Lüders-Schüler lernen Umgang mit Suchtkranken

+
Thorsten Paul und die "Peers"

HAMM - Suchtberatung und -prävention mal anders: Die Schüler der gymnasialen Oberstufe mit dem Schwerpunkt Gesundheit (GOG) des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs bilden im Rahmen eines Differenzierungskurses unter der Leitung von Thorsten Paul die sogenannten Peers.

Von Svenja Gemein

Das Peerprojekt ist ein „schülerorientierter Ansatz, bei dem es um Aufklärung statt Belehrung geht“, so Thorsten Paul. Die Schüler, die am Peerprojekt teilnehmen, lernen zunächst, wie man grundsätzlich mit süchtigen oder suchtgefährdeten Menschen spricht. Mit den unterschiedlichen Drogen und anderen Suchtpotentialen beschäftigen sie sich während des gesamten Kurses, angefangen bei Alkohol- und Spiel- beziehungsweise Onlinesucht bis hin zu härteren Drogen. Sie bereiten unter anderem circa 90-minütige Einheiten vor, die sie bei Bedarf in den Klassen vorstellen können.

Angefangen hat das Peerprojekt vor ungefähr fünf Jahren, als Thorsten Paul die Suchtprävention am Elisabeth-Lüders-Berufskolleg übernommen hat und schnell feststellen musste, dass Schüler die Sprechzeiten nicht wahrnehmen, „da sie mit ihren Problemen nicht zu den Lehrern gehen“. Ein neuer Ansatz musste her, also entstand in Kooperation mit der Jugendsuchtberatung das Peerprojekt, um Gleichaltrige als Ansprechpartner bereitzustellen. Zunächst wurden die Peers aus der ganzen Schule berufen, doch aus organisatorischen Gründen wurde beschlossen, das Projekt auf eine Stufe zu beschränken. Den Schülern der GOG, die am Peerprojekt teilnehmen, wurde bei einer Exkursion zur Jugendsuchtberatung der Alkoholkoffer vorgestellt. Anfängliche Themen im Unterricht waren außerdem: „Welche Drogen gibt es? Wie verläuft die Suchtphase? Und welche Hilfseinrichtungen gibt es überhaupt?“, so eine Schülerin.

Im nächsten Jahr werden die Peers ein neues Projekt beginnen, das Jugendlichen Unterstützung auf dem Weg zum Nichtraucher bieten soll. Es wird vom Ministerium gefördert und heißt SMS-Coach. Obwohl die Beratung bei den Peers anonym ist, „wird das Angebot nicht so genutzt, wie man es sich wünschen würde“. Aus diesem Grund schickt Thorsten Paul seine Peers in die Klassen, „um Kontakt herzustellen“. Durch das zusätzliche Verteilen von Give-Aways, beispielsweise zur Alkoholprävention, melden sich mittlerweile aber mehr Schüler zur Beratung. Da die Peers „keine Therapeuten sind, sondern Hilfen aufweisen“, agieren sie nur als informierende Person und können auch den Erstkontakt zu einer Hilfseinrichtung herstellen, um die Betroffenen zu unterstützen.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare