Zum 65. Geburtstag

Otto: Ich wünsche mir noch einmal eine Frau

+
Otto Waalkes wird 65

Hamburg - Otto Waalkes kommt allmählich ins Rentenalter. Sein 65. Geburtstag steht vor der Tür. Sein größter Wunsch für die Zukunft: Noch einmal eine Frau finden, "die es lange genug mit mir aus hält".

Schwule Schlümpfe und Ottifanten bevölkern seine Welt. Komiker Otto Waalkes schickte Reporter Harry Hirsch, Oberförster Pudlich sowie Susi Sorglos samt ihrem Fön auf die Bühne und verkaufte Millionen Langspielplatten. Mit „Otto - Der Film“ legte er 1985 unter Regie Xaver Schwarzenberger das bis dato erfolgreichste deutsche Kinowerk seit Beginn der Zuschauerzählung vor.

Otto Waalkes, 1948 als Sohn eines streng gläubigen Malermeisters in Emden (Niedersachsen) geboren, ist ein Erfolgsphänomen, das den Humor der Deutschen prägte. Bei einer Wahl im ZDF 2007 zum besten deutschsprachigen Komiker gelangte der seit vier Jahrzehnten populäre „ostfriesische Götterbote“ auf den dritten Platz - hinter Loriot und Heinz Erhardt.

"Ich sehe keine Notwendigkeit, erwachsen zu werden"

Nun kommt der hippelig-anarchische Blödel-Barde ins Rentenalter. Am kommenden Montag (22. Juli) feiert der in Hamburg und im US-Staat Florida lebende Waalkes seinen 65. Geburtstag. Auch wenn der auch als Musiker, Synchronsprecher („Ice Age“), Schauspieler, Regisseur, Maler und Comiczeichner aktive Komiker seine ganz große Zeit in den 1970-er und 1980-er Jahren hatte (von 1973 bis 1979 jedes Jahr eine „Otto Show“) und Nörgler ihm längst Mangel an neuen Ideen vorwerfen - ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

„Ich sehe keine Notwendigkeit, erwachsen zu werden“, sagte er dazu in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In diesem Sinne hat er eine Herbsttournee („Otto - Geboren, um zu blödeln“, Start: 5. September in Chemnitz) in Arbeit. Und der dritte Teil seiner „Zwerge“-Filme („Bubi - Die Legende lebt“) soll Weihnachten 2014 in die Kinos kommen.

Otto: Schwachsinn "macht schon eine gewisse Mühe"

Auf Kalauern und Wortspielen, Geräuschen und Körpersprache, Parodien und Liedern, Situationskomik und zeitkritischen Anspielungen baut Ottos infantil daherkommender Humor auf. „Angeklagter, Ihnen wird zur Last gelegt, Sie hätten an dem Mast gesägt!“ - welcher etwas ältere Zeitgenosse erinnert sich nicht an Sentenzen wie diese, die ihm allerdings sein genialer Gefährte Robert Gernhardt (1937-2006) in den losen Mund gelegt hat. Oder an einen Satz mit „Lenin“: „Opa ist voll bis an den Rand, lehnin ihn einfach an die Wand.“ Mit solchem Nonsense amüsierte der Spiddelige mit dem Spaghetti-Haar die Bundesrepublik.

„Nonsense ist kein reiner Schwachsinn“, stellte Waalkes in dem Interview klar, „es ist verweigerter Sinn. Der Betrachter wird in ein scheinbar stabiles Sinngebäude gelockt - und dann lassen wir ihn voll gegen die Wand laufen. Das macht schon eine gewisse Mühe.“ Der Mann, der bei aufkeimender Depression am liebsten zur Gitarre greift, hat einst seinen Weg über die Musik gefunden. Nachdem er bereits als Elfjähriger in einem Emder Kaufhaus den „Babysitter-Blues“ vorgetragen hatte und später mit der Band „The Rustlers“ Beatles-Hits nachspielte, zog es ihn 1970 zum Kunststudium nach Hamburg. Dort lebte er in einer WG mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen - und kam bei Auftritten in Szeneclubs wie „Onkel Pö“ mit seinen Sprüchen besser an als mit seinem Sound.

Otto: Wünsche mir noch einmal eine Frau, die es lange genug mit mir aushält

1973 gründete Waalkes das Label „Rüssl Räckords“, da keine Plattenfirma seine Live-Mitschnitte veröffentlichen wollte. Im selben Jahr erschien die LP „Otto“, die sich 500.000 Mal verkaufte. Und auch als Maler machte der ehemalige Kunsthochschüler zuletzt von sich reden: In der Hamburger Galerie „Udo Lindenberg & more“ zeigte er im Frühjahr 60 Gemälde aus eigener Hand. Natürlich mit jeder Menge Ottifanten drauf.

Weniger Glück hatte der Tausendsassa in der Liebe. Seine zweite Ehe - mit der 25 Jahre jüngeren Schauspielerin Eva Hassmann - wurde im vergangenen November getrennt. Aus erster Ehe stammt der 1987 geborenen Sohn Benjamin. Er hätte es nicht eilig, sich wieder zu liieren, ließ der Neu-Single zwar in einem Boulevard-Blatt verlauten, zeigt sich aber gleichzeitig offen für eine dauerhafte Beziehung. Dem „Spiegel“ sagte er: „Ich wünsche mir, dass es noch mal eine Frau gibt in meinem Leben. Eine, die es lange genug mit mir aushält“.

dpa

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare