Jugendschutz prüft Indizierung

Wird Bushido-Lied verboten?

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Bushido ist zu weit gegangen.

Berlin - Mit hasserfüllten Gewaltfantasien greift Rapper Bushido Politiker und Prominente an. Jetzt muss er damit rechnen, dass sein Song verboten wird - es wäre nicht das erste Mal.

Bushidos neues Lied „Stress ohne Grund“ könnte auf dem Index landen. Am Montag seien entsprechende Anträge gegen die CD und gegen das im Internet noch einsehbare Video eingegangen, sagte die Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Elke Monssen-Engberding.

Gesperrt werden beispielsweise Lieder, die zu Gewaltverbrechen aufrufen oder Menschen wegen ihres Geschlechts oder der sexuellen Neigung diskriminieren. Indizierte Titel dürfen nur an Über-18-Jährige verkauft werden. An für Kindern und Jugendlichen zugänglichen Orten dürfen sie nicht ausgestellt werden.

Drei Alben von Bushido stehen bereits auf dem Index. Über die Indizierung des neuen Songs entscheidet nun ein ehrenamtliches Gremium. Zuvor hat die Plattenfirma eine mehrtägige Frist zur Stellungnahme. Es könne daher rund eine Woche dauern, bis das Lied auf dem Index stehe, sagte Monssen-Engberding.

Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft das Lied bereits seit dem Wochenende. Der Song gehöre „schnellstens auf den Index“ äußerte sich Innensenator Frank Henkel (CDU). Bushido bettele mit seinem „menschenverachtenden Machwerk“ um Aufmerksamkeit. „Diese verbale Gewaltorgie muss sich niemand bieten lassen“, erklärte Henkel. Auch Schlagersänger Heino hatte für den Rapper wahlweise die Einweisung in eine geschlossene Anstalt oder eine Gefängnisstrafe gefordert.

Das Lied des 34 Jahre alten Berliner Rappers enthält Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Parolen - namentlich gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), den FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören, Comedian Oliver Pocher und Grünen-Chefin Claudia Roth. Auf einigen Internetseiten ist das Video zu dem gemeinsam mit Rapper Shindy aufgenommenen Song bereits gesperrt.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, betonte im NDR, Bushido handele aus „purer Lust an der Provokation“. „Weil er musikalisch und künstlerisch nicht viel drauf hat, ist er immer darauf angewiesen, sich durch Aufmerksamkeitserzeugung ins Gespräch zu bringen“, sagte Beck, der bereits die Verleihung des "Bambi für Integration" an den Rapper im Jahr 2011 scharf kritisiert hatte.

Wowereit wollte am Montag Strafanzeige erstatten. Der Inhalt war noch unklar. Auch der Rapper selbst will seine Anwältin einschalten. Auf Twitter kündigte er an, Abmahnungen an eine Zeitung verschicken zu wollen. Gründe nannte er nicht.

dpa

Quelle: wa.de

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