Universität und Hochschule: "Abschlüsse gleichwertig"

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HAMM - Abitur: Check. Studienbewerber, die Medizin oder Jura studieren wollen oder den Beruf des Lehrers anstreben, gehen jetzt an eine Universität. Doch alle, die das Ziel Bachelor oder Master verfolgen, müssen zwischen Universität und Fachhochschule (FH) entscheiden.

Die Wahl ist nicht immer einfach. Durch den Bachelor- und Masterabschluss verschwimmen die Unterschiede nämlich immer mehr. „Der größte Unterschied liegt darin, dass die Lehre an einer Fachhochschule noch immer praxisorientierter ist“, erklärt die Sprecherin der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL), Johanna Bömken (26). Das könne man schon daran erkennen, dass FHs häufig bereits ein Praxissemester integriert haben. An der Hochschule Hamm-Lippstadt liege die Regelstudienzeit bei fast allen Studiengängen beispielsweise bei sieben Semestern, wobei ein Semester für ein Praxis- oder Auslandssemester reserviert sei.

Weniger Studenten an FHs

Ein weiterer Unterschied sei, dass die meisten Fachhochschulen deutlich weniger Studenten hätten als der Großteil der Universitäten. „Dies hat natürlich den Vorteil, dass selbst Vorlesungen, in denen man nur mit 30 oder 40 Leuten sitzt, interaktiv gestaltet werden können“, weiß Bömken. Dafür müsse man jedoch ein begrenztes Fächerangebot in Kauf nehmen: „Die meisten FHs sind auf bestimmte Disziplinen spezialisiert.“

Johanna Bömken ist die Sprecherin der Hochschule Hamm-Lippstadt .

Einige, wie die HSHL, bieten lediglich naturwissenschaftliche, ingenieurwissenschaftliche und mathematische Studiengänge an, an anderen findet man ein Angebot an sozialen oder gestalterischen Studienfächern. „An Volluniversitäten ist es hingegen so, dass man nahezu alles studieren kann“, so Bömken. Studenten einer Universität wissen, dass man Vorlesungen oder Seminare aus anderen Fachbereichen besuchen und dort Studienleistungen erbringen muss, um seine Kompetenzen noch in anderen Gebieten zu erweitern.

Uni-Absolventen lieber gesehen?

Für viele Studenten spielt jedoch die Angst, dass Betriebe lieber Absolventen einer Universität nehmen, eine große Rolle bei ihrer Entscheidung. Für Bömken ist diese jedoch unbegründet: „Die Abschlüsse sind bei beiden Hochschultypen die gleichen.“

Seit der Bologna-Reform gibt es auch an Fachhochschulen Bachelor- und Masterabschlüsse. Die Studiengänge werden akkreditiert, und daher seien die Anforderungen für Universitäten und Fachhochschulen die gleichen. Sie erklärt, dass die Grenzen zwischen Fachhochschule und Universität immer mehr verschwimmen. So haben Studenten, die ihren Bachelor an einer Fachhochschule erwerben, die Möglichkeit, ihren Master an einer Universität zu machen und umgekehrt.

Entscheidung ist auch typabhängig

„Ob man sich nun für eine Fachhochschule oder Universität entscheidet, ist typabhängig“, so Bömken. Wem es nichts ausmache, mit der Masse zu schwimmen und weitestgehend alleine für sich zu sorgen, sei sicher an einer Uni gut aufgehoben. Wem jedoch ein gutes Betreuungsverhältnis wichtig sei, solle eher über ein Studium an einer FH nachdenken.

Bömken gibt allen Studienbewerbern aber einen Tipp: „Sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen bieten Schnuppertage oder ähnliche Angebote an. Diese sollte man wahrnehmen und ein Gefühl für die unterschiedlichen Hochschultypen bekommen. Letzten Endes sollte man auf sein Bauchgefühl hören.“ - cd

Quelle: wa.de

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