Könnte über Fluggäste eingeschleppt werden

Coronavirus droht sich auszubreiten: Münchner Flughafen beobachtet Entwicklung - „Alarmplan“ steht

Das Coronavirus droht sich ausbreiten. In China gab es schon mehrere Todesfälle. So bereitet sich der Münchner Flughafen vor.

  • Das tödliche Coronavirus aus China droht sich über den Flugverkehr weltweit auszubreiten.
  • Der Münchner Flughafen beobachtet die Entwicklung „intensiv“.
  • Allerdings geht man nicht von einer Gefährdung aus.

Update, 11. März: Ein Sicherheitsbeamter am Flughafen München wurde positiv auf das Coronavirus

getestet. Er arbeitete bei der Sicherheitskontrolle. Sein Arbeitgeber nennt neue Details. 

Das Coronavirus steht nach der Wahl wieder im Fokus. Welche Maßnahmen nun in München wegen Corona getroffen werden, erfahren Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update, 25. Januar: Nach dem Auftreten erster Fälle des gefährlichen Coronavirus in Europa sehen die bayerischen Behörden zunächst von einer Verschärfung der Schutzmaßnahmen ab. „Durch die bestätigten Verdachtsfälle in Frankreich ändert sich derzeit nichts an den Vorkehrungen in Bayern“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag (25.1.) in München. Die Entwicklung werde aber sehr genau beobachtet.

An den Flughäfen im Freistaat gebe es überdies Alarmpläne. Eine „Task-Force Infektiologie“ am Münchner Flughafen sei rund um die Uhr in Rufbereitschaft. Auch bei den Kontrollen herrschen neue Bestimmungen.

News-Ticker zum Coronavirus: Zahl der Infizierten steigt drastisch - EU-Behörde mit düsterer Prognose. In Italien steigt ebenfalls die Zahl der Infizierten - dort läuft die Suche nach „Patient Null“

Lesen Sie auch dazu: Das Coronavirus wirft seine Schatten. Am Dienstag wirkte der Münchner Airport wie ausgestorben. Leergefegt und unheimlich still. Wir haben uns am Flughafen umgehört.

Coronavirus droht sich auszubreiten: Münchner Flughafen beobachtet Entwicklung „intensiv“

Erding/Flughafen – Ein neues, im Extremfall tödliches Virus, das mit einer Lungenentzündung einhergeht, breitet sich aus. Nach dem ersten bekannt gewordenen Fall im Dezember im Wuhan, einer Elf-Millionen-Stadt in Zentralchina, sind etliche weitere Infektionen, aber auch erste Todesfälle bekannt geworden. Das Coronavirus droht nun durch den Luftverkehr weltweit verbreitet zu werden – und so auch nach Deutschland kommen. Am Münchner Flughafen sehen sich die Behörden gerüstet. Derzeit geht aber niemand von einer Gefährdung aus. Der kommende Samstag ist dennoch ein kritisches Datum.

Coronavirus: Entwicklungen wird „intensiv beobachtet“

„Unser Gesundheitsamt sieht derzeit keinen akuten Handlungsbedarf“, erklärt Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamts, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Entwicklungen würden allerdings „intensiv beobachtet“. Am Mittwoch, so Fiebrandt-Kirmeyer weiter, habe das Gesundheitsamt alle niedergelassenen Ärzte informiert.

Aufmerksame Gelassenheit herrscht auch am Flughafen selbst. FMG-Sprecher Ingo Anspach berichtet auf Anfrage, dass aktuell noch keine Vorkehrungen getroffen würden. Er verweist auf die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft der „Task Force Infektiologie Flughafen“ des L andesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Dessen Sprecher Aleksander Szumilas bestätigt: „Wir sind jederzeit einsatzbereit und mit eigenen Räumen am Flughafen vertreten.“

Ein Reisender hat am Flughafen München für Aufruhr gesorgt. Der stark Betrunkene beleidigte Polizei und Staatsanwalt. Dann sprach er eine kuriose Drohung aus. Ebenfalls der Norden Deutschlands ist besorgt. Wie nordbuzz.de* berichtet, wurden in Schleswig-Holstein die ersten Menschen isoliert

Coronavirus über Umsteiger nach Deutschland eingeschleppt werden

LGL und das Robert-Koch-Institut schätzen aber selbst das Risiko für Reisende in die Region Wuhan als „moderat“ ein. Die Lage im Erdinger Moos wird auch deshalb nicht als kritisch – „geringes bis sehr geringes Risiko“, so das LGL – eingestuft, weil es von hier keine Direktverbindung nach Wuhan gibt. Allerdings könnte das Coronavirus über Umsteiger eingeschleppt werden.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem kommenden Wochenende. Am Samstag wird in China das Neujahrsfest gefeiert – für tausende Chinesen jedes Jahr eine willkommene Gelegenheit, eine Fernreise zu unternehmen.

Auch deshalb richtet das LGL vorsorglich eine spezielle Diagnostik ein, „damit wir im Verdachtsfall schnell reagieren können“, so Szumilas. Fieberkontrollen wie an mehreren asiatischen Flughäfen sind noch nicht vorgesehen. Sie gelten nach Einschätzung von Experten zudem als nicht besonders zuverlässig, da Fieber anfangs nicht zwingend auftritt, sondern eher erst in späterem Stadium.

Am Flughafen München haben Beamte eine Chinesin aus dem Verkehr gezogen. Das allerdings nicht wegen des Coronavirus - sondern wegen des fehlenden Visums und mehrerer Lügen. Noch einmal wurde wenige Tage später eine andere Chinesin am Flughafen München auffällig. Der Inhalt ihres Koffers sorgte für große Aufregung.

Bei Verdachtsfall am Münchner Flughafen steht Tropenmedizin-Abteilung des Klinikums Schwabing bereit

Tatsache ist: Das Virus ist auf dem Vormarsch. Nach dem ersten Fall in Zentralchina sind inzwischen etliche weitere Infektionen bekannt geworden – nicht nur im Reich der Mitte, sondern auch in Thailand, Japan, Südkorea und in den USA. Es gibt erste Todesfälle, allerdings nur bei Personen mit Vorerkrankungen.

Sollte es am Münchner Flughafen einen Verdachtsfall geben, käme der Patient in die Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin des Klinikums Schwabing. Auch dort ist man gewappnet.

Zu den Coronaviren zählen übrigens auch Sars und Mers, die 2002 beziehungsweise 2012 weltweit Pandemien ausgelöst hatten.

Die Zahl der Bayern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, steigt: Am Wochenende wurden zwei weitere Fälle bestätigt. Doch es gibt auch gute Nachrichten. (Merkur.de*) Coronavirus: Silja Zhang stammt aus München. Sie lebt seit acht Jahren in Wuhan, das seit dem 23. Januar eine Geisterstadt ist. Wir haben mit ihr telefoniert. (tz.de*)

Hans Moritz 

*nordbuzz.de, tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks


Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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