Tippen Tötet: Verkehrsunfälle wegen Handynutzung

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HAMM - Im Straßenverkehr lauern überall Gefahren. Da das Kind, das einfach über die Straße rennt und dort die Autotür, die einfach aufgemacht wird. Wenn man in dem Moment abgelenkt ist, kann dies schwere Folgen haben. Deshalb gibt es die Kampagne „Tippen Tötet“ in Niedersachsen, die auf die Gefahren vor der Benutzung des Handys hinterm Steuer aufmerksam macht.

Burkhard Nipper (59) ist geschäftsführender Direktor der Landesverkehrswacht NRW. Im Interview mit yourzz-Reporterin Carolin Drees erzählt er, welche Gefahren es außerdem noch gibt und wie wichtig Prävention ist.

Wie häufig sind Verkehrsunfälle bedingt durch Ablenkung, vor allem bei Jugendlichen?

Nipper: Ablenkung ist eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr, die alle Verkehrsteilnehmer als Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger und damit auch Jugendliche betrifft. Ablenkung nimmt einen wachsenden Anteil an der Entstehung gefährlicher Verkehrssituationen und einem Zustandekommen von Unfällen ein.

Was sind die häufigsten Ablehnungsgründe? Unterschätzen vor allem Jugendliche die Gefahr?

Nipper: Aus einer Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) mit 600 Befragten ergibt sich, dass die häufigsten Ablenkungsgründe das Annehmen eines Telefonats trotz Freisprechanlage, das Ablesen vom Navigationsbildschirm, sowie das Hören von anregender Musik sind. Aber auch das Lesen oder Erstellen von Textnachrichten darf man nicht unterschätzen. Diese Gründe werden in ihrer Gefährlichkeit vor allem von Jugendlichen aufgrund ihrer noch nicht so großen Fahrerfahrung unterschätzt.

Wieso sollte man auch während des Fahrradfahrens ausschließlich auf den Verkehr achten und sich nicht durch das Telefon oder Musik ablenken lassen? Ist die Gefahr genauso präsent, wie während des Autofahrens?

Burkhard Nipper.

Nipper: Jeder Verkehrsteilnehmer trägt Verantwortung – für die eigene und die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Wer durch Kopfhörer oder durch Telefonieren keine akustischen Warnsignale wahrnimmt, bringt sich und auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Gleiches gilt für Radfahrer, die nur eine Hand am Lenker haben. Ihnen fehlt die Kontrolle, um auf ein plötzlich auftretendes Hindernis – die aufgerissene Autotür oder das Kind, das plötzlich auf die Straße läuft – zu reagieren.

Was könnte man Ihrer Meinung nach dagegen tun? Sind die Strafen zu gering?

Nipper: Als Maßnahmen dagegen hilft die Präventionsarbeit durch Informationen und Aufklärung, die die Verkehrswachten, die Polizei und die Lehrer in den Schulen sowie bei einer Vielzahl von öffentlichen Veranstaltungen vornehmen.

Ist es sinnvoll, bereits in der Schule Prävention zu betreiben und beispielsweise Veranstaltungen anzubieten, die auf die Gefahren beim Auto fahren hinweisen und diese auch eindrucksvoll darzustellen?

Nipper: Die NRW-Verkehrswachten sind bereits mit der „Aktion junge Fahrer“ an den Schulen und Berufskollegs aktiv. Dort wird beispielsweise gezeigt, wie wichtig der Sicherheitsgurt ist oder welche Folgen Alkohol und Drogen am Steuer haben können. Auch die Polizei in NRW zeigt beim „CrashKurs“ anhand realer Verkehrsunfälle mit jungen Leuten, welche gravierenden Folgen Fehlverhalten wie zu hohe Geschwindigkeit haben können.

In Niedersachsen gibt es die Kampagne „Tippen Tötet“. Welche Projekte gibt es in NRW, die auf die Gefahr der Ablenkung hinterm Steuer hinweisen?

Nipper: Da die meisten tödlichen Unfälle auf Landstraßen passieren, plakatieren die Verkehrswachten in Nordrhein-Westfalen 492 Plakatflächen an Landstraßen mit Motiven, die unter anderem vor der Handy-Nutzung am Steuer warnen. Die Motive stammen aus der „Runter vom Gas“-Kampagne des DVR.

Quelle: wa.de

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