Experten warnen vor Bomben in Busen und Po

Washington - Experten warnen vor Terroristen, in deren Körper  Sprengstoff eingepflanzt wurde. Bomben dieser Art könnten mit den Körperscannern nicht entdeckt werden. Das hat Folgen für die Kontrollen an Flughäfen.

Die US-Regierung warnt vor einer neuen Terror-Taktik: Flugzeugattentäter könnten sich Sprengstoff in den Körper einoperieren lassen, um so Kontrollen an Flughäfen zu überlisten. Besonders geeignet seien dafür zum Beispiel der Bauch, der Po und Brüste, berichtet das britische Onlineportal mirror.co.uk. Neue Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass möglicherweise die Terrorgruppe Al Kaida auf der arabischen Halbinsel diese Anschlagsmethode “zumindest noch einmal neu betrachtet“, zitiert die “New York Times“ am Donnerstag einen Beamten des US-Heimatschutzministeriums. Sicherheitsbehörden im Ausland seien über die mögliche Gefahr unterrichtet worden, hieß es.

Flugpassagiere mit Ziel USA müssten sich auf verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen einstellen, sagte der Sprecher der Verkehrssicherheitsbehörde TSA, Greg Soule, der Zeitung. Dazu könne zählen, dass bereits eingesetzte Maßnahmen wie gezielte Befragungen und das Abtasten von Fluggästen nun in größerem Umfang eingesetzt würden.

“Diese Maßnahmen sollen unvorhersehbar sein. Passagiere sollten also nicht an allen internationalen Flughäfen dieselbe Art von Aktivität erwarten“, sagte Soule weiter. An den Flughäfen eingesetzte Scanner seien nicht dafür ausgelegt, unter der Haut eingenähten Sprengstoff aufzuspüren, heißt es in dem Bericht weiter.

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Al-Kaida-Mitglieder im Jemen hätten unlängst Pläne geäußert, einen Chirurgen anzuheuern, um Attentätern Bomben einzusetzen, berichtete der US-Sender CBS unter Berufung auf Sicherheitskreise. Auf einer Extremisten-Webseite habe ein angeblicher Arzt geschrieben: “Durch eine Operation kann ich eine Bombe in den Köper eines Selbstmordattentäters implantieren, Sprengstoffwesten werden unnötig. Ist das nicht besser als alle anderen Optionen?“

Nach den Worten des Sicherheitsanalysten Juan Zarate ist diese Methode aber noch nie erfolgreich angewendet worden. “Es gibt eine Reihe technischer Probleme damit, eine Bombe in den menschlichen Körper zu operieren“, sagte er CBS. “Zudem wirkt der Körper selbst ja ein wenig wie ein Puffer, der auf die Explosion wirkt.“

Es wird jedoch befürchtet, dass die Attentäter - falls die OP gelingt - die Bomben durch bestimmte Flüssigkeiten, die sie sich selbst mit einer Spritze injezieren, hochgehen lassen können. Potentielle Terroristen würden deshalb vermutlich am Flughafen einen Brief eines behandelnden Arztes vorzeigen, der ihnen aus medizinischen Gründen gestattet, eine Nadel und entsprechende "Medikamente" bei sich zu tragen, so mirror.co.uk.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, sagte auf Reporterfragen zu der möglichen neuen Gefahr: “Die Idee, dass Terroristen nach Wegen suchen, Kontrollen an Flughäfen zu umgehen, überrascht überhaupt nicht.“ Die neuen Informationen “haben aber nichts mit einer unmittelbaren oder spezifischen Bedrohung zu tun“. Die USA würden immer wieder Berichte über Luftfahrtsicherheit an andere Länder und betroffene Unternehmen weitergeben.

Der Sicherheitsexperte James Carafano vom US-Politikinstitut Heritage Foundation in Washington wies jedoch darauf hin, dass es schwierig sein könnte, jemandem eine Bombe zu implantieren, die groß genug ist, um massiveren Schaden anzurichten. Auch dürfte es für Attentäter problematisch sein, sich in einem Flugzeug so zu positionieren, damit eine Explosion katastrophale Folgen hätte, sagte Carafano der “New York Times“ weiter.

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Andererseits berichtet mirror.co.uk unter Berufung auf ein Regierungspapier, dass bereits eine sehr kleine Menge eines hochexplosiven Stoffes wie beispielsweise PETN ausreichen würde, um ein Loch in die Maschine zu reißen, das groß genug ist, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen.

Ein Informant, der nicht genannt werden möchte, sagte bezüglich des Regierungspapiers: "Die Aktennotiz wurde von mehreren Fachabteilungen der britischen Regierung zur Kenntnis genommen und hat große Sorge ausgelöst. IEDs (improvised explosive device) dieser Art wären schwierig, wenn nicht völlig unmöglich, mit den gegenwärtigen Scannern zu entdecken."

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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