News-Ticker

Corona in Österreich: Impfung mit Bier? Gesundheitsminister scherzt über EMA-Zulassung

Wien 05.05.2021 - Corona-Krise - Am Vormittag fand im Bundeskanzleramt der wöchentliche Ministerrat der Bundesr
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Österreich: Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) nutzt einen Bier-Witz für einen Appell zum Impfen.

Die Corona-Lage in Österreich entspannt sich. Nur zwei Bundesländer sind Sorgenkinder. Wolfgang Mückstein amüsiert sich über einen Impf-Witz. Der News-Ticker.

Update vom 13. Mai, 8.49 Uhr: Der Impf-Fortschritt in Österreich kann sich sehen lassen. Knapp über eine Million Menschen wurden bereits zwei Mal geimpft oder haben das „Johnson & Johnson“-Vakzin erhalten, das nur eine Impfung erfordert.

Die Stimmung beim Thema Impfen ist also recht entspannt. Und so reagiert Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) locker auf einen Impf-Witz, der zurzeit im Netz kursiert. Twitter-User haben die Wappen österreichischer Biermarken in einen Impfpass gefotoshopped. Anstelle von Biontech, Moderna oder Astrazenaca stehen hier unter anderem Stiegl, Gösser oder Murauer im „grünen Pass“.

Ein User hatte den Gag eigentlich an den Bierpartei-Politiker Dominik Wlazny adressiert. Mückstein griff den Scherz aber auch auf und nutzte ihn für einen Appell. „Aber nur mit EMA-Zulassung“, spaßt er mit einem Zwinkern, „bis dahin mein Appell: Gehen Sie Impfen! Und das ist auch wichtig für alle, die schon eine Impfung bekommen haben. Nehmen Sie ihren Termin für die zweite Impfung war! Das komplettiert ihren Impfschutz und damit den Schutz für Sie und Ihre Mitmenschen.“

Corona in Österreich: Positive Entwicklung zeichnet sich ab - doch zwei Bundesländer machen Sorgen

Update vom 12. Mai, 16.01 Uhr: In Niederösterreich ist die Corona-Lage weiter stabil. Weil im flächenmäßig größten Bundesland Österreichs die Infektionszahlen rückläufig sind, wird es in der Corona-Ampel* auf Orange gestellt. Laut einem Beschlusspapier verlässt Niederösterreich damit wie zuvor bereits das Burgenland die höchste Warnstufe (rot).

Die Corona-Ampel informiert die österreichische Bevölkerung über das Infektionsrisiko in einer bestimmten Region und über regionale und bundesweite Maßnahmen. Sie dient als Werkzeug zur regionalen Einschätzung. Mit einer Ampel auf Orange werden lokale Lockerungen also wahrscheinlicher.

Als Schwellenwert für die orange Einstufung gilt eine Inzidenz von weniger als 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Dieser Wert muss konstant für zwei Wochen gehalten werden. Aus diesem Grund gibt es Orte in der Alpenrepublik, die aktuell unter einer 100er-Inzidenz liegen, aber noch als „rot“ geführt werden - Wien und Salzburg etwa. Die Inzidenz in ganz Österreich beträgt 89,1. Der Trend ist positiv, Voralberg und die Steiermark bereiten dennoch Sorge.

BundeslandSieben-Tage-Inzidenz**
Burgenland47,5
Niederösterreich63,5
Salzburg75,4
Wien81,0
Kärnten94,1
Oberösterreich94,1
Tirol94,4
Steiermark120,2
Voralberg152,6

** Quelle: AGES, Stand: 12. Mai

Corona in Österreich: Mann wird für absichtliche Ansteckung verurteilt

Update vom 11. Mai, 20.15 Uhr: In Österreich ist ein Mann verurteilt worden, weil er seine Ex-Frau absichtlich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das Landgericht in Linz wertete die absichtliche Ansteckung als versuchte schwere Körperverletzung, erklärte Gerichtssprecher Walter Eichinger am Dienstag. Der 63-Jährige bekam eine neunmonatige Bewährungsstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Vorfälle trugen sich laut dem Sprecher im November im Zuge des Scheidungsverfahrens zu. Der Mann habe zu Hause keine Maske getragen und immer wieder in Richtung seiner Ex-Frau gehustet, mit der er damals noch zusammenlebte, sagte Eichinger der Deutschen Presse-Agentur.

Das Gericht sah es zudem als erwiesen an, dass der Angeklagte die Frau einmal aus dem Haus drängen wollte und sie dabei gegen einen Türstock drückte. Eine Ärztin stellte bei ihr daraufhin eine Nackenverletzung und eine Corona-Infektion fest. Die Krankheit verlief mild, daher das Urteil wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

Corona-Lockerungen in Österreich: Aber hunderte Impfdosen bleiben liegen - wegen gutem Wetter

Update vom 11. Mai, 10.36 Uhr: Das Wetter* war vergangenes Wochenende auch in Österreich gut. Doch nun sind dort im Bundesland Kärnten 440 Dosen Corona-Impfstoff* liegengeblieben - weil Impfwillige an den Tagen dann doch lieber keine Termine haben wollten. Das berichtet oe24.at und zitiert dabei Gerd Kurath vom Kärntner Landespressedienst. Die Menschen auf den Wartelisten seien zwar erreicht worden, hätten ihre Absage aber mit Freizeitvorhaben begründet.

Die Landesregierung appelliere nun, solche Aktionen zu unterlassen. Die 440 übrig gebliebenen Dosen sollen laut Kurath nun an diesem Dienstag verimpft werden.

Österreichs Bundeskanzler Kurz kommt zu Austausch mit Söder nach München

Update vom 10. Mai, 19.59 Uhr: Österreich will Deutschland und insbesondere Bayern bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützen. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) trifft sich am Dienstag (12.00 Uhr) daher zu einem persönlichen Austausch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Ein Thema des Gesprächs in der bayerischen Staatskanzlei in München dürfte auch das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie sein. Österreich nimmt ab dem 19. Mai den Tourismus wieder auf, in Bayern folgen zwei Tage später Lockerungen im Tourismus.

Corona in Österreich: „3G‘s“ - Voraussetzungen für die Lockerungen

Update vom 10. Mai, 17.10 Uhr: Ab 19. Mai werden in Österreich zahlreiche Lockerungen in Kraft treten. Diese stellte Kanzler Sebastian Kurz heute in einer Pressekonferenz vor (siehe Update vom 10. Mai, 14.19 Uhr). Schon zuvor waren die Öffnungsschritte öffentlich bekannt (siehe Erstmeldung).

Voraussetzung für die Lockerungen für die Tourismusbranche, die Gastronomie, den Sport und Freizeitbetriebe sind die sogenannten „3G‘s“: Getestet, genesen oder geimpft. Auch private Zusammenkünfte können wieder mit mehreren Personen stattfinden. „Hochzeiten, große Feste, Vereinsveranstaltungen all das ist nicht möglich“, schränkte Kurz jedoch ein. Im gleichen Zuge stellte er weitere Öffnungsschritte in Aussicht: „Bis spätestens 1. Juli werden wir weitere Schritte setzen.“

Die Sicherheitsmaßnahmen sollen bis Anfang Juli zurückgefahren werden, erklärte er weiter. „Wir wollen endlich wieder normal leben“, sagte er. Von einem spürbaren Effekt der Impfungen geht er im Juni aus.

Kanzler Sebastian Kurz stellt in Wien die Corona-Lockerungen für Österreich vor.

Kurz verkündet gewaltige Corona-Lockerungen in Österreich - und hat Botschaft an Deutschland

Update vom 10. Mai, 14.19 Uhr: „Es waren heute sehr zügige Beratungen mit den Bundesländern - denn wir haben ausschließlich gute Nachrichten“, eröffnet Kanzler Kurz die PK zu den Corona-Lockerungen (siehe Erstmeldung). Erstmals seit Oktober habe Österreich weniger als 1000 Neuinfizierte täglich. Vorarlberg habe die Impfung der Über-50-Jährigen abgeschlossen „mit einer Durchimpfungsrate von 68 Prozent“.

„Die Regionalisierung hat sich ausgezahlt. Wir haben jetzt sogar niedrigere Ansteckungszahlen als in Deutschland, obwohl Deutschland viel länger im harten Lockdown geblieben ist“, erläutert Kurz. Ab dem 19. Mai werde „in ganz Österreich und vielen Branchen“ gelockert. „Eine Freude, aber auch und ein Turbo für den Arbeitsmarkt“, so der ÖVP-Politiker. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Mit dem „Grünen Pass“ erhalten vollständig Geimpfte, Getestete und Genesene Zutritt zu Gastro, Tourismus oder Sport.
  • Schulen kehren ab dem 17. Mai in den Regelunterricht zurück. 
  • Kontakte: Indoor dürfen sich vier Erwachsene plus der dazugehörigen Kinder treffen, Outdoor 10 Erwachsene plus ihrer Kinder.
  • Ausgangssperren fallen weg.
  • Hotelgäste, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen alle zwei Tage einen Antigen-Schnelltest machen.
  • Die Quarantänepflicht für Urlauber aus Ländern mit niedrigen Ansteckungszahlen, darunter auch Deutschland, entfällt.

Video: Die Corona-Lage entspannt sich

Kurz betont, dass die Öffnungen „natürlich unter massiven Sicherheitsvorkehrungen“ stattfänden: „Wir haben bewusst auf FFP2-Masken und das Testen gesetzt.“ In Betrieben werde es weiter Maskenpflicht, Personalobergrenzen und Quadratmeterbeschränkungen geben. Die Maskenpflicht werde weiter „in vielen Bereichen“ gelten, etwa bei Großveranstaltungen.

Dann dämpft Kurz etwas: Trotz der breiten Öffnungen seien Hochzeiten, Feste und Vereinsveranstaltungen zum Beispiel noch nicht möglich. „Der Öffnungsschritt ist jetzt der erste.“ Man werde die Maßnahmen noch „einige Wochen“ aufrechterhalten müssen, um im Sommer zur „Normalität“ zurückkehren zu können.  

Corona in Österreich: Neuinfektionen so niedrig wie vor sieben Monaten - Gewaltige Lockerungen geplant

Unsere Erstmeldung vom 10. Mai: Wien/München - Seit rund sechs Monaten befindet sich Österreich im Corona-Lockdown. Das soll sich jedoch bald ändern. Am 19. Mai will Deutschlands Nachbarland in fast allen Branchen öffnen. Kanzler Sebastian Kurz zeigte sich zuversichtlich.

Corona-Fallzahlen in Österreich sinken - Kurz optimistisch: „Erfreuliches Zeichen“

Am Montag (10. Mai) wurden in Österreich nur 820 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2* verzeichnet. Das berichten oe24.at und kurier.at. Damit liegen die Neuinfektionen* zum ersten Mal seit sieben Monaten unter 1000. Erwähnt sei, dass sonntags in Österreich deutlich weniger Tests durchgeführt werden als unter der Woche. Nichts desto trotz äußerste sich Kanzler Kurz gegenüber oe24.at optimistisch. Das Unterschreiten von 1000 täglichen Neuansteckungen sei „ein erfreuliches Zeichen, wie positiv die Entwicklung ist.“ Weiter sagte er: „Es zeigt auch, dass die Öffnungsschritte in neun Tagen zum richtigen Zeitpunkt kommen.“

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit einem Wert von 97,7 weiter gesunken. Kurz setzt große Hoffnungen in die Impfkampagne. So sagte er gegenüber der Zeitung: „Wir rechnen damit, dass sich dieser Trend in den nächsten Tagen fortsetzt und wir gute Voraussetzungen für die Öffnungen nächste Woche haben, wenn gleichzeitig mit Start der Öffnungen bereits rund drei Millionen Menschen eine Impfung erhalten haben.“

Corona in Österreich: Regierung stellt heute die neuen Regelungen vor

Um 14 Uhr wird die österreichische Regierung vor die Presse treten, um die Regelungen ab dem 19. Mai vorzustellen. Wie Medien aus Österreich bereits vorab übereinstimmend berichteten, wird es unter anderem zu folgenden Lockerungsschritten kommen:

  • Gastronomie: Öffnungen sind für die Innen- und Außengastronomie geplant. Weiterhin sollen die Maskenpflicht und ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen zwei Tischen gelten. Man benötigt einen Test*, eine Impfung* oder die Bestätigung einer Corona-Genesung. In Innenbereichen dürfen maximal vier Erwachsene (zuzüglich dazugehöriger Kinder) und in Außenbereichen maximal zehn Erwachsene zusammenkommen.
  • Hotel: Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesen müssen jeden Tag einen Corona-Test machen.
  • Veranstaltungen und Kultur: Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen dürfen im Freien mit maximal 3000 und in Innenräumen mit maximal 1500 Personen durchgeführt werden. Kinos oder etwa Theater dürfen maximal bis zur Hälfte ausgelastet werden.
  • Schulen: Ab dem 17. Mai soll durchgehend auf Präsenzunterricht gesetzt werden. In den Unterstufen soll dann ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, in den Oberstufen eine FFP2-Maske*. Dreimal pro Woche soll getestet werden, wobei Selbsttests nicht erlaubt sind.
  • Sport: Bei Kontakt- oder Mannschaftssport muss ein gültiger Test vorgelegt werden, sofern die Person nicht zu den Geimpften oder Genesenen zählt.

In Tirol sorgte indes ein PCR-Test-Skandal für Aufsehen. Ein deutscher Urologe erhielt einen dubiosen Millionen-Auftrag. (mbr) Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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