Schüler erkennen: Wir leben auf zu großem (Öko-)Fuß

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Umwelt auf dem Stundenplan: Schüler des Aldegrever-Gymnasiums, der Hannah-Arendt-Gesamtschule und der Hansa-Realschule ließen sich in der Alde-Aula die Bildungskampagne „Fair Future II“ nahebringen.

SOEST - Klar, viele kommen mit dem Rad zur Schule, und ihre Eltern kaufen am liebsten frisches Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt direkt vom Erzeuger. Doch das ändert nichts daran: Soester, Deutsche, Europäer, kurzum: das wohlhabende Viertel der Menschheit, verpulvert drei Viertel der weltweiten Ressourcen.

1500 Schüler vom Aldegrever-Gymnasium, der Gesamtschule und der Hansa-Realschule haben sich am Mittwoch in der bundesweiten Bildungskampagne „Fair Future“ (Gerechte Zukunft) über solche Zusammenhänge aufklären lassen. Rebecca Jones, Emily Knippschild und Jan Bialas sind drei dieser Schüler, die nun eine Vorstellung vom „Ökologischen Fußabdruck“ haben und von der Tatsache, dass die Weltgemeinschaft seit vielen Jahren über ihre Verhältnisse lebt und bereits im August die eigentlich für das ganze Jahr bestimmten Rohstoffe und Nahrungsmittel „verfrühstückt“ hat. „Das war schon beeindruckend“, sagen die drei nach der Doppelstunde in Sachen „Fair Future“. Vor allem haben sie mitgenommen, dass sie selbst als Einzelne nicht machtlos seien. „Es geht darum, mit kleinen Sachen anzufangen, etwa mit dem Rad zur Schule fahren“, sagen Rebecca, Emily und Jan.

„Der Klick in den Köpfen, die Erkenntnis, den ersten Schritt zu tun“ – genau das hat sich Björn Wille als Ziel für die drei Runden pro Vormittag gesetzt. Er moderiert und betreut die Bildungskampagne, an der allein in Nordrhein-Westfalen rund 100 000 Schüler teilnehmen. Und er hat genügend pädagogische Erfahrung, um seine Botschaften passgenau in die Köpfe zu bringen. „Würden alle so leben wie wir, bräuchten wir drei Planeten!“, sagt er. Selbst den Jüngsten, den Fünftklässlern in der Alde-Aula, leuchtet schnell ein, wohin der Raubbau an Natur und Ressourcen auf Dauer führt.

Für Praxis- und Ortsnähe sorgen Soester Aktionsgruppen von BUND und Fair Trade, die längst mit konkreten Projekten begonnen haben. Damit die Lektion nicht morgen schon wieder vergessen ist, greifen Lehrer im „normalen“ Unterricht das Öko-Thema auf. „Wir haben das im Erdkunde- und Bio-Unterricht vorbereitet“, berichtet Alde-Chef Martin Fischer. - hs

Am Donnerstag macht die Kampagne am Hubertus-Schwartz-Kolleg Station. Mit dabei sein wird auch die Christian-Rohlfs-Realschule.

Quelle: wa.de

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