Soester Studentin bekommt begehrten Architekturpreis

Am Beispiel des unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses von Erika Brüggemann (rechts) in der Thomästraße hat Anna Schulze Wiehenbrauk das Potenzial ihrer Entwicklung dokumentiert. Interessant soll ihre Photovoltaikanlage aber für alle Hausbesitzer sein. J Foto: Dahm

SOEST - Die Soester Architekturstudentin, Anna Schulze Wiehenbrauk, hat in einer Bachelorarbeit untersucht, wie man den Einsatz photovoltaischer Anlagen und Denkmalschutz unter einen Hut bringen könnte – und mit ihrer Arbeit die Jury eines begehrten Preises beeindruckt.

Der Schutz von historischen Häusern, die als Ensemble die Altstadt ausmachen, ist in Soest in eine detaillierte Satzung gegossen: Deren Regelungen empfinden viele Eigentümer von sanierungsbedürftigen Fachwerkhäusern aber vor allem als eine Sammlung von Hinderungsgründen, die einer zeitgemäßen technischen Modernisierung im Wege stehen.

Anna Schulze Wiehenbrauk aus Meckingsen studiert an der Münster School of Architecture (MSA), hat dort im vergangenen Jahr ihren Bachelorabschluss geschafft und strebt jetzt den Master an. Ihre Arbeit reichte sie für den „Living in the Future Award 2014“ ein – und räumte damit jetzt den mit einem Preisgeld von 1 000 Euro dotierten dritten Platz ab, den sie gestern in Lüdenscheid bei einer Feierstunde entgegen nehmen konnte.

Einfache und raffinierte Idee

Die Idee, die sie dann zu einer kompletten Bachelorarbeit ausführte, ist eigentlich einfach, gleichzeitig aber auch raffiniert: Weil die herkömmlichen Photovoltaik-Module optisch nicht mit historischem Fachwerk harmonieren, will sie die Module so gestalten, dass sie sowohl auf den Dächern als den Fassaden vollflächig aufgebracht werden können, ohne weiter aufzufallen.

Während für Dächer bereits entsprechende Module von der Industrie angeboten werden, entwickelte die 22-jährige Soesterin für Fassaden Module, die Schieferschindeln sehr ähnlich sehen und nach ihren Berechnungen sogar mehr Energie als herkömmliche Anlagen liefern würden. Diese Module bestehen aus zwei übereinander liegenden Glasplatten, die nach außen aufgeraut werden, mit einer schwarzen Farbschicht dazwischen. Die Platten werden auf einem Schienensystem befestigt, das wiederum flächendeckend auf die Fassade geschraubt wird.

Anschaffungskosten erst einmal teurer

Für die Entwicklung spricht die „unauffällige Optik“ und die energetische Leistungsfähigkeit, ein Manko sind (bislang) die Anschaffungskosten, die zunächst wohl über denen herkömmlicher Module liegen würden.

Dennoch hofft Anna Schulze Wiehenbrauk, dass ihre Idee nicht nur für Eigentümer von denkmalgeschützten Häusern interessant werden kann, sondern auch für alle anderen Immobilienbesitzer, die ihre Fassaden mit Photovoltaikanlagen ausrüsten möchten, ohne dabei den ursprünglichen Charakter der Flächen wesentlich zu verändern. - kim

Quelle: wa.de

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