Nur zwölf Schüler volljährig

Viele Probleme vor Vofi-Party des Beisenkamp

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HAMM - Rund 600 Jugendliche feierten vor einer Woche in der Von-Thünen-Halle die Vofifete des Beisenkamp-Gymnasiums. Veranstalterin Charlotta Siefert (18) und ihre Stufe sind mit der Party absolut zufrieden. Trotzdem galt es im Vorfeld viele Hindernisse zu überwinden, nicht zuletzt weil erst zwölf der 108 Stufenmitglieder volljährig waren.

Mit welchen Problemen die Verantwortlichen zu kämpfen hatten, erklärt Charlotta im Interview mit Marc Borgmann.

96 Schüler deiner Stufe waren zum Zeitpunkt der Party nicht volljährig. Welche Probleme gab es deshalb?

Charlotta Siefert: Das größte Problem war, dass ich die komplette Verantwortung übernehmen musste, da wir mit der geringen Anzahl von 18-Jährigen keinen Verein bilden konnten. Auch stand uns das Jugendschutzgesetz im Weg. Um Mitternacht hätten alle 16- und 17-jährigen Stufenmitglieder ihre eigene Party eigentlich verlassen müssen. Mit Hilfe des Ordnungs- und Jugendamtes ist es uns gelungen, den vom Jugendamt liebevoll genannten Mamazettel durchzusetzen.

Bilder von der Vofi-Fete

Vofi Beisenkamp - Teil 1

Vofi Beisenkamp - Teil 2

Vofi Beisenkamp - Teil 3

Was hat es mit diesem Mamazettel genau auf sich?

Charlotta: Der Zettel wurde speziell für Hamm neu entworfen, da es ihn in ähnlicher Form schon seit längerer Zeit gibt. Bei diesem Mamazettel beauftragen die Eltern der jüngeren Schüler eine volljährige Person damit, die Verantwortung und Beaufsichtigung ab Mitternacht für ihr Kind zu übernehmen. Jedoch kann jede volljährige Person nur eine minderjährige Person beaufsichtigen. In unserem Fall waren das meistens ältere Freunde oder Geschwister. Von unserer Stufe haben zirka drei Viertel diese Option gewählt.

Du hast die gesamte Verantwortung übernommen. Was wäre passiert, wenn ein größerer Schaden an der Halle entstanden wäre?

Charlotta Siefert.

Charlotta: Das war ehrlich gesagt auch meine größte Sorge, da ich für einen Personen- oder Sachschaden alleine hätte haften müssen. Um mein Risiko ein wenig zu senken, habe ich eine Versicherung für diesen Abend abgeschlossen. Diese hätte es mir für eine einmalige Zahlung von 150 Euro ermöglicht, einen Schaden von bis zu sechs Millionen Euro abzusichern.

Wie liefen die Planungen für eure Fete ab? Was darf man auf keinen Fall vergessen?

Charlotta: Das Wichtigste ist, sich von Anfang an einen Überblick über die wichtigsten Sachen zu verschaffen, wie die Genehmigung der Stadt, die Buchung der Halle oder die Musik und Technik. Wir haben uns professionelle Hilfe in Form eines Eventplaners dazu geholt. Der konnte uns genau sagen, worauf wir achten müssen und hat mir viele Kontakte weitergegeben und auch den Kontakt zum Jugendamt hergestellt. Ich glaube, keinem Jugendlichen in unserem Alter ist der Umfang einer solchen Party bewusst.

Wie lief die Kommunikation zwischen Jugendamt und Ordnungsdienst ab? Welche Bedingungen wurden euch auferlegt?

Charlotta: Nachdem das Jugend- und Ordnungsamt von der geringen Zahl von Volljährigen der Stufe gehört hatte, baten diese mich zu einem persönlichen Gespräch. Die Auflagen bezogen sich größtenteils auf den Ausschank von Alkohol und auf die so genannten Mamazettel. So durften wir keinen „harten“ Alkohol ausschenken, also nur Bier, Wein, Sekt und daraus entstehende Mischgetränke. Das hat das Ordnungsamt auch am Abend der Party kontrolliert.

Wie sieht deine persönliche Bilanz zur Party aus?

Charlotta: Bei unserer Abifete werde ich mich komplett raushalten. Die Erfahrungen, die man macht, sind zwar hilfreich, aber ich glaube, jeder kann gut auf so einen Stress vor, aber auch am Abend der Party verzichten. Ich freue mich auf die nächste Party ohne schlaflose Nächte.

Quelle: wa.de

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