Studien- und Klassenfahrt: Was wenn das Geld nicht reicht?

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Auf der Studienfahrt darf eines sicher nicht fehlen: Meer und Strand.

HAMM – Es ist wohl das Ereignis, auf das sich jeder Schüler während der Schulzeit am meisten freut: die Studienfahrt. Man verbringt mehrere Tage mit seinen Freunden, fern von daheim, ohne Eltern. Lediglich einige Lehrer sind dabei. Die Freude bei allen Beteiligten über die bevorstehende Fahrt ist enorm. Genauso wie die anfallenden Reisekosten.

Von Carolin Drees

Da stellt sich die Frage, was passiert, wenn Familien das Geld nicht aufbringen können. Ist der Traum von der perfekten Studienfahrt für die betroffenen Schüler dann geplatzt?

Thomas Kasselmann, Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Hamm, weiß, dass dies nicht der Fall ist: „Die Schulkonferenz als oberstes schulisches Gremium legt den Kostenrahmen für Schulfahrten und damit auch für Studienfahrten fest. Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium liegt die Obergrenze für Studienfahrten seit 2003 bei 400 Euro. Im Fall von Leistungsbezug, wie Hartz IV und Sozialleistungen, erfolgt eine Unterstützung beziehungsweise Kostenübernahme durch die zuständigen Ämter.“ So müssen Eltern, die ein zu geringes Einkommen haben, um die Klassenfahrten ihrer Kinder finanzieren zu können oder von Hartz IV oder Sozialleistungen leben, einen Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Arbeitsgemeinschaft der Arbeitsagentur (ARGE) und der Kommune stellen. Nach § 23 Sozialgesetzbuch zweites Buch werden die Kosten einer mehrtägigen Klassenfahrt dann übernommen.

Thomas Kasselmann.

Da die Kosten für mehrtägige Klassenfahrten nicht von der Regelleistung gedeckt sind, müssen sie von den zuständigen Ämtern gesondert erbracht werden. An vielen Schulen ist es aber auch üblich, dass der Förderverein betroffenen Familien ein wenig unter die Arme greift. Herr Kasselmann erklärt: „Darüber hinaus kann auch der Förderverein der Schule in Einzelfällen in einem engen Rahmen zinslose Darlehen oder Teilunterstützungen gewähren.“ Allerdings ist es so, dass die Fördervereine der Schulen auch nur begrenzte Kapazitäten haben und es keinesfalls so ist, dass sie ausschließlich für die Finanzierung von Studienfahrten sorgen.

Das Sozialgericht Speyer hat die Rechte von betroffenen Kindern gestärkt. In einem Fall beantragte ein Schüler, der mit seiner Mutter von Arbeitslosengeld II leben muss, die Übernahme der Reisekosten zuzüglich 100 Euro Taschengeld. Der Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, dass nicht genügend Schüler an der Reise teilnehmen und daher die internen Richtlinien nicht eingehalten wurden. Das Gericht gab dem Schüler nur zum Teil recht. So sei die niedrige Teilnehmerzahl kein Grund, einen Antrag abzulehnen, da man dies keinem Gesetz entnehmen könne. Ein Taschengeld müsse allerdings nicht gezahlt werden, da dies von der Zahlung des Arbeitslosengeld II abgedeckt werden würde. Da der Gesetzgeber Klassenfahrten als pädagogisch sinnvoll und als wichtigen Bestandteil der schulischen Erziehung sehe, solle die Kostenübernahme von mehrtägigen Studienfahrten gewährleistet werden.

Quelle: wa.de

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