Furcht vor aggressiver Mutation

Lockdown-Verlängerung in Bayern: Heftige Debatte um Lockerungen erwartet - an Tag von traurigem Jubiläum

Bayern befindet sich mitten im Corona-Lockdown. Die Verlängerung desselbigen soll nun offiziell beschlossen werden- Es ist ein besonderer Tag in der Corona-Historie.

  • Am Mittwoch (27. Januar) wird erstmals Gesundheitsminister Klaus Holetschek eine Regierungserklärung zur Corona-Pandemie abgeben (siehe Update vom 25. Januar 14.49 Uhr).
  • Am Dienstag verkündete Markus Söder eine große Erleichterung für Eltern von Kita-Kindern (siehe Update vom 26. Januar, 13.35 Uhr).
  • Hier finden Sie eine Karte* mit den aktuellen Fallzahlen im Freistaat.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Die Fortsetzung finden Sie hier.+++

Update vom 27. Januar, 6.54 Uhr: Nach den jüngsten Besprechungen von Bund und Ländern soll nun auch der bayerische Landtag heute offiziell die Verlängerung des aktuell herrschenden harten Lockdowns in Bayern bis zum 14. Februar beschließen. Aktuell gelten die Bestimmungen offiziell bis zum 31. Januar, die Zustimmung zur Verlängerung ist heute allerdings nur reine Formsache. Bereits vergangene Woche hatten die Koalitionsparteien CSU und Freie Wähler, die die Mehrheit im Parlament bilden, die Beschlüsse formal bestätigt.

Corona in Bayern: Parlament vor Beschluss der Lockdown-Verlängerung - Debatte um Lockerungen erwartet

Zudem soll es in der heutigen Sitzung (13. Uhr) auch wieder eine Fragerunde der Opposition an die Regierung geben. Dabei dürfte vor allem eine Debatte um mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Vordergrund stehen, wie sie auch Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger bereits selbst befeuert hatte. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte solchen vorzeitigen Lockerungen aber bereits auf einer Pressekonferenz am Dienstag (26. Januar) eine klare Absage erteilt. Zuletzt hatten Gerichte in Bayern einige der Regeln gekippt, darunter das allgemein herrschende Alkoholverbot unter freiem Himmel und die 15-Kilometer-Radius-Regel für Menschen aus Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 200 liegt.

Historischer Tag für Regierungserklärung: Vor einem Jahr wurde erster Corona-Fall in Deutschland bekannt

Ein besonderer Moment dürfte die nach der Sitzung folgende Regierungserklärung für Klaus Holetschek (CSU) sein. Der neue Gesundheitsminister, der Melanie Huml (CSU) in diesem Amt nachfolgt, hält bereits kurz nach seiner Ernennung die erste Regierungserklärung. Der Tag hat dabei beinahe eine besondere Bedeutung: Am 27. Januar 2020 wurde der erste Corona-Fall in Deutschland bekannt. Dabei handelte es sich um einen Mitarbeiter des in Starnberg ansässigen Webasto-Unternehmens.

Update vom 26. Januar, 18.45 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält eine komplette Abschottung Deutschlands aufgrund der Corona-Mutationen für nicht notwendig. Man müsse die Grenzen nicht dichtmachen, allerdings sprach sich der CSU-Politiker für schärfere Kontrollen an den deutschen Außengrenzen aus. Im Interview mit Bild.de sagte Söder: „Grenzkontrollen wären das sinnvollste“.

Update vom 26. Januar, 15.12 Uhr: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 15-Kilometer-Regelung vorläufig gekippt. Das Gericht folgte damit einem Eilantrag.*

Corona-Lockerungen in Bayern? Söder warnt vor „toxischer Wirkung“ – und verkündet große Erleichterung für Eltern

Update vom 26. Januar, 13.35 Uhr: Am Dienstag beriet das bayerische Kabinett erneut über die Corona-Krise. Bei einer anschließenden Pressekonferenz verkündete Ministerpräsident Markus Söder dann eine große Erleichterung für Eltern von Kita-Kindern. Eltern, die ihre Kinder derzeit gar nicht, oder nur an bis zu fünf Tagen in die Notbetreuung in den Kitas geben, sollen finanziell entlastet werden. Die Elternbeiträge für Krippen, Kindertageseinrichtungen, -pflegestellen und die Mittagsbetreuung sollen rückwirkend zum 1. Januar und vorausschauend für den Februar übernommen werden. Die Kosten übernehmen zu 30 Prozent die Kommunen und zu 70 Prozent der Freistaat.

Nicht zufrieden ist Söder bei einem anderen Thema: „Das Impfen entwickelt sich zunehmend zum Problem“, wie der CSU-Chef sagte. Das Impfen gehe deutlich langsamer als möglich, es fehle an Impfstoff. Er appellierte daran, für Verlässlichkeit zu sorgen. „Wir brauchen diesen Impfstoff“, machte er deutlich. Auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek ärgerte sich über die Verzögerungen.

Lockerungen der Corona-Maßnahmen sind zunächst nicht in Sicht, wie Söder weiter erklärte. „Wir setzen das Konzept jetzt auf jeden Fall bis Mitte Februar fort.“ Man habe große Sorge vor der Mutation. „Eines wäre eine wirklich toxische Wirkung. Toxisch wäre: Mutation plus überstürzte Lockerungen“, warnte er. „Es ist nicht die Zeit für Lockerungen“, so Söder. Es gelte der Rat, „das Wasser zu halten, anstatt den Mund wässrig zu machen“. Jeder wolle Öffnungen, jeder wolle Erleichterungen, jeder wolle gerne Normalität - aber an erster Stelle stehe die Verantwortung, mahnte der CSU-Chef.

Corona in Bayern: Die Söder-Pressekonferenz zum Nachlesen

13.30 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

13.25 Uhr: Die Beratungen heute seien harmonisch gewesen, berichtet Söder auf Nachfrage. Debatten wie in den letzten Tagen habe es nicht gegeben. Damit spielt er möglicherweise auf Lockerungsforderungen von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger an. Dieser feiert heute seinen 50. Geburtstag. Söder habe ihm fränkische Spezialitäten wie Rostbratwürste geschenkt - und ein Meditationsbuch. „Mal sehen, obs gut aufgenommen wird“, so Söder.

Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek ärgert sich über Verzögerungen bei Impfstoff-Lieferungen

13.19 Uhr: Gesundheitsminister Klaus Holetschek spricht als Nächstes. Auch er warnt vor der Corona-Mutation. Dieses sei „de facto“ ansteckender. Die jetzigen Regelungen müsse man durchziehen, sonst würde man das verspielen, was man gemeinsam erreicht habe.

351.000 Impfungen habe es bisher in Bayern gegeben. Auch Holetschek ärgert sich über die Verzögerungen bei Impfstoff-Lieferungen. „Wir verspielen hier Vertrauen“, warnt er. Man tue in Bayern alles dafür, dass schnell und viel geimpft wird, sei jedoch auch von anderen abhängig.

Söder-Pressekonferenz zu Corona in Bayern: Die Pk im Re-Live

Corona in Bayern: Trautner verkündet Erleichterungen für Eltern von Kita-Kindern

13.14 Uhr: Sozialministerin Karolina Trautner hat das Wort. „Eltern, die ihre Kinder derzeit nicht in die Notbetreuung geben, die werden in den Monaten Januar und Februar von den Beiträgen entlastet.“ Dies gilt für Eltern, die die Betreuung nicht mehr als fünf Tage im Monat in Anspruch nehmen. Man hoffe damit zu erreichen, dass nur die Tage in Anspruch genommen werden, die auch wirklich gebraucht werden.

13.13 Uhr: Morgen gibt es eine Regierungserklärung, die Gesundheitsminister Klaus Holetschek halten wird. Nächste Woche werde es einen großen runden Tisch mit Experten, Juristen und weiteren Vertretern geben, kündigt Söder an. „Wir sind auf einem guten Weg, aber nicht verstolpern“, bittet Söder. Man müsse die nächsten Wochen weiter konzentriert arbeiten. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen“, macht Söder abschließend klar.

Corona in Bayern - Söder: „Das Impfen entwickelt sich zunehmend zum Problem“

13.10 Uhr: „Das Impfen entwickelt sich zunehmend zum Problem“, so Söder. Es fehle an Impfstoff, das Impfen gehe deutlich langsamer als möglich. Er appelliert daran, für Verlässlichkeit zu sorgen. „Wir brauchen diesen Impfstoff“, macht Söder deutlich. Er fordert außerdem eine „Roadmap“ zu Corona-Medikamenten, die Deutschland bestellt hat.

Corona in Bayern: Eltern von Kita-Kindern werden entlastet

13.08 Uhr: Gute Nachrichten hat Söder für Eltern von Kita-Kindern. „Keiner muss Gebühren zahlen, wenn das Kind nicht in die Kita geht“. Der Freistaat übernimmt 70 Prozent, die Kommunen 30 Prozent.

13.03 Uhr: Jeder hätte gerne Normalität, aber an erster Stelle stehe die Verantwortung. „Wir setzen das Konzept jetzt auf jeden Fall bis Mitte Februar fort. Es ist nicht die Zeit für Lockerungen“, so Söder. Die Sorge vor der Mutation sei da, auch bei den Experten wie Professor Clemens Wendtner, berichtet der CSU-Chef. Fakt sei: „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu hoher Sorgfalt.“ Der beste Schutz vor einer explosionsartigen Entwicklung der Mutation seien niedrige Zahlen, berichtet er mit Berufung auf die Experten. „Toxisch wäre: Mutation plus Lockerungen“, so Söder.

Wenn die Zahlen weiter sinken und die Mutationen sich nicht verbreiten, könnten im Februar Erleichterungen möglich sein. Aber Corona halte sich an keinen Zeitplan, warnt Söder. Schulen und Kitas hätten im Falle von Erleichterungen dann Priorität.

Corona in Bayern: Söder verkündet positive Tendenz - CSU-Chef warnt vor zu schnellen Lockerungen

13 Uhr: Markus Söder hat das Wort. Man könne eine positive Tendenz verzeichnen, was die Corona-Infektionen in Bayern betrifft. „Die Zahlen gehen Stück für Stück zurück.“ Die Inzidenz sei ebenfalls deutlich gesunken. „Die Strategie ist komplett richtig“, findet der CSU-Chef. „Allerdings gibt es keinen Anlass zur Entwarnung“, so Söder. Man sei noch zu weit von der 50er-Inzidenz entfernt. Durch zu schnelle Lockerungen könne ein „Jojo-Effekt“ entstehen. Man brauche eine klare Linie. „Das bisherige Verfahren hat sich bewährt“, so Söder weiter.

Update vom 26. Januar, 12.43 Uhr: Um 13 Uhr beginnt eine Pressekonferenz mit Markus Söder. Zuvor beriet sich das bayerische Kabinett zur Corona-Krise. Die Pressekonferenz können Sie hier im Live-Stream und -Ticker verfolgen.

Corona in Bayern: Kabinett berät sich - große Erleichterung für Eltern möglich

Update vom 26. Januar, 10.27 Uhr: Das bayerische Kabinett berät am Dienstag erneut über die Corona-Krise - wie üblich per Video. Diesmal sollen auch mehrere Experten zugeschaltet werden, beispielsweise der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner. Im Zentrum steht derzeit unter anderem die Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Mutation des Coronavirus, die inzwischen als deutlich ansteckender gilt.

Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Sozialministerin Carolina Trautner (alle CSU) informieren um 13 Uhr bei einer Presskonferenz über die Ergebnisse der Sitzung. Möglicherweise könnte dabei auch die Erstattung von Kita-Gebühren thematisiert werden, wenn Eltern ihre Kinder wegen des Corona-Lockdowns nicht betreuen lassen. Die Pressekonferenz können Sie hier im Live-Stream und -Ticker verfolgen.

Bayern: Kreisstadt verteilt kostenlose FFP2-Masken an Haushalte - Söder-Überraschung vor nächster Corona-Erklärung

Update vom 25. Januar, 19.51 Uhr: Die unterfränkische Kreisstadt Bad Kissingen hat an alle 14.000 Haushalte kostenlose FFP2-Masken verteilen lassen. Bereits am vergangenen Wochenende seien bei jeder Wohnung zwei Masken eingeworfen worden, berichtet die dpa in Bezugnahme auf die Kommune. Der Stadtrat hatte das Geld für die 28.000 Masken zur Verfügung gestellt.

Corona in Bayern: FFP2-Pflicht nun streng kontrolliert - Bad Kissingen hilft allen Haushalten aus

„Wenn man flächendeckend das Tragen beim Einkaufen anordnet, muss man aus meiner Sicht auch flächendeckend zum Start Hilfe anbieten, damit jeder die Chance hat, die Vorgabe einzuhalten“, sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD). Zwar seien zwei Masken pro Haushalt keine dauerhafte Versorgung, aber die Erfüllung der Auflagen werde den Bürgern so einfacher gemacht.

Seit 18. Januar müssen in Bayern in Geschäften und im Nahverkehr FFP2-Masken getragen werden, eine einfache Mund-Nase-Bedeckung reicht nicht mehr aus. Bürger ab 60 Jahren erhalten bundesweit die Spezialmasken gegen eine geringe Zuzahlung in Apotheken. Die Krankenkassen verschicken derzeit an die Betroffenen entsprechende Gutscheine des Bundes.

Update vom 25. Januar, 17.59 Uhr: Wie jede Woche berät das bayerische Kabinett auch am kommenden Dienstag (26. Januar) über die Corona-Krise. Diesmal sollen zu der Video-Konferenz auch mehrere Experten zugeschaltet werden. So gilt die Teilnahme des Münchner Infektiologen Clemens Wendtner bereits als bestätigt. Im Zentrum der Diskussion wird wohl vor allem die Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Mutation des Coronavirus stehen, die inzwischen als deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante gilt und auch bei einigen Covid19-Fällen in Bayern bereits nachgewiesen wurde.

Über die Ergebnisse der Beratungen informieren im Anschluss Ministerpräsident Markus Söder, der neuernannte Gesundheitsminister Klaus Holetschek, der vor Kurzem seine Vorgängerin Melanie Huml in diesem Amt abgelöst hatte, sowie Sozialministerin Carolina Trautner (alle CSU). Möglicherweise könnte auch die Erstattung von Kita-Gebühren thematisiert werden, wenn Eltern ihre Kinder wegen des Corona-Lockdowns nicht betreuen lassen.

Update vom 25. Januar, 16.17 Uhr: Laut Mitteilung der München Klinik vom Montag, bleiben Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen im Schnitt mehr als zwei Wochen auf der Intensivstation. Die Verweildauer betrage dabei durchschnittlich 15,5 Tage. Zum Vergleich. Bei anderen Intensivpatienten betrage die Liegedauer nur vier Tage. Dadurch könne man sehen, wie aufwendig die intensivmedizinische Versorgung von Covid-19-Patienten im Vergleich zu anderen Krankheitsbildern sei. Seit dem ersten Ausbruch vor knapp einem Jahr, wurden an der München Klinik rund 2000 Covid-19-Patienten versorgt, davon rund 450 auf der Intensivstation. Schwerste Fälle blieben bis zu 60 Tage oder länger in der Klinik.

Derweil warnt die bayerische Polizei vor Impf-Betrügern. Wie der BR berichtet, nehmen die Betrugsversuche mit angeblichen Impf-Dosen zu. Die klare Botschaft der Behörden lautet daher: „Egal ob an der Haustür, am Telefon oder im Internet, kaufen Sie keinen Impfstoff.“ Vorerst werden Impfstoffdosen nur an Impfzentren, mobile Impfteams und Krankenhäuser ausgegeben. Erst im Laufe des Jahres sollen dann auch Hausärzte die Spritze gegen Corona verabreichen dürfen. Deshalb sei es auch unmöglich, dass Vakzine über das Internet oder Telefon verkauft werden. Die Polizei bittet deshalb darum, solche Verkaufsangebote zu melden.

Corona: Debüt im bayerischen Landtag - Gesundheitsminister Holetschek hält Regierungserklärung

Update vom 25. Januar, 14.49 Uhr: Kaum drei Wochen im Amt schon wird dem neuen bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) eine ganz besondere Ehre zuteil. Denn der CSU-Politiker wird am Mittwoch die Rolle seines Landes- und Partei-Chefs Markus Söder* (CSU) übernehmen. Denn an diesem Tag steht im Bayerischen Landtag eine Regierungserklärung zum Stand der Corona-Pandemie im Freistaat auf der Tagesordnung. Bisher war das Söders Aufgabe, diesmal wird Holetschek ans Rednerpult treten.

Bei den bisherigen Regierungserklärungen hatte der Ministerpräsident das Parlament über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie im Freistaat aufgeklärt. Dabei gab es immer wieder massive Kritik von der Opposition. Denn im Anschluss an die Erklärung dürfen die Fraktionschefs der anderen Parteien darauf reagieren. Worauf der Gesundheitsminister bei seiner Rede seinen Fokus legen wird, ist noch nicht klar. Wahrscheinlich wird er sich aber den Unmut über den schleppenden Impffortschritt in Bayern anhören dürfen.

Coronavirus in Bayern: Landkreis Miesbach öffnet seine Grenzen wieder für Ausflügler

Update vom 25. Januar, 11.55 Uhr: Ab Dienstag sind touristische Reisen in den Landkreis Miesbach wieder erlaubt. Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Zuvor wurde durch eine Allgemeinverfügung Ausflüge in die Region* rund um den Tegernsee und den Schliersee verboten. Diese Maßnahme trat in Kraft, weil der Inzidenzwert die 200 überstieg.

Jetzt liegt der Wert laut Robert-Koch-Institut* bei 70. Bereits am Samstag fiel die 15-Kilometer-Regel für die Bewohner des Landkreises. Grund für den hohen Wert in der Region waren zwei Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen. 20 Prozent aller gemeldeten Corona-Infektionen konnten darauf zurückgeführt werden. In den beiden Heimen hatten sich 51 Bewohner und 33 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Andere Landkreise in Bayern wie das Berchtesgadener Land* hatten ebenfalls eine Einreisesperre verhängt.

Corona: Gewalt gegen Polizisten in Bayern nimmt zu

(Erstmeldung) München - Die Stimmung in Bayern ist aufgeheizt. Nach rund einem Monat hartem Lockdown und bald drei Monaten generellem Corona-Lockdown haben wohl viele Bürger genug vom Eingesperrtsein und den anderen Regeln*. Das zeigte sich an diesem Wochenende wieder deutlich. Neben zahlreichen Corona-Demos in ganz Bayern gab es vor allem mehrere Polizeieinsätze wegen Maskenverweigerern und illegalen Partys. Dabei schlug den Beamten immer mehr Gewalt entgegen.

Corona in München: Gericht stellt Versammlungsrecht über Infektionsschutz

Obwohl sich die Corona*-Zahlen immer noch auf einem zu hohen Niveau bewegen und der Lockdown erst kürzlich auf der Ministerpräsidentenkonferenz auf den 14. Februar verlängert wurde, fanden bayernweit wieder zahlreiche Corona-Demos statt. Unter anderem in Nürnberg*, Erlangen, Herzogenaurach und München. In der Landeshauptstadt wurde sogar bis weit nach der Ausgangssperre demonstriert. Das Verwaltungsgericht stimmte dem Zeitrahmen von 20 bis 22.15 Uhr zu und gab als Begründung an, das in diesem Fall Versammlungsrecht über Infektionsschutz gestellt werde. Es bestätigte aber die vom Kreisverwaltungsreferat bestimmte maximale Teilnehmerzahl von 200 Personen, schreibt die Polizei München in einer Pressemitteilung. Ursprünglich wurden 1000 Menschen angemeldet.

Am Ende kamen dann doch rund 300 Personen, die vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht in München gegen die Corona-Bestimmungen wie das Tragen von FFP2-Masken* im ÖPNV und im Einzelhandel protestierten. Ihnen gegenüber standen rund 500 Polizisten sowie eine Gruppe von etwa 35 Gegendemonstranten. Generell verlief die Demonstration* friedlich, schreibt die Polizei. An Abstand und Maskenpflicht wurde sich größtenteils gehalten. Eine Person wurde jedoch wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angezeigt.

Corona in Bayern: Demonstrant greift Polizisten an

Nicht ganz so friedlich verlief eine Demo in Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land). Dort wurden drei Polizisten von einem Teilnehmer angegriffen, nachdem sie eine Frau ohne Maske kontrolliert hatten. Sie sollte ihnen ihre Mund-Nasen-Schutz-Befreiung durch ein Attest bestätigen. Die Frau soll sich wohl unkooperativ verhalten haben und auch das gezeigte Attest erschien den Beamten dubios. „Während der anschließenden Kontrolle solidarisierten sich etwa 20 vor Ort verbliebene Versammlungsteilnehmer mit der 52-jährigen Frau“, teilte die Polizei mit. Ein 39-Jähriger ging dann auf die Einsatzkräfte los. Er verletzte drei Polizisten* - einer musste im Krankenhaus versorgt werden - und wurde anschließend in Handschellen abgeführt. Die Polizei stellte zahlreiche Anzeigen aus.

In München kam es laut Polizei in der U-Bahn zwischen einer 22-Jährigen und einem 28-Jährigen zu einer Auseinandersetzung. Der Mann hatte die Frau gebeten eine Maske zu tragen. Daraufhin beleidigte sie ihn und trat ihm in den Bauch. Als DB-Sicherheitsmitarbeiter einschritten, wurden auch sie attackiert. Eine Mitarbeiterin wurde dabei am Oberschenkel und am Knöchel verletzt. Anschließend stellte sich heraus, dass die Frau 2,66 Promille Alkohol im Blut hatte.

Coronavirus in Bayern: Party-Gäste springen aus dem Fenster und verletzten sich dabei

Nicht nur demonstriert wurde am Wochenende vielerorts, auch gefeiert trotzt Corona-Beschränkungen wurde fleißig. Unter anderem musste die Polizei im unterfränkischen Aidhausen, in Bamberg und im oberfränkischen Forchheim ran. Hier feierte eine 28-Jährige ihren Geburtstag mit acht weiteren Gästen. Dumm nur, dass sie gegenüber einer Polizeistation wohnt. Die Beamten hatten also nicht weit, um die Party aufzulösen und mehrere Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz zu verhängen.

Bei einer Feier im schwäbischen Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) eskalierte die Lage und zwei Menschen verletzten sich. Die Polizei wurde in der Nacht auf Sonntag zu einer Feier gerufen und schon vor dem Haus konnten sie im zweiten Stock Disko-Beleuchtung und laute Musik feststellen. In der Wohnung befanden sich 13 Personen - sichtlich alkoholisiert. Bei der anschließenden Kontrolle verhielten sich die Gäste zunehmend aggressiv, sodass Verstärkung angefordert werden musste, schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Während der Kontrolle versuchten dann zwei Männer auszubüxen. Sie sprangen deshalb aus dem Fenster im zweiten Stock. Dabei zogen sie sich jedoch offene Brüche an den Beinen zu. Sie wurden daraufhin ins Krankenhaus gebracht. (tel) *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa

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