Theres Kleinekemper ist als Austauschschülerin in den USA

Theres Kleinekemper aus Hamm ist als Austauschschülerin in den USA.

HAMM - „Ich hätte es mir nie erträumt, einmal am Computer sitzen zu dürfen, um Leute über mein Austauschjahr zu informieren“, schreibt Theres Kleinekemper in ihrem ersten Blogeintrag. Die 17-jährige Hammerin ist seit August als Austauschschülerin in den USA, weil sie schon immer wissen wollte, „was hinter all den Klischees über Amerika steckt“.

Mit ihrer Gastfamilie lebt sie zusammen in Connecticut und besucht die 11. Klasse der Lyman-Memorial-Highschool. Sechs Monate hat Theres noch vor sich, trotzdem hat sie bereits vieles erlebt. Im Interview mit Marc Borgmann räumt die Schülerin mit den typischen Klischees auf.

Große Autos, zu viel Fastfood: Was ist an diesen Vorurteilen wirklich dran?

Theres: Es treffen wirklich viele Vorurteile zu. Fastfood bekommt man hier an jeder Ecke und die Amerikaner nehmen dieses vielfältige Angebot auch gerne regelmäßig an. Für das erste Auto muss schon ein richtiger Brummer her. Das erste Auto meiner Freundin zum Beispiel war ein großer Jeep.

Was sagen die Amerikaner über uns Deutsche?

Theres: Die meisten Amerikaner sehen uns Deutsche in Lederhose, mit ‘nem Bier vor einer ordentlichen Portion Sauerkraut mit Bratwurst. Dieses Vorurteil hatte vor allem meine Gastfamilie. Aber natürlich wissen sie auch über unsere beneidenswerte Autobahn, den Techno in Deutschland und über die vielen Feste und Partys Bescheid. Schüler aus meiner Schule haben gefragt, ob es in Deutschland Autos gibt und ob ich weiß, was Pizza ist.

Was unterscheidet die Highschool in Amerika von der deutschen Schule?

Theres: Das komplette Schulsystem ist anders. Die Schüler können hier ihren Stundenplan von Anfang an selbst zusammenstellen. Es gibt nur wenige Fächer, die sie wählen müssen. Insgesamt hat man sieben Fächer, die man täglich belegt. Es war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, aber jetzt komme ich gut mit den ganzen Unterschieden klar.

Partys und Feste – wie feiern die Amerikaner?

Theres: Es gibt viele Unterschiede bei den Feiertagen und Festen. Zur Weihnachtszeit findet die Bescherung zum Beispiel am Morgen des 25. Dezembers statt. Zu Silvester ist es nicht erlaubt, um Mitternacht die Raketen knallen zu lassen. Die Leute feiern im gemütlichen Kreise zusammen und stoßen zu Neujahr an. Ich habe mein Silvester bei einer Freundin auf einer 80er-Jahre-Mottoparty verbracht – das habe ich genossen. Ganz besonders hat mir aber Thanksgiving gefallen! An diesem Tag kommt die ganze Familie zusammen, um miteinander Zeit zu verbringen, und es gibt sehr viel Essen.

Hast du bisher irgendetwas gegessen, was in Deutschland fehlt oder wovon man besser die Finger lassen sollte?

Theres: Ich glaube das Beste, was ich hier gegessen habe, waren die vielen Arten der Pies. Von Apple-Pie über Pumpkin-Pie bis Blueberry-Pie! Meine Gastmama ist wirklich sehr gut im Backen. Wovon ich aber wirklich die Finger lassen würde, sind frittierte Oreokekse, Butter oder Snickers. Ja, man kann hier wirklich frittierte Butter essen. Meine Freunde hier mussten mich zwingen, damit ich in einen frittierten Oreokeks reinbeiße! Ich konnte ihn nicht mal runterschlucken – so ekelig war das. Was ich aber total vermisse ist ein richtig schönes Bauernbrot vom Bäcker mit ‘ner richtigen Kruste. Natürlich haben die Amerikaner auch richtiges Brot, aber lange nicht so wie wir es kennen. Es ist meistens ein weiches Toastbrot, ohne Kruste und es schmeckt fast immer gleich.

Die meisten mit denen ich bisher über ihren Auslandsaufenthalt gesprochen habe haben kein Heimweh. Wie ist das bei dir?

Theres: Also bei mir ist es wirklich ein ständiges Auf und Ab. Ich bin nicht die Person, die Heimweh hat, aber ich vermisse meine Lieben zu Hause doch ganz schön – wenigstens ab und zu.

Würdest du anderen empfehlen auch ein Austauschjahr zu machen?

Theres: Auf jeden Fall! Es ist eine tolle Erfahrung und man lernt sich vielseitig weiter zu entwickeln. Ich habe mich vor über einem Jahr bei der Organisation ‘AIFS’ (American Institute for Foreign Study) schlau gemacht und mich nach Absprache mit meinen Eltern beworben. Es folgten viele weitere Schritte wie ein Interview, ein Vorbereitungstreffen oder das Beantragen des Visums, bis ich letztendlich wirklich im Flieger saß. Bei Fragen konnte ich mich jedoch immer bei der Organisation melden und es hat nie lange gedauert, bis ich meine Antworten hatte. Das hat mir meine Angst und Nervosität genommen.

Hier geht es zu Theres Blog

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare