Beweismittel im Fall Barschel verschwunden

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Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Uwe Barschel (CDU) weist bei einer Pressekonferenz in Kiel am 18.09.1987 mit einem "Ehrenwort" alle Beschuldigungen in Zusammenhang mit der Bespitzelung des ehemaligen Oppositionsführers Engholm zurück.

Berlin - Der Lübecker Staatsanwaltschaft ist ein Beweismittel im Fall Uwe Barschel abhandengekommen. Dabei geht es um ein Haar, das 1987 nach dem mysteriösen Tod von Ex-Ministerpräsident Barschel in Genf in dessen Hotelzimmer sichergestellt wurde.

Das Haar sollte im Landeskriminalamt in Kiel einer DNA-Analyse unterzogen werden.

“Das Verschwinden ist sehr unangenehm und wir haben interne Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, wann und wo das Asservat abhandengekommen ist“, sagte der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Günter Möller, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die Tageszeitung “Die Welt“ (Mittwoch) über den Verlust berichtet.

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Nach Angaben von Möller ist die Tüte mit dem einzelnen schwarzen Haar 1997 in Lübeck auf einer Asservatenliste erfasst und zusammen mit anderen Beweismitteln zum Fall Barschel in einem verschlossenen Raum verwahrt worden. Als sie im Sommer dieses Jahres zur Untersuchung nach Kiel geschickt wurde, war die Tüte leer.

Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein war nach einem politischen Skandal und seinem Rücktritt am 11. Oktober 1987 tot in seinem Zimmer im Genfer Hotel “Beau Rivage“ gefunden worden. Ob es Mord oder Selbstmord war, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden.

dpa

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