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Jennifer Lawrence, Maria Menounos und Jane Fonda (v. l.) strahlten mit ihren Roben um die Wette.

Los Angeles - Die Oscars 2013 sind vergeben. Zu den großen Gewinnern zählen auch zwei Österreicher: der Schauspieler Christoph Waltz und der Regisseur Michael Haneke. Daniel Day-Lewis stellte einen Rekord auf.

Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz und der österreichische Regisseur Michael Haneke sind bei den 85. Academy Awards mit Oscars ausgezeichnet worden. Bereits drei Trophäen gab es am Sonntagabend im Dolby Theatre von Los Angeles für die Musical-Verfilmung „Les Miserables“.

Der 56 Jahre alte Waltz wurde als bester Nebendarsteller für seine Rolle im Western „Django Unchained“ von Regisseur Quentin Tarantino geehrt. Es war sein zweiter Oscar für einen Auftritt in einem Tarantino-Film. 2010 hatte er die gleiche Auszeichnung für seine Rolle in „Inglourious Basterds“ erhalten. Mit erstickter Stimme dankte Waltz dem Erfolgsregisseur: „Quentin schreibt Lyrik - und ich liebe Lyrik“, sagte er.

"Argo" mit Ben Affleck als bester Film ausgezeichnet

Haneke bekam für „Liebe“ den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Das Drama über ein alterndes Paar war in insgesamt fünf Kategorien nominiert. „Ich danke meiner Frau, sie war ein Mitglied des Teams“, sagte der 70-Jährige in seiner Dankesrede und fügte hinzu: „Du bist der Mittelpunkt meines Lebens.“

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Ben Affleck hat es in Hollywood allen gezeigt: Sein CIA-Thriller „Argo“, bei dem er Regie führte, die Hauptrolle spielte und als Co-Produzent wirkte, ist der beste Film des Jahres. Die Filmakademie wählte die sehr amerikanische Tatsachengeschichte um eine Rettungsaktion von US-Geiseln in Teheran zum Oscar-Gewinner in der Königskategorie. Mit diesem und zwei weiteren Oscars in Nebensparten triumphierte der 40-Jährige in der Nacht zum Montag über Hollywood-Größen wie Steven Spielberg. Dessen ebenfalls uramerikanisches Historiendrama „Lincoln“ war mit zwölf Nominierungen als Top-Favorit ins Rennen um den wichtigsten Kinopreis der Welt gegangen, musste sich aber am Ende mit zwei Goldstatuen begnügen.

Erfolgreichster Film der 85. Academy Awards wurde die bildgewaltige Literaturadaption „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“, die vier Oscars gewann - darunter auch den wichtigen Regie-Oscar für Ang Lee. Der 58-jährige Taiwanese hatte bereits 2005 mit „Brokeback Mountain“ die beste Regie-Arbeit abgeliefert. Seine Geschichte über eine ungewöhnliche Schiffskatastrophe holte zudem die Trophäen für die Filmmusik, die Kameraführung sowie die Spezialeffekte.

Oscar-Rekord für Daniel Day-Lewis

Einen besonderen Rekord stellte Daniel Day-Lewis auf: Er wurde als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in dem historischen Drama „Lincoln“ ausgezeichnet und holte damit als erster Schauspieler dreimal den Oscar in dieser Kategorie.

Bei den weiblichen Schauspieler-Oscars gab es zwei Erstgewinnerinnen: Jennifer Lawrence wurde für ihre Rolle in „Silver Linings“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet; Anne Hathaway holte den Nebendarsteller-Oscar für das Musical „Les Misérables“. Die britische Musical-Verfilmung von Regisseur John Hooper wurde außerdem in den Kategorien Bestes Make-up/beste Frisuren sowie Bester Ton ausgezeichnet.

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Adele bekommt für "Skyfall" ihren ersten Oscar

Neben den Größen Hollywoods avancierte die britische Sängerin Adele zu einem der gefeierten Stars des Abends: Sie beeindruckte auf der Bühne und holte mit ihrem James-Bond-Song „Skyfall“ auch den Oscar für das beste Filmlied.

Das Musical „Les Misérables“ bekam insgesamt drei Auszeichnungen: Außer dem Nebendarsteller-Oscar gab es noch Trophäen für Make-up/Frisuren sowie Tonmischung. „Merida - Legende der Highlands“ wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet; weitere Trophäen gab es für „Anna Karenina“ (Kostümdesign), „Lincoln“ (Produktionsdesign) sowie „James Bond 007 - Skyfall“ und „Zero Dark Thirty“ (geteilter Oscar für Tonschnitt).

Deutsche Oscar-Hoffnungen wurden enttäuscht

Die deutschen Oscar-Hoffnungen wurden hingegen enttäuscht: Der Berliner Stefan Arndt hatte sich als Co-Produzent von „Liebe“ Hoffnungen auf den Oscar in der Kategorie bester Film gemacht, denn diese Auszeichnung wird jeweils an die Produzenten überreicht und nicht an den Regisseur. Außerdem waren deutsche Filmschaffende an nominierten Filmen in den beiden Dokumentarfilmkategorien beteiligt. Doch weder die NDR-Koproduktion „Töte zuerst - Der israelische Geheimdienst“ von Dror Moreh noch der dokumentarische Kurzfilm „Open Heart“, an dem die Berliner Firma Gebrueder Beetz Filmproduktion beteiligt war, konnten das Oscar-Rennen gewinnen.

Die amerikanische Film-Akademie präsentierte eine gelungene Gala mit sehr viel Musik und einem gut aufgelegten Moderator. Der US-Schauspieler Seth MacFarlane überzeugte bei seiner Oscar-Premiere die Star-Gäste im Dolby Theatre ebenso wie die Zuschauer weltweit mit ironischen, aber niemals zynischen Witzeleien - der 39-Jährige erntete viele positive Kommentare etwa bei Twitter.

Die Preisträger im Überblick

Bester Film: „Argo“

Hauptdarsteller: Daniel Day-Lewis, „Lincoln“

Hauptdarstellerin: Jennifer Lawrence, „Silver Linings Playbook“

Nebendarsteller: Christoph Waltz, „Django Unchained“

Nebendarstellerin: Anne Hathaway, „Les Misérables“

Regie: Ang Lee, „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“

Fremdsprachiger Film: „Liebe“

Adaptiertes Drehbuch: Chris Terrio, „Argo“

Originaldrehbuch: Quentin Tarantino, „Django Unchained“

Bester Animationsfilm: „Merida - Legende der Highlands“

Szenenbild: „Lincoln“

Kamera: „Life of Pi“

Ton: „Les Misérables“

Tonschnitt: „Skyfall“, „Zero Dark Thirty“

Filmmusik: „Life of Pi“, Mychael Danna

Titelsong: „Skyfall“, Adele Adkins und Paul Epworth

Kostüm-Design: „Anna Karenina“

Dokumentarfilm: „Searching for Sugar Man“ von Malik Bendjelloul

Dokumentar-Kurzfilm: „Inocente“

Schnitt: „Argo“

Make-up und Frisuren: „Les Misérables“

Animierter Kurzfilm: „Paperman“

Kurzfilm: „Curfew“

Visuelle Effekte: „Life of Pi“

dpa/AP

Quelle: wa.de

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