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Maskenpflicht, Quarantäne, Homeoffice: Johnson kündigt Ende aller Corona-Regeln an

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Von: Patrick Huljina

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Die Corona-Zahlen in Großbritannien sinken. Mitten in seiner politischen Krise will Boris Johnson alle noch geltenden Corona-Regeln aufheben.

London - Omikron sorgte zum Jahreswechsel für explodierende Corona*-Infektionszahlen in Großbritannien. Zeitweise wurden 200.000 neue Fälle pro Tag gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt die Marke von 2000. Inzwischen liegt die Inzidenz auf der Insel bei 986. Die Zahlen haben sich in den vergangenen zwei Wochen etwa halbiert. Grund genug für den britischen Premierminister Boris Johnson, eine Abschaffung aller noch geltenden Corona-Regeln anzukündigen.

Corona in Großbritannien: Johnson will alle noch geltenden Regeln abschaffen

Die verpflichtende Quarantäne für Corona-Infizierte soll in England in naher Zukunft komplett abgeschafft werden. „Es wird bald die Zeit kommen, in der wir die gesetzliche Verpflichtung zur Isolierung abschaffen können, genauso wie Menschen sich nicht gesetzlich isolieren müssen, wenn sie die Grippe haben“, sagte Johnson am Mittwoch (19. Januar) im Londoner Unterhaus.

Die aktuellen Corona-Regelungen laufen zum 24. März aus. Johnson erklärte, er wolle sie wenn möglich schon früher abschaffen. Erst vor wenigen Tagen hatte seine Regierung die Isolation auf fünf volle Tage verkürzt.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, trägt bei einem Besuch im Finchley Memorial Hospital im Norden der Hauptstadt einen Mund-Nasen-Schutz.
Boris Johnson will die Corona-Quarantäne zeitnah abschaffen. © Ian Vogler/dpa

Corona in England: Gesundheitsminister kündigt Plan an – „Leben mit Covid-19“

Johnson kündigte außerdem die Aufhebung aller noch in England geltenden Corona*-Beschränkungen an. „Von morgen an werden wir keine Masken mehr in Klassenräumen verlangen“, sagte er. Auch anderswo sollen Masken nicht mehr Pflicht sein, sondern eine private Entscheidung jedes Einzelnen. „Die Regierung ruft ab jetzt auch nicht mehr dazu auf, von Zuhause zu arbeiten.“ Die in Teilen der Tory-Partei verhassten Impfnachweise, gegen die etliche Abgeordnete im Dezember rebelliert hatten, sollen ab Mitte nächster Woche ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Gesundheitsminister Sajid Javid kündigte am Abend einen Plan für das Frühjahr an, den er mit dem Titel „Leben mit Covid-19“ umschrieb. Demnach sollen Tests, antivirale Medikamente und weitere Impfungen* „die Ecksteine der künftigen Verteidigung“ gegen das Coronavirus* darstellen. Nordirland, Wales und Schottland hatten im Kampf gegen Omikron auf schärfere Maßnahmen gesetzt, aber auch bereits Lockerungen angekündigt.

Johnson geriet zuletzt wegen Lockdown-Partys* im Regierungssitz Downing Street heftig unter Druck. Kritiker werfen ihm jetzt vor, mit den weitreichenden Corona-Lockerungen auch Hinterbänkler in seiner Partei besänftigen zu wollen. (ph mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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