Über die Buckelpiste ins Abenteuer Mongolei

Irgendwo im Nirgendwo: Jan Bremmer war zwei Wochen in der Mongolei unterwegs.

Soest - Sommerferien mal anders: Satt zu Hause mit Freunden zu entspannen oder im Cluburlaub die Füße in den Pool zu stecken, ging es für mich zuletzt auf eine echte Abenteuerreise: Ich flog auf Einladung einer Bekannten für zwei Wochen in die Mongolei - ein Erlebnisbericht.

Ab damit in ein Land zwischen Russland und China, das vier mal so groß ist wie Deutschland, aber nur 3 Millionen Einwohner hat und auf der Welt nicht sonderlich bekannt ist! Kaum war ich nach neun Stunden Flug von Berlin in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, angekommen, wartete schon das erste Highlight auf mich. Es war Nationalfeiertag, das dreitätige „Naadam“-Fest. 

An diesen Tagen gibt es zahlreiche Kostümparaden und als Höhepunkt eine große Sportveranstaltung im Nationalstadion in Ulan Bator, wo sich zahlreiche Mongolen in den drei Nationalsportarten Bogenschießen, Ringen und Pferderennen messen. Nach dem Fest kam schon das erste große Abenteuer auf mich zu: Es ging für vier Tage zu einer Nomadenfamilie, den Ureinwohnern des Landes, welche traditionell in selbstgebauten Zelten, den sogenannten „Jurten“, oder kleinen Häusern ohne Strom hunderte Kilometer entfernt von der Stadt in den mongolischen Bergen leben. 

Um dorthin zu gelangen, fuhren wir vier Stunden mit einem Stadtauto hundert Kilometer über Buckelpisten und teilweise auch über Flüsse, ohne ein Anzeichen von Zivilisation in der Nähe. In der Zeit bei den Nomaden erlebte ich die ungewöhnlichsten Dinge, die ich so aus Deutschland nicht kannte und gewohnt war. 

Wir schliefen in normalen Zelten, wie man es vom Camping kennt, neben dem kleinen Haus der Familie – in dem es fließendes Wasser nur durch einen kleinen Schlauch gab. Das einzige Klo war ein Plumsklo und zum Waschen musste man mit dem Auto ein paar Minuten zu einem nahe gelegenden See fahren. Außerdem gab es abends Schaf zu essen, das am gleichen Tag mittags noch vor allen Leuten geschlachtet wurde. Die Nomaden gaben sich sehr gastfreundlich und interessierten sich sehr für Deutschland und unsere Kultur. 

Nach diesen für mich sehr ereignisreichen Tagen mit vielen ungewohnten Eindrücken ging es nach vier Tagen zurück nach Ulan-Bator und von dort direkt weiter in die Wüste Gobi, die etwa 800 Kilometer entfernt vom nördlich gelegenen Ulan Bator ganz im Süden dieses riesigen Landes liegt. Mit einem Jeep fuhren wir einen ganzen Tag lang erst über die einzige asphaltierte Landstraße des Landes mitten durch die Steppe und dann den Rest wieder über eine Buckelpiste mitten durch die Wüste bei glühender Hitze. 

Übernachtet haben wir dort zwei Nächte in einem „Jurten“- Camp, in dem viele von diesen traditionellen Behausungen stehen und in dem es auch „für uns normales“ Essen im Hauptgebäude und ein Klo und Duschen in einem Nebengebäude gab. Von dem Camp hatte man einen wundervollen Blick auf die riesigen, in der Nähe liegenden Sanddünen. In der Zeit in Gobi wurde auch ein großer Traum von mir war, denn wir kletterten hundert Meter, bei mindestens 45 Grad Außentemperatur bis ganz oben auf die Dünen, von wo man eine atemberaubende Aussicht hat. 

Diese Augenblicke dort oben werde ich nie wieder vergessen. Nach unserem dreitätigen Aufenthalt in der Wüste Gobi fuhren wir wieder zurück in die Hauptstadt, die wir in den letzten vier Tagen meiner Reise erkundeten. Diese Stadt wächst stetig, inzwischen leben dort 1,5 Millionen Menschen, das ist die Hälfte der Bevölkerung der Mongolei. Die Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten wie das Regierungsgebäude und das Einkaufen in einem riesigen Einkaufszentrum ließen meine Tage dort entspannt ausklingen und zeigten mir eine andere, modernere Seite des Landes. Jan Bremmer

Quelle: wa.de

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