Folgen bald Einschränkungen?

Corona-Zahlen in Spanien ziehen deutlich an: Maas beruhigt Urlauber – Virologe Kekulé mit deutlicher Kritik

Die Corona-Lage in Spanien ist laut Außenminister Heiko Maas „nicht besorgniserregend“. Der Virologe Alexandere Kekulé hat jedoch eine etwas andere Meinung.

Madrid - Bundesaußenminister Heiko Maas hält die Corona-Lage in Spanien trotz steigender Infektionszahlen derzeit nicht für besorgniserregend. „Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können“, sagte Maas am Montag bei einem Besuch in der Hauptstadt Madrid. Der SPD-Politiker gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe.

Corona in Spanien: Inzidenz von über 100 - sechs Regionen als Risikogebiet eingestuft

In Spanien steigen die Zahlen seit knapp zwei Wochen wieder deutlich*. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt inzwischen knapp über 100 – und damit 20 Mal so hoch wie in Deutschland, wo die Sieben-Tage-Inzidenz* am Montag (5. Juli) mit 5,0 angegeben wurde. In der Europäischen Union kommen nur Zypern und Portugal auf noch höhere Werte.

Die Bundesregierung hat sechs von 17 Regionen Spaniens als Risikogebiete eingestuft, darunter die sehr beliebten Urlaubsgebiete Andalusien mit der Costa del Sol und Katalonien mit Barcelona und der Costa Brava. Auf der Website des Auswärtigen Amtes* heißt es: „Von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die autonomen Gemeinschaften Andalusien, Kantabrien, Katalonien, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Ceuta wird derzeit abgeraten.“

Corona: Kekulé kritisiert „Salami-Taktik“ der Bundesregierung - und fordert Quarantäne für Reiserückkehrer

Der Virologe Alexander Kekulé ist über die Einstufung Spaniens indes wenig begeistert. Er fordert eine großzügigere Ausweisung von Risikogebieten: „Ich bin nicht so glücklich mit dieser Salami-Taktik, mit der jetzt wieder Risikogebiete eins nach dem anderen ausgewiesen werden“, sagte er den Sendern RTL und ntv. Es sei ein Fehler, nur ausgewiesene Regionen wie Katalonien statt ganz Spanien zum Risikogebiet zu deklarieren.

Zudem sei es vernünftig, wenn Rückkehrer aus Risikogebieten generell fünf Tage in Quarantäne verbleiben müssten: „Wenn sie zurückkommen, fünf Tage Quarantäne und danach freitesten - am besten mit einem PCR-Test und nicht mit einem Antigen-Schnelltest“, so der Virologe. Denn durch Reiserückkehrer werde die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland wieder steigen, führte Kekulé aus.

Virologe Alexander Kekulé ist über die aktuellen Spanien-Regeln „nicht so glücklich“. (Archivfoto)

Corona in Spanien: Balearen um Mallorca vor Einstufung als Risikogebiet?

In der Regel werden Regionen mit einer Inzidenz über 50 als Risikogebiete eingestuft. Auch die Balearen mit Mallorca (94,1) und die Kanaren (79,1) könnten bald in diese Kategorie fallen. Durch einen negativen Test, einen Impf- oder Genesenennachweis kann man sich als Rückkehrer aus einem Risikogebiet allerdings von der Quarantäne befreien. Erst bei einer Einstufung als Hochinzidenzgebiet (ab einer Inzidenz von 200) oder als Virusvariantengebiet gibt es härtere Quarantäneregeln.

„Die Zahlen steigen zwar wieder, aber zunächst nicht besorgniserregend“, sagte Maas nach einem Gespräch mit der spanischen Außenministerin Arancha González Laya. Die Delta-Variante des Coronavirus* sei in Spanien noch nicht so weit verbreitet wie im Nachbarland Portugal oder auch in Deutschland. Die spanische Regierung habe klargemacht, dass sie jederzeit bereit sei, noch einmal Maßnahmen gegen Corona zu ergreifen. „Wenn ich mir anschaue, wo wir vor ein paar Wochen gewesen sind, dann befinden wir uns nach wie vor in einer absolut positiven Entwicklung. Wir werden alles dafür tun - und auch die hiesigen Verantwortlichen - dass das so bleibt.“ (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

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