Weitere Nato-Angriffe: Explosionen in Tripolis

Tripolis - Mindestens zwei Explosionen hielten auch am Dienstag die libysche Stadt Tripolis in Atem. Unterdessen laufen die Vorbereitungen für vier Journalisten, die nun vor Gericht gestellt werden sollen.

Nato-Kampfflugzeuge haben nach Angaben der Regierung des libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi am frühen Dienstagmorgen erneut Tripolis angegriffen. Ziele seien ein Polizeigebäude und das Haus einer Behörde zur Korruptionsbekämpfung gewesen, sagte Regierungssprecher Musa Ibrahim nach Berichten des Senders al-Dschasira. Bilder des libyschen Fernsehens zeigten, wie die schwer zerstörten Gebäude in einer Wohngegend von Tripolis auch Stunden nach dem Angriff noch in Flammen standen. Ibrahim verurteilte die Angriffe, durch die Zivilisten terrorisiert und geschädigt worden seien.

Bereits am Dienstag waren in Tripolis erneut mindestens zwei Explosionen zu hören. Es war nicht bekannt, ob es sich um neuerliche Angriffe handelte.

Unterdessen werden vVier in Libyen festgehaltene Journalisten nach Regierungsangaben vor Gericht gestellt und wahrscheinlich freigelassen. Regierungssprecher Mussa Ibrahim erklärte am Montagabend, unter den vier Reportern seien mindestens zwei Amerikaner und ein Spanier. Sie sollten am (heutigen) Dienstag einem Gericht vorgeführt werden.

Ibrahim erklärte, er rechne nicht mit einer Gefängnisstrafe gegen die vier. Wahrscheinlich würden sie nur eine Geldstrafe erhalten und kämen dann frei. Die vier Journalisten werden seit dem 5. April festgehalten.

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Der Regierungssprecher sagte, Grund für die Verzögerung der Bearbeitung des Falls sei ein NATO-Luftangriff auf Büros des Justizministeriums und das allgemeine Chaos des Krieges. Ein südafrikanischer Journalist, der vermutlich ebenfalls von den libyschen Sicherheitskräften gefangen genommen wurde, sei nicht gefunden worden.

NATO auf langen Einsatz vorbereitet

Die NATO ist dem britischen Verteidigungsminister Liam Fox zufolge auf einen längeren Libyen-Einsatz vorbereitet. Es gebe Pläne für eine ganze Bandbreite von möglichen Szenarien, darunter auch eine monatelange Fortsetzung der NATO-Luftangriffe. Gleichwohl hoffe er, dass sich der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi dem internationalen Druck beuge und abtrete, sagte Fox vor Abgeordneten.

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Fox bestätigte, dass die NATO diskutiere, welche weiteren Einrichtungen als Ziele von der verabschiedeten UN-Resolution zum Libyen-Einsatz gedeckt sind. Die internationale Gemeinschaft “wird nicht aufhören, bis die Aufgabe ordentlich erledigt ist“, sagte der britische Verteidigungsminister.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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