochter, die sich selbst für Obdachlose einsetzte, hatte stark mit ihrer Gesundheit zu kämpfen, worunter auch ihr Einkommen litt. Mariam startete deshalb für die beiden einen Spendenaufruf, damit Vater und Tochter gemeinsam in einer Wohnung leben können.

Mit der Veröffentlichung ihres Erlebnisses wolle sie nach eigener Aussage anderen Menschen zeigen, wie kaltherzig die Welt noch immer sein kann. Man solle hinsehen, helfen. Doch oft sieht die Realität leider anders aus. 

nz

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook @Mariam Roya

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