Bahn-Ticket-Kauf soll einfacher werden

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Die Fahrkartenautomaten werden derzeit umgestellt

Berlin - Der Fahrkartenkauf am Bahnautomaten ist oft nervig und zeitraubend. Wissenschaftler haben sich der Sache angenommen. Nun wird ein neues Bedienermenü eingeführt.

An den Automaten der Deutschen Bahn soll vieles einfacher werden. Der Verkehrskonzern stellt derzeit die Geräte mit Berührungsbildschirm auf eine neue Benutzerführung um. Es sind nun weniger Schritte für den Kauf eines Tickets erforderlich, verspricht die Bahn. Sinnvolle Voreinstellungen und eine klarere Sprache sollen den Vorgang beschleunigen. Neu sind auch Suchfunktionen mit Stichwörtern nach bestimmten Angeboten, ähnlich wie im Internet, so die Bahn am Donnerstag bei der Vorstellung der Neuerungen. Wer etwa “Wochenende“ eingibt, gelangt sofort zum Schönes-Wochenende-Ticket.

An der Entwicklung des neuen Menüs beteiligten sich Experten des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Dabei wurden die einzelnen Abläufe von Fahrgästen getestet, um herauszufinden, was wirklich Vorteile bringt und was nicht. Deshalb ist sich die Bahn ziemlich sicher, dass ihre Millionen Kunden mit der Umstellung zufrieden sein werden.

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn rechnet mit einer einfacheren Bedienung. “Für manchen bleiben Automaten aber immer ein Buch mit sieben Siegeln“, sagt der Pro-Bahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann. Die Ansprüche der Menschen seien eben unterschiedlich. Und deshalb müsse die Bahn alle Vertriebswege offenhalten, auch den Schalterverkauf.

Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich im Juli scharfe Kritik eingefangen, weil er langfristig den Abschied vom Fahrkartenschalter angekündigt hatte. Derzeit macht die Bahn jeweils gut ein Viertel des Ticketumsatzes am Automaten und in den Reisezentren. 17 Prozent kommen über den Internet-Verkauf herein, 16 Prozent über Reisebüros.

Mit dem neuen Bedienermenü am Automaten können im Vergleich zum bisherigen Programm bis zu zehn Eingabeschritte eingespart werden, so die Erfahrung des Fraunhofer-Instituts. Die Auswahlfelder und Schriften sind größer als bisher. Die am häufigsten gewählten Angaben, etwa 2. Klasse oder der Abfahrtsbahnhof, sind voreingestellt, können aber geändert werden.

Die neue Navigation geht von zwei Annahmen aus: “Der Kunde will von A nach B“ oder “Der Kunde will mit einem bestimmten Ticket fahren“. Den Fahrgast muss nicht mehr interessieren, ob er sich im Fern- oder Regionalverkehr oder einem Verkehrsverbund mit eigenem Tarifmodell bewegt.

Bundesweit werden alle fast 8000 Automaten auf das neue System umgestellt. Seit einigen Tagen ist die Bahn dabei, die ersten 1000 Geräte an 50 Bahnhöfen mit der neuen Software auszurüsten. In den nächsten Wochen folgen 4700 weitere Automaten, die schon jetzt einen berührungsempfindlichen Bildschirm haben. Bis Ende 2011 werden schließlich die etwa 2000 Automaten mit Tastatur durch solche mit Sensorbildschirm ersetzt.

dpa

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