Interview mit DLRG: Rettungsschein für viele Berufe Pflicht

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Christoph Gust von der DLRG-Ortsgruppe Heessen.

HAMM - Im Sommer ist sie an der Ost- und Nordsee immer präsent und hat ein Auge auf die Strandbesucher und Wasserratten: die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Doch bis man erst mal Wachdienst leisten kann, ist es ein langer Weg. Denn ohne Rettungsschein geht nichts.

Christoph Gust aus Hamm ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit der DLRG Ortsgruppe Heessen und seit 2002 Mitglied. Im Gespräch mit yourzz-Reporterin Carolin Drees erzählt der 23-jährige, für wen der Rettungsschein noch sinnvoll ist und was die DLRG neben Schwimmkursen außerdem zu bieten hat.

Was hat dich zur DLRG gebracht? Was ist die Aufgabe der DLRG?

Christoph: Meine Mutter hat mich zur DLRG nach Heessen gebracht! Ich bin schon immer eine Wasserratte gewesen und habe alle Schwimmabzeichen bei der DLRG gemacht. Nach einiger Zeit wurde ich von einem Trainer gefragt, ob ich nicht Lust hätte mit auszubilden, so kam ich zum Trainerschein. In der DLRG Ortsgruppe Heessen sehen wir unsere Hauptaufgabe in der Prävention, der Ausbildung und dem Rettungswachdienst. Die DLRG als Dachorganisation deckt aber noch den Sanitätsdienst, den Katastrophenschutz und viele weitere Rettungsgebiete ab. Wir haben mittlerweile viele Sanitäter A, also Sanitätshelfer, und B, die Sanitäter. All das ist ehrenamtlich.

Welche Schwimmabzeichen kann man bei der DLRG machen?

Christoph: Bei uns kann man so ziemlich alle Schwimmscheine machen. Es fängt bei den Kleinen mit dem Seepferdchen an, geht über die Jugendschwimmscheine Bronze, Silber und Gold und endet bei den Rettungsscheinen Juniorretter und Rettungsschwimmscheinen Bronze, Silber und Gold. Selbst den Deutschen Schnorcheltauchschein bieten wir an. Jeder Kursus kostet in Heessen 25 Euro.

Für einige Berufe und Tätigkeiten sind bestimmte Schwimmabzeichen Pflicht. Welche Berufe sind dies und welche Abzeichen müssen vorhanden sein?

Christoph: Es ist beispielsweise ein Rettungsschein Silber nötig, wenn man sich bei der Polizei bewirbt oder ein Sportstudium beginnen möchte. Auch für Berufe wie die des Lehrers oder Physiotherapeuten ist ein Rettungsschein erforderlich. Besonders wichtig ist der Rettungsschein für Personen, die in der Jugendbetreuung mit Wasserkontakt tätig sind.

Warum sind die Abzeichen gerade für Polizisten oder Menschen, die in einer Trainertätigkeit beschäftigt sind, wichtig?

Christoph: Diese Personen haben eine Garantenstellung und müssen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Hilfe leisten können. Um dies sicherzustellen, fordert der Gesetzgeber inzwischen den Besitz dieser Abzeichen.

Wann werden Kurse angeboten und wie sehen Inhalt und Ablauf dieser aus?

Christoph: In der Ortsgruppe Heessen bieten wir drei Kurse im Jahr an. Der nächste Kurs für Rettungsschwimmer startet Ende April. Die Termine stehen auch auf unsere Homepage www.heessen.dlrg.de. Jeder Kursus beginnt mit einer ausführlichen Schulung der Schwimmstile, danach macht man mit den rettungstechnischen Inhalten weiter. Hier werden alle Rettungsmittel und Möglichkeiten vorgestellt und geübt. Auch die Reanimation gehört zur Ausbildung. Ein Erste-Hilfe-Schein muss mitgebracht werden. Ist dieser nicht vorhanden, kann er gegebenenfalls von uns vermittelt werden. Unser Kursus beinhaltet 15 Unterrichtseinheiten mit viel Spaß, aber auch einer Menge Schweiß.

Welche Voraussetzung sollte man mitbringen?

Christoph: Die wichtigste Voraussetzung ist, dass man schwimmen kann. Aber selbst wenn nicht, stellt das kein Problem dar. Wir bieten Nichtschwimmer-Kurse an und bleiben unserem Motto „vom Nichtschwimmer zum Schwimmer, vom Schwimmer zum Rettungsschwimmer“ daher treu.

Sollte jeder gewisse Schwimmabzeichen machen, selbst wenn man diese für den Beruf nicht braucht?

Christoph: Auf jeden Fall! Jeder Kursus, egal für welchen Schein, macht Spaß und garantiert eine gewisse körperliche Fitness. Außerdem ist es eine Herausforderung und wenn man diese gemeistert hat, kann man stolz auf sich sein. Das beste Gefühl ist aber der Gedanke, dass man in der Lage ist, mit dem erworbenen Wissen und den Fähigkeiten Leben zu retten.

Was bietet die DLRG neben Schwimmkursen noch an?

Christoph: Die DLRG bietet einem viele gemeinschaftliche Aktivitäten und das über Generationen hinweg. Die Palette reicht von Radtouren über Waldbühnenbesuche bis zu unserem alljährlichen Sommerfest und vielen Jugendangeboten. Vor allem der Wachdienst an der Nord- und Ostsee ist immer wieder ein Highlight. Auch in diesem Jahr schickt unsere Ortsgruppe wieder 20 Leute an die Küste.

Quelle: wa.de

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