Berauscht im Blauen Saal

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Ich sehe was, was Du nicht siehst: Mit der Rauschbrille kann man die Wirkung von Alkohol simulieren. Schnell merkten die Probanden, dass man einfach keinen Durchblick mehr hat.

Soest - Während in der Stadt die Kirmes vorbereitet wird, lernen Jugendliche der achten und neunten Klassen aus Soester Schulen im Rathaus über die Folgen des Alkoholkonsums - in einem speziellen Parcours.

Fünf Stationen informieren die Schüler im „Alk-Parcours“ über rechtliche, gesundheitliche und soziale Aspekte rund um das Thema Alkohol. Zuerst geht es um die Rechtslage. 

Im Quiz-Format wird das Wissen der Jugendlichen abgefragt und ergänzt: Dürfen Minderjährige Alkohol kaufen? Machen sich Erwachsene strafbar, wenn sie ihn zur Verfügung stellen? Was kommt auf die Eltern zu, wenn ihre Kinder im Rausch etwas beschädigen? Droht die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (abgekürzt MPU, im Volksmund „Idiotentest“ genannt), wenn man nach dem Trinken Mofa fährt? 

Danach überlegen die Schüler, wie man ohne Alkohol eine Party organisieren und Spaß haben kann. Dritte Station: Die Wirkung auf den Körper – anhand eines Anatomiemodells gibt es Informationen darüber, wie sich Alkohol auf unterschiedliche Organe auswirkt. 

Freunde mit und ohne? Die Schüler reflektieren an Station vier, welche Eigenschaften sie an ihren Freunden schätzen und wie sich diese im Alkoholrausch verändern können – mit negativen Ergebnissen. Schließlich kommt der „Selbstversuch“: Die Jugendlichen erleben mit der „Rauschbrille“, wie schwer einfache Aufgaben, wie auf markierten Fußspuren zu gehen oder Zeichnen, im simulierten Alkoholrausch sind. 

In der Nachbesprechung mit der ganzen achten Klasse der Pauli-Hauptschule erwiesen sich die kurz- und langfristigen Gesundheitsfolgen und die Beeinträchtigung der Koordination als besonders eindrucksvoll. Die Schüler sammelten zuvor in Kleingruppen Punkte; Sieger war die Gruppe „Haftbefehl“. 

Die Initiative „Prävention im Team“ (PiT) aus Suchtberatung, Polizei, Jugendämtern und anderen Stellen bietet seit vier Jahren in Kooperation mit der Ginko-Stiftung NRW die Möglichkeit zur informellen Suchtprävention für Schulen an wechselnden Orten im Kreis Soest; die Teilnahme ist heiß begehrt. Zum gestrigen Termin hatten sich 13 Klassen von vier Soester Schulen anmelden können – damit war das aktuelle Projekt dann ausgebucht. 

Während der Allerheiligenkirmes verteilt die Aktion „Gute Freunde“ zwischen Petrikirche und Rathaus neben Lospreisen auch Informationen zum Thema Alkohol an junge Besucher. Maximilian Krämer

Quelle: wa.de

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