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Trump gibt sich bescheiden: Jesus ist die Nummer eins

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Von: Christian Stör

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Donald Trump
Donald Trump gibt sich mit Platz zwei zufrieden.. © Ross D. Franklin/dpa

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Im Gegensatz zu John Lennon behauptet Donald Trump nicht, „beliebter als Jesus“ zu sein.

Washington, D.C. – Es grenzt an ein Wunder. Und ist dennoch wahr. Donald Trump ist nur die Nummer zwei. Ganz offiziell sogar, er hat es selbst bestätigt. „Jesus ist der Größte. Präsident @realDonaldTrump ist der zweitgrößte“, hat jetzt nämlich ein Nutzer der Plattform Truth Social geschrieben. Und Donald Trump hat diese Aussage persönlich gutgeheißen, mit einer Wiedergabe dieses Posts, einem sogenannten „ReTruth“.

Das Eingeständnis, hinter irgendjemanden nur „Zweiter“ zu sein, darf wohl durchaus als bemerkenswertes Beispiel für die seltene Demut des früheren US-Präsidenten gelten, der normalerweise nur Platz eins gelten lässt. Aber bei Jesus macht Trump, der auf Truth Social sonst seiner Wut freien Lauf lässt, dann doch einmal eine Ausnahme. Ist das etwa eine neue Bescheidenheit?

Donald Trump begnügt sich hinter Jesus mit Platz zwei

Im August 2019 ist Trump jedenfalls noch ganz anders aufgetreten. Als es um den Handel mit China ging, war Trump ganz in seinem Element. „Ich bin der Auserwählte“, sagte er damals ganz lapidar. In jenen Tagen teilte er auch noch Tweets, in denen er als „Wiederkunft des Herrn“ gefeiert wurde.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Tatsächlich gab sich Trump nur etwas mehr als ein Jahr später schon ungewohnt kleinlaut. Im Oktober 2020 berichtete der Independent nämlich von einem Gespräch, das Trump in North Carolina mit seinen Anhängern geführt haben will. Als jemand behauptete, er sei die berühmteste Person der Welt, meinte Trump zurückhaltend, dass Jesus Christus doch eigentlich etwas bekannter sei als er selbst.

Beim Thema Jesus ist Donald Trump anders als John Lennon

John Lennon war da anders. Der hatte im März 1966 mit seiner Aussage, die Beatles seiner „populärer als Jesus“, für einen handfesten Skandal gesorgt. Vor allem in den USA war die Aufregung groß. Fundamentalistische Gläubige und Mitglieder des Ku-Klux-Klans hetzten gegen die Beatles, ihre Platten wurden öffentlich verbrannt, ihre Lieder im Radio nicht mehr gespielt. Kein Wunder also, dass sich Donald Trump mit der Rolle der Nummer zwei zufriedengibt. Er kennt halt doch seine Grenzen. (cs)

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