Suchtprävention auf Graffitileinwänden

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SOEST - Wenn Sucht bunte Farben annimmt, dann ist man beim Treffpunkt Süd. Acht Jugendliche gestalteten im Rahmen des Suchtpräventionsprogramms coole Graffitibilder und erfuhren auf erlebnisreiche Art und Weise mehr über das Thema Sucht.

Wie ist es mit 0,8 Promille eine Dose Erdnüsse zu kaufen oder mit 1,8 Promille eine Pommes zu essen? Das probierten acht interessierte Jungs aus dem Treffpunkt Süd aus.

Unter der Leitung von Dirk Hoffmann, Lina Wohlmeier, beide Sozialpädagogen beim Treffpunkt Süd und mit Unterstützung von Christian Schüfer von Liberta, Selbsthilfegruppe für junge Suchtkranke, durften sie (natürlich nüchtern aber mit sogenannten Alkoholbrillen) im Aldi einkaufen und versuchen, sich beim Imbiss etwas zu bestellen. Durch die eigene Erfahrung sollen die Jungen im Alter von 12 bis 19 Jahren erleben, wie zum Beispiel eine Alkoholsucht das Leben einschränken und verändern kann.

Das Projekt startete dieses Jahr zum ersten Mal und hat guten Zulauf. Aufgrund der individuellen Betreuung war es nur möglich, acht Jugendliche aufzunehmen. Fast eine Woche lang wurde gelernt und gemalt, am Ende fand eine kleine Abschlussfeier statt.

Gestartet wurden die Tage mit jeweils einer Stunde Theorie über das Thema „Sucht“. Hier wurden Fragen geklärt wie: „Ab wann ist man süchtig?“ „Wie entsteht Sucht?“„Wie kann ich an mir selber präventiv arbeiten?“ und auch Fragen der Jugendlichen kamen nicht zu kurz.

„Der Redebedarf war sehr groß bei den Jungs“, sagte Hoffmann. Im Gespräch und mit Aktionen sollten sie für das Thema Sucht, vor allem Alkoholsucht, sensibilisiert werden. Die Gedanken und das Gerlente über das Thema durfte dann künstlerisch mit Spraydosen an Leinwänden verewigt werden, da waren die jungen Männer mit vollem Elan dabei. Es wurde gesprayt, mit bunten Acrylstiften kleine Details gesetzt und gemeinsam gelacht.

Den kunstpädagogischen Teil übernahm der Streetartist Matze Reisch, der auch schon mit einer Gruppe die Bande am Fußballfeld der Astrid-Lindgren-Schule im Streetartstil gestaltete.

Gefühle auf Leinwand umsetzen

Ihm geht es darum, Impulse aus dem Thema auf die Leinwand zu übertragen und die Gefühle, die bei den Jugendlichen entstanden sind, in einem kurzen Zeitrahmen bestmöglich umzusetzen.

Zuerst sollte jeder für sich ein Motiv mit Anknüpfungspunkten zum Thema Sucht überlegen und was Sucht erzeugen kann. Diese wurden dann zusammengetragen und jeweils zwei ähnliche Motive auf eine Leinwand gebracht, sodass am Ende vier individuelle Grafitti-Leinwände entstanden.

Das das Projekt gut ist, bestätigt auch der 19-jährige Daniel. Er malt auch gerne hobbymäßig Grafittis. Das Thema Sucht in Kombination mit der künstlerischen umsetzung hat ihm bestens gefallen. Gerne möchten er und viele andere Jugendliche ihre kreative Ader weiterhin ausleben, deswegen wünscht er sich eine Wand, wo sie legal sprühen dürfen.

Auch Hoffmann und alle Beteiligten freuen sich, dass das Projekt gelungen ist. „Es wäre wünschenswert, das Ganze zu wiederholen, die Resonanz war sehr gut“, sagt er. Auf Wunsch der Jugendlichen bleibt die Gruppe für alle Interessierten bestehen. Am 18 März ab 17 Uhr werden dann Suchtthemen allgemein sowie andere Themen in offener Runde besprochen. Wer Interesse hat, kann noch dazustoßen. - kamp

Quelle: wa.de

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