Neugestaltung statt Schließung

"Nazi-Café": Hakenkreuze weg, Hitler bleibt

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Das "Soldatenkaffee" in Indonesien wird an anderer Stelle wiedereröffnet.

Bandung - Der Besitzer eines indonesischen Cafés voller NS-Symbole macht einen neuen Laden mit der gleichen Einrichtungsidee auf. Der wird sich nur in Details von seinem Vorgänger unterscheiden.

Er habe sich hat sich zu einer Neugestaltung des Geschäfts in Bandung entschlossen: Die Bilder von Adolf Hitler blieben zwar hängen, die Hakenkreuze würden jedoch entfernt, sagte der Anwalt des Café-Besitzers Henry Mulyana am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Dies habe Mulyana den örtlichen Behörden schriftlich zugesagt. Allerdings will der Besitzer das Café auch an einem anderen Ort innerhalb der Stadt neu eröffnen.

Es solle nicht mehr nur um Deutschland zu Zeiten des Nationalsozialismus gehen, sondern um den Zweiten Weltkrieg im Allgemeinen. "Es gibt dann nicht nur Fotos von Hitler, sondern auch von Winston Churchill und indonesischen Helden", sagte Mulyanas Anwalt Rohman Hisayat. Neben deutschen würden auch japanische Soldaten zu sehen sein. Einen Termin für die Wiedereröffnung nannte der Anwalt nicht.

Die Einrichtung mit dem deutschen Namen "Soldatenkaffee" hatte am Freitag seine Türen vorläufig geschlossen, nachdem der Besitzer nach eigenen Angaben mit dem Tode bedroht worden war. "Ich habe zahllose Anrufe und Todesdrohungen von lokalen Anwohnern und Ausländern erhalten", sagte Mulyana AFP am Sonntag. "Ich fühle mich traumatisiert und schockiert."

Das Café bestand seit dem Jahr 2011 und hatte zunächst kaum für Aufsehen gesorgt. Als jedoch die englischsprachige Zeitung "Jakarta Globe" und internationale Medien das Thema aufgriffen, zog Mulyana globale Kritik auf sich. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum drückte "Wut und Abscheu" über die Gestaltung des Cafés aus.

Mulyana reagierte auf die Kritik mit der Erklärung, ihm sei es nicht darum gegangen, Erinnerungen an den Holocaust herauf zu beschwören. Vielmehr habe er die Fotos und NS-Symbole aus rein dekorativen Gründen verwendet.

AFP

Quelle: wa.de

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