Schüler sehen Theaterstück "Alkohölle"

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Annett Hagen (2.v.r.), Leiterin der Fachklinik Spielwigge, moderierte die Diskussion mit den Schauspielern.

Märkischer Kreis - Die Verführung durch sogenannte Alcopops, die süß schmecken und so vertuschen, dass sie mehr Alkohol enthalten, als die Konsumenten meinen, und der falsche Trost, den Trinker im Alkohol suchen. Das waren die Themen des Theaterstücks „Alkohölle“, das Schüler und Schülerinnen der Realschule Meinerzhagen und der Hauptschule Attendorn jetzt in der Fachklinik Spielwigge in Lüdenscheid erlebten.

Aufgeführt wurde das Stück von Mitgliedern der Theatergruppe „Theater-Spiel“ aus Witten. Mit unter den Zuschauern waren einige Patienten der Klinik, die selbst gegen ihre Alkoholabhängigkeit kämpfen. Bei der Diskussion im Anschluss an das Stück erzählten einige von ihnen aus ihren Erfahrungen, wie es mit dem Alkohol anfing und wie schließlich die Erkenntnis kam, dass das Trinken vieles im Leben belastet und zerstört hat. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Präventionsarbeit der Klinik statt.

Die Schüler selbst hatten das Stück aufmerksam verfolgt. Die Hauptperson Lena ist nicht viel Älter als die Jugendlichen. Sie feiert gerne und erliegt den Verführungen des Alkohols – bis sie die Wahrheit über den Tod ihres Vaters erfährt. Aber die Frage, ob das Mädchen vom Alkohol loskommt, bleibt bewusst offen. Die meisten der jungen Zuschauer glaubten daran.

Aber sie hörten auch aufmerksam zu, als die Schauspieler, zu denen mit Wolfgang Pätsch ein trockener Alkoholiker gehörte, und die Patienten von der zerstörerischen Wirkung des Alkohols erzählten. Sie erfuhren dabei unter anderem, dass das Trinken nicht in der Familie begründet sein muss. Vielmehr hänge es vom gesamten sozialen Umfeld ab.

Annett Hagen, Leiterin der Klinik Spielwigge, mahnte die Jugendlichen: „Wenn ich ein gezieltes Wirkungstrinken beginne, egal in welchem Alter, dann ist der Weg programmiert.“ Wie schwer es ist, Gewohnheiten und Versuchungen zu entsagen, sollten die Jugendlichen mit einer Hausaufgabe erfahren: Für die Mädchen hieß es fünf Tage kein Facebook und kein Whats App, für die Jungen fünf Tage „nicht zocken“. - gör

Quelle: wa.de

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