Nach Jahren auf der Flucht

Deutscher Sex-Täter in Mexiko geschnappt

Mexiko-Stadt - Der Polizei ist nach Jahren auf der Flucht ein "gefährlicher Verbrecher" aus Deutschland ins Netz gegangen. Seine kriminelle Vergangenheit reicht von Kindesmissbrauch bis hin zu Geldwäsche.

Nach rund vier Jahren auf der Flucht ist ein mutmaßlicher deutscher Sexualstraftäter in Mexiko verhaftet worden. Die Polizei habe den 67-jährigen bereits am vergangenen Freitag in der Stadt Tlaxcala östlich von Mexiko-Stadt aufgegriffen, berichtete am Sonntag die Zeitung Milenio unter Berufung auf die örtliche Staatsanwaltschaft auf ihrer Internetseite.

Gegen den Mann lag demnach ein Haftbefehl vor. Ihm werde unter anderem Vergewaltigung und Kindesmissbrauch vorgeworfen, hieß es in dem Bericht weiter. Es handele es sich um einen „gefährlichen Verbrecher“, zitierte Milenio die Staatsanwaltschaft.

Der 67-Jährige habe Verbindungen zu dem Unternehmer Jean Succar Kuri unterhalten, der in Cancún und Los Angeles ein Netzwerk für Kinderprostitution betrieb und 2011 zu 112 Jahren Haft verurteilt worden war, berichtete die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins „Proceso“.

In Deutschland soll er fünf illegale Wechselstuben betrieben haben

Der Deutsche war bereits 2009 in Mexiko wegen Kindesmissbrauchs festgenommen worden. Er bestach allerdings nach Medienberichten fünf Wächter mit umgerechnet rund 250.000 Euro und floh aus dem Gefängnis im Bundesstaat Quintana Roo. Seitdem wurde er von den mexikanischen Behörden gesucht. Offenbar lebte er seit seiner Flucht unter falschem Namen im Bundesstaat Mexiko nahe der Hauptstadt. Wo der Mann früher in Deutschland lebte, wurde nicht mitgeteilt.

In seinem Heimatland wird zudem wegen Geldwäsche gegen den Mann ermittelt. Er besitzt dort fünf Wechselstuben, über die er illegale Transaktion abgewickelt haben soll, wie die Zeitung Excelsior berichtete.

Auf Antrag der deutschen Staatsanwaltschaft war der 64-Jährige schon 1999 einmal in Mexiko festgenommen und an Deutschland ausgeliefert worden, wie aus einem Dokument der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft hervorgeht. Damals musste er sich vor einem Gericht in Trier wegen Betrugs verantworten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare