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Corona in Deutschland: Abwärtstrend geht weiter, Impfpriorisierung gefallen - „Frust vorprogrammiert“

Menschen gehen durch eine Fußgängerzone in der Innenstadt.
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Es kehrt wieder Leben ein in Deutschland. Dank sinkender Infektionszahlen wurden einige Lockerungen beschlossen.

Die Zahlen sinken und sinken und die Impfpriorisierung wird ab sofort aufgehoben. Es tut sich was in der Corona-Krise in Deutschland. Der News-Ticker:

Update vom 7. Juni, 22.00 Uhr: Die Reproduktionszahl in Deutschland sinkt weiter im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Das geht aus dem täglichen Situationsbericht des RKIs hervor. Der 7-Tage-R-Wert liegt am Montag bei 0,76. Am Freitag wurde der R-Wert noch auf 0,88 geschätzt. Ein R-Wert unter 1 ist Zeichen eines sich abschwächenden Infektionsgeschehens. Der Wert gibt an wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Corona in Deutschland: Impfungen von Kindern - STIKO-Empfehlung für Donnerstag erwartet

Update vom 7. Juni, 16.15 Uhr: Damit Kinder und Jugendliche in Deutschland eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten können, steht noch die offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommision (STIKO) aus. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts soll der STIKO-Bericht nun am Donnerstag veröffentlicht werden. Es ist damit zu rechnen, dass die STIKO keine grundsätzliche Empfehlung für Impfungen bei Kindern und Jugendlichen aussprechen wird, das die Datenlage hierfür noch zu dünn ist. Erwartet wird eine Empfehlung für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen.

Update vom 7. Juni, 15.27 Uhr: Nach Biontech hat nun auch US-Pharmakonzern Moderna eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Jugendliche in der EU beantragt. Bei einem positiven Votum der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) wäre der Moderna-Impfstoff das zweite für Jugendliche in der EU zugelassene Vakzin nach dem von Biontech/Pfizer.

Corona in Deutschland: Bereits mehr als 50 Millionen Impfdosen verabreicht

Update vom 7. Juni, 13.35 Uhr: 54,9 Millionen Impfdosen* gegen das Coronavirus sind inzwischen in Deutschland verabreicht worden. Nach Angaben des RKI vom Montag (Stand: 11.25 Uhr) sind 38 Millionen Menschen (45,7 Prozent) mindestens einmal geimpft worden, 17,7 Millionen Menschen (21,3 Prozent) sind vollständig geimpft. Am Sonntag wurden laut RKI 273.355 Dosen gespritzt.

Impfwillige können sich ab diesem Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. Gleichzeitig steigen Tausende Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Montag auf Twitter: „Ab heute impfen die Betriebsärzte flächendeckend mit - das hilft, manchen Unentschlossenen besser zu erreichen.“ Doch Impfwillige könnten trotzdem noch Wochen auf einen Termin warten müssen - nach wie vor gibt es nicht genügend Impfstoff-Lieferungen.

Corona in Deutschland: Bundesland führt mit Impfquote von fast 50 Prozent

Die Impfquote variiert laut RKI je nach Bundesland. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen. Hier ist bereits knapp die Hälfte (49,5 Prozent) ein erstes Mal immunisiert. Knapp dahinter liegt das Saarland mit 48,8 Prozent. Hier finden sich mit einem Anteil von 21,5 Prozent zudem die meisten vollständig geimpften Personen. Sachsen liegt mit 40,7 Prozent bei den Erstimpfungen etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Vollständig immunisiert sind hier aber bereits 24,1 Prozent, was im Bundesvergleich Platz 3 entspricht.

Update vom 7. Juni, 13.01 Uhr: Neue Erkenntnisse aus der Impfforschung: Eine Kombination der Corona-Impfstoffe von Astrazeneca* und Biontech/Pfizer* erhöht nach vorläufigen Erkenntnissen von Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes die Immunantwort des Körpers deutlich. Wie die Universität am Montag in Saarbrücken mitteilte, untersuchten die Forscher die Abwehrreaktionen von 250 Menschen in verschiedenen Testgruppen. Von diesen erhielt ein Teil beide Impfungen mit nur einem Wirkstoff. Bei anderen wurde hingegen erst Astrazeneca, dann Biontech/Pfizer verimpft.

Zweifache Biontech/Pfizer-Impfungen oder kombinierte Impfungen mit den Präparaten von Astrazeneca und Biontech/Pfizer zeigten „wesentlich höhere“ Wirksamkeiten als doppelte Immunisierungen mit Astrazeneca, wie die Universität mitteilte. Die Ergebnisse der Studie waren demnach allerdings noch nicht wissenschaftlich publiziert und daher zunächst lediglich als vorläufig anzusehen.

Eine Kombination der Impfstoffe führe sogar zu einer geringfügig höheren Abwehrreaktion als eine doppelte Biontech/Pfizer-Impfung allein, berichteten die Wissenschaftler weiter. Sie untersuchten im Detail die Immunantworten der Teilnehmer. Dabei stellten sie fest, dass nach Kombinationsimpfungen wie nach reinen doppelten Impfungen mit Biontech/Pfizer erheblich mehr Antikörper sowie sogenannte T-Zellen auftraten. Die Experten waren nach eigenen Angaben „überrascht“ über die Deutlichkeit dieser Unterschiede. Corona-Impfstoffe in Deutschland - Hier finden Sie einen Überblick*.

Corona-Masken-Debakel für Jens Spahn: Merkel verteidigt Gesundheitsminister

Update vom 7. Juni, 12.27 Uhr: Nachdem sich bereits Jens Spahn gegen die Masken-Vorwürfe der SPD gewehrt hatte, äußerte sich nun offenbar auch Angela Merkel und stellte sich deutlich hinter ihren Gesundheitsminister. Bei der CDU-Präsidiumssitzung am Montag habe die Kanzlerin nach Informationen der Bild gesagt: „Wenn ich sehe, was mit Jens passiert: Das entbehrt wirklich jeder Sachgrundlage.“

Corona in Deutschland: Abwärtstrend geht weiter - RKI-Zahlen sinken erneut

Erstmeldung vom 7. Juni, 8.17 Uhr: Berlin - Der Abwärtstrend der wichtigsten Corona-Gradmesser hält an. Erneut meldet das Robert-Koch-Institut (RKI)* am Montagmorgen sinkende Zahlen sowohl bei Inzidenz, R-Wert und Todesfällen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* bei den Corona-Infektionen liegt nun bei 24,3 Fällen pro 100.000 Einwohner (Vortag: 24,7; Vorwoche: 35,1). Die Gesundheitsämter meldeten 1117 Neuinfektionen und 22 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages. Am vergangenen Montag waren noch 1978 Neuinfektionen und 36 Todesfälle gezählt worden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.701.484. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.244. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.542.700.

Corona in Deutschland: Auch R-Wert sinkt erneut

Auch beim bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert* verzeichnet das RKI erneut einen Abwärtstrend. Laut Lagebericht von Sonntagabend liegt dieser aktuell bei 0,81. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Am Samstag lag dieser bei 0,84, am Freitag noch bei 0,88. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Kreise in Deutschland: Top 5 der höchsten und niedrigsten Inzidenz

Kreis, Bundesland7-Tage-Inzidenz
Top 5 der höchsten Inzidenzen
Landkreis Hildburghausen, Thüringen83,9
Landkreis Kronach, Bayern80,9
Landkreis Günzburg, Bayern73,2
Landkreis Zweibrücken, Rheinland-Pfalz73,1
Landkreis Sonneberg, Thüringen69,3
Top 5 der niedrigsten Inzidenzen
Landkreis Goslar, Niedersachsen0,7
Landkreis Vorpommern-Rügen, Mecklenburg-Vorpommern0,9
Landkreis Friesland, Niedersachsen1,0
Landkreis Uelzen, Niedersachsen2,2
Stadtkreis Weiden i.d. OPberpfalz , Bayern2,3
Quelle: RKI Dashboard, Stand: 7.6.21, 9.35 Uhr

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam (Donnerstag, 3. Juni) in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Corona in Deutschland: Impfungen ab sofort für alle freigegeben

In den Arztpraxen fällt die Priorisierung* ab Montag bundesweit generell weg. Mit dem Ende der Priorisierung sind aber nicht alle Probleme gelöst.

Impfwillige können sich zwar somit ab sofort unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland um eine Corona-Impfung* bemühen. Allerdings soll es den Sommer über dauern, bis für alle genug Impfstoff da ist. In Deutschland können alle ab zwölf Jahren geimpft werden.

Deshalb mahnten Spitzenvertreter von Deutschlands Ärztinnen und Ärzten sowie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfwilligen zur Geduld. Gleichzeitig steigen mehr als 6000 Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein. Sie erhalten in der ersten Woche dafür 702 000 von insgesamt gut 6,6 Millionen für die Woche angekündigten Impfstoffdosen. Derzeit wird viel Impfstoff für die Zweitimpfungen verwendet. Die Priorisierung verfolgte das Ziel, Menschen mit hohem Corona-Risiko zuerst zu schützen.

Städte- und Gemeindebund zu Aufhebung der Impfpriorisierung: „Frust vorprogrammiert“

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte der „Rheinischen Post“ (Montag), die Aufhebung der Impfpriorisierung werde bei vielen Menschen zu Ernüchterung führen. „Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte er. „Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 - eventuell sogar bis Ende Juni - zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden.“ (va/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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