Zweite Welle in Asien befürchtet

Corona-Pandemie: China beendet Isolation von Wuhan – Einreise wieder erlaubt

Während weltweit das Coronavirus das öffentliche Leben beeinträchtigt, kehrt China allmählich wieder zur Normalität zurück. Wuhan ist wieder zugänglich.

Update vom Samstag, 28.03.2020, 06.45 Uhr: In der chinesischen Stadt Wuhan kehrt allmählich der Alltag zurück: Die Isolation der Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt, ist beendet worden. Die Einreise in die Hauptstadt der Provinz Hubei ist nun wieder erlaubt, während das Ausreiseverbot noch bis zum 8. April gilt. Der U-Bahnverkehr rollte am Samstag wieder an und die ersten Einkaufszentren werden in der kommenden Woche ihre Pforten öffnen. 

In den vergangenen Tagen waren bereits die Banken in Wuhan wiedereröffnet worden und auch die Linienbusse in der Stadt nahmen ihren Betrieb auf. Die Bewohner sind aber weiterhin aufgerufen, keine unnötigen Fahrten anzutreten und ältere Menschen sollen den Nahverkehr meiden. 

Die Behörden hatten das knapp 60 Millionen Einwohner zählende Hubei zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet. In den vergangenen Wochen waren die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen innerhalb der Provinz deutlich zurückgegangen.

Insgesamt wurden in China den offiziellen Zahlen zufolge mehr als 81.000 Erkrankungen mit dem Coronavirus bestätigt, ein Großteil davon in Wuhan, wo sich mehr als 50.000 Menschen infizierten. Rund 3300 Patienten starben landesweit.

Corona-Pandemie: China macht die Grenzen dicht

Update vom Freitag, 27.03.2020, 07.15 Uhr: In China ist die Zahl „importierter Fälle“ mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag (27.03.2020) mitteilte, wurden 55 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt China damit bereits knapp 600 solcher Fälle.

Wie aus den offiziellen Zahlen der Gesundheitskommission vom Freitag hervorging, gab es erneut keine lokalen Infektionen mit dem Coronavirus in China. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten, starben jedoch weitere fünf Menschen. Nach offiziellen Angaben sind bislang 3292 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag (26.03.2020) angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen, um eine erneute Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Bereits ausgestellte Visa seien vorübergehend nicht mehr gültig. Wie lange der Einreisestopp gelten soll, wurde nicht mitgeteilt. Der Schritt sei erforderlich, weil sich das Virus im Rest der Welt rasant ausbreite, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Coronavirus: China macht aus Angst vor zweiter Welle die Grenzen dicht

Update vom Donnerstag, 26.03.2020, 19.51 Uhr: Die chinesische Regierung hat angekündigt, ihre Grenzen aufgrund der Coronakrise für Ausländer zu schließen. Die Maßnahme soll ab Samstag gelten und betrifft auch Ausländer mit Visa und dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung. Das teilte die Regierung in Peking mit.

Mit diesem Schritt will die Regierung der Volksrepublik China eine zweite Infektionswelle verhindern. Nachdem sich die Lage in den letzten Tagen entspannt hatte, wurden bereits 541 Fälle von infizierten Einreisenden gezählt.

In Vietnam sollen derweil zehntausende Bürger des Landes interniert worden sein, die von Auslandsreisen zurückkamen. Das meldet der Deutschlandfunk via Twitter. 

Langsame Normalisierung in China und Südkorea

Erstmeldung vom Dienstag, 24.03.2020: Wer hätte noch vor ein paar Monaten ahnen können, dass eine Viruserkrankung in der chinesischen Provinz Hubei unser aller Leben so dramatisch einschränken würde, wie dies seit Mitte März nun in Deutschland der Fall ist. Aus der zentralchinesischen Provinz Hubei gibt es aber mittlerweile gute Nachrichten. 

Wie die Lokalregierung von Hubei am Dienstag (24.3.20) mitteilt, sollen die strengen Ausgangsbeschränkungen ab Mittwoch um Mitternacht aufgehoben werden. Die Menschen dürfen dann die Provinz wieder verlassen. Allerdings gibt es eine Ausnahme.

Corona-Pandemie: Entspannung in China

In der Millionenmetropole Wuhan, in der das Coronavirus besonders gewütet hatte, gelten weiter die strengen Kontaktverbote, die nun schon seit fast zwei Monaten das Leben in Wuhan praktisch zum Erliegen bringen. Aber ein Lichtblick: Ab dem 8. April sollen sich auch dort die Menschen wieder frei bewegen dürfen. 

Corona: Ausgangssperren und Kontaktverbote in der Provinz sukzessive aufgehoben

Grund für die Lockerung der strengen Maßnahmen ist, dass seit vergangener Woche die Zahl der lokalen Neuinfektionen in China stark zurückgegangen ist. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, wurde das Virus aber erneut bei 74 weiteren Menschen nachgewiesen, die kürzlich in die Volksrepublik eingereist sind. Insgesamt seien bislang 427 importierte Fälle festgestellt worden, wie die Kommission weiter berichtet.

Am 23. Januar war die chinesische Metropole Wuhan aufgrund des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 komplett abgeriegelt worden. Bis es zu einem kompletten Lockdown kam, wurden die staatlichen Maßnahmen sukzessive erhöht. Zunächst war die Einreise nicht mehr erlaubt, wenig später gab es Beschränkungen im Autoverkehr, schließlich durfte niemand mehr auf die Straße, geschweige denn die Stadt verlassen. 

Quarantäne in China wegen Corona-Pandemie: Lage ist im Griff

Nach einigen Wochen eiserner, zum Teil martialisch durchgesetzter Quarantäne von Millionen von Menschen hatte die chinesische Regierung laut eigener Aussage die Lage über die Epidemie wieder im Griff und ist seit kurzem sogar in der Lage, Länder, die mit der Corona-Pandemie zu kämpfen haben, mit Schutzkleidung und Experten zu unterstützen. Vor knapp zwei Wochen sind Hygiene-Experten nach Italien gereist, um die dortigen Behörden bei den Schutzmaßnahmen zu unterstützen. 

Viele Tote durch oder mit Coronainfektion in China

3160 Menschen sind in China an dem neuartigen Coroanvirus (Sars-CoV-2) gestorben (Stand der Johns Hopkins University am 23.3.30). Rund 60.000 Menschen haben die Infektion überlebt. 

Corona in Südkorea: Sekte brachte Verbreitung ins Rollen 

Auch in Südkorea wütete das Coronavirus. Trauriger Höhepunkt war Ende Februar. Damals hatten sich 900 Menschen innerhalb von 24 Stunden mit dem gefährlichen Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Offenbar hatte eine Anhängerin der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu das Virus in Südkorea unter den Sektenmitgliedern verbreitet. Jetzt drohen dem Anführer der Sekte Lee Man Hee und weiteren führenden Mitgliedern eine Strafanzeige. Sie sollen gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen haben.

Wegen Corona-Epidemie in Südkorea erhebt Bürgermeister von Seoul schwere Vorwürfe

Seouls Bürgermeister Park Won Soon machte den Sektenführern via Facebook schwere Vorwürfe. „Wenn sie früh aktiv Maßnahmen ergriffen hätten, hätten wir den explosiven Anstieg von Covid-19-Fällen in Daegu und der Provinz Nord Gyeongbuk sowie den Tod mehrerer Menschen verhindern können“, heißt es dort. 

Ein ranghohes Mitglied der Sektengemeinschaft verteidigte das Verhalten in der Corona-Krise gegenüber der AFP. Die Stigmatisierung und Diskriminierung wegen ihres Glaube hindere viele Mitglieder an einer Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden. 

Bislang sind in Südkorea 120 Menschen mit oder durch eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand: 24.03.20, Johns Hopkins University)

Rubriklistenbild: © AFP

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