Soziale Netzwerke

Cybermobbing ist gerade bei Jugendlichen großes Thema

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Cybermobbing ist mittlerweile ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit des Weißen Rings. Foto: Martin Schutt

Mainz (dpa) - Mobbing in sozialen Netzwerken betrifft nach Einschätzung des Bundesvorsitzenden des Weißen Rings, Jörg Ziercke, insbesondere junge Menschen zwischen 12 und 19 Jahren.

"Das ist ein ganz großes Thema, das bis zum Suizid gehen kann", sagte Ziercke in einem Redaktionsgespräch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Solche Fälle gebe es leider auch hierzulande. Cybermobbing sei mittlerweile ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit des Weißen Rings.

Möglichst junge Ehrenamtliche gingen für die Opferhilfsorganisation gezielt in Schulen oder zu Elternversammlungen, um solchen Fällen vorzubeugen - "aber immer in Begleitung von Lehrern", erklärte der frühere Präsident des Bundeskriminalamts. "Denn sie können ja nicht wissen, ob gerade in der Klasse, in der sie einen Vortrag halten, gerade massive Fälle von Mobbing stattfinden."

Allerdings sei es nicht Aufgabe des Weißen Rings, psychologische Ratschläge zu erteilen, sagte Ziercke, der seit September 2018 Chef der Opferhilfsorganisation Weißer Ring ist. Man könne nur sensibilisieren und Wege aufzeigen, wie Betroffene Hilfe finden. Etwa dass sie sich an Vertrauenslehrer oder den Weißen Ring und dessen Netzwerkpartner wie das Projekt Juuuport, das sich auf Hilfsangebote für digital gemobbte junge Menschen spezialisiert hat, wenden sollten.

"Man muss erkennen, dass man einen solchen Mobbing-Fall nicht alleine lösen kann", sagte Ziercke. Viele schämten sich, von der eigenen Notlage zu erzählen. Das Wissen, dass es anderen auch so ergeht, könne Kraft geben, eine Anzeige zu erstatten. "Wer glaubt, er könne das alles selbst bewältigen, der hat die falsche Karte gezogen."

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