Cosplay: Soesterinnen werden zu Anime-Helden

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Nicole (links) und Lea verkörpern die Ninjas Naruto und Sasuke aus der Anime-Serie „Naruto“.

SOEST - Lea (20) trägt eine schwarze Perücke. Die Haare reichen ihr bis zu den Fußknöcheln. Nicole (19) hat sich schwarze Striche auf die Wangen gemalt. Die Kostümierungen der beiden haben mit Karneval aber nichts zu tun. Lea und Nicole sind Cosplayerinnen.

Und Cosplay ist mehr als „ein bisschen Verkleiden“. Cosplayer verwandeln sich in ihre Lieblingshelden aus Anime-Filmen. Das Kostüm ist nur ein äußeres Zeichen dafür. „Wir versuchen auch, den Charakter so gut wie möglich zu verkörpern“, erklärt Nicole.  Das Wort Cosplayer setzt sich aus den englischen Wörern für costume (Kostüm) und play (spielen) zusammen. Cosplayer spielen in ihren Kostümen, versuchen ganz und gar in eine Figur zu schlüpfen.

Mit acht Jahren bekam Lea ihr erstes Manga geschenkt. Seitdem ist sie begeistert von den ostasiatischen Comics und sammelt alles, was damit zu tun hat. „Viele haben nach der Grundschule aufgehört Pokemon oder Yu Gi Oh Karten zu sammeln. Ich hingegen bin bei den Mangas geblieben“, berichtet Lea. „Bei den Comics gibt es eine sehr breite Themenauswahl. Auch ernsthafte Mangas, wie Naruto, sind dabei“, erläutert Nicole. „Die Geschichten beinhalten oft Themen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Ehrgeiz. Das macht sie spannend und tiefgründig“, erklärt Nicole.

Für ihr Hobby Cosplay haben beide mehrere Kostüme, auch die von männlichen Figuren. „Das Geschlecht der Charaktere dem eigenen anzupassen, ist beim Cosplay absolut üblich, es ist wichtig sich mit der Figur zu identifizieren“, sagt Nicole. „Ob das Kostüm selbstgemacht ist oder gekauft ist daher zweitrangig“, erklärt Lea. Die Kostüme werden nur zu besonderen Anlässen getragen, etwa bei einer Convention, wenn sich Cosplayern von überall her treffen und austauschen. Manchmal begegnen sie dabei auch Prominenten der Szene, wie Autoren, Musiker und Zeichner.

Die Cosplayer unterscheiden zwischen kommerziellen Veranstaltungen und denen, die Fans organisieren, wie die monatliche Dojaku in Dortmund, zu dem auch Lea und Nicole fahren. Die Dojaku fing mit zehn, 20 Menschen an und ist inzwischen auf 500 angewachsen ist. Bei diesen Treffen darf auch das Conhon (Convention-Buch) nicht fehlen, einer Art Freundschaftsbuch. Jeder Cosplayer hat in der Regel einen Spitznamen, unter dem er in Internet-Foren auftritt, schreibt, diskutiert und Treffen organisiert.

Die Mädchen leben für ihr Hobby. Das versteht nicht jeder. „Manchmal muss man ein dickes Fell haben. Bei Außenstehenden stoßen wir immer wieder auf Unverständnis. Und viele Passanten machen blöde Sprüche. Dabei wissen sie gar nicht, worum es sich bei Cosplay eigentlich handelt“, klagt Lea. - tw

Info bei Lea unter mangaka.lea@googlemail.com

Quelle: wa.de

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