Unterrichtsbesuch aus Syrien

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Von links: Felix Becker, Hani Almasalmeh und sein Cousin Mohammed behandeln mit den Schülern der 8b die Themen Migration, Fluchtursachen und Asylpolitik. Es ist der erste Projekttag dieser Art an der Paulischule.

Soest - Der Projekttag „Menschen, Migration und Miteinander“ wurde zum ersten Mal in der Paulischule durchgeführt. Sechs Stunden lang erzählten die geflüchteten Syrer Mohammed und Hani Almasalmeh über das Leben im Bürgerkrieg, ihre Flucht und ihr Leben in Deutschland.

Unterstützt werden die beiden von Felix Becker von der BUNDjugend. Die Bilder die vom Projektor an die Tafel geworfen werden, zeigen die selben Orte. Einmal vor und einmal im Bürgerkrieg. Damals belebte Plätze sind heute menschenleer, bunte Fassaden sind heute bedeckt von Staub, falls sie überhaupt noch stehen. 

Die Fotos hat der 23-jährige Mohammed geschossen, bevor er Syrien verließ. Er und sein 25-jähriger Cousin Hani stammen aus der Stadt Dar’a, wo die Proteste gegen Präsident Assad 2011 begannen. Seitdem wird die Gegend von der Syrischen Armee angegriffen, berichten die beiden. 

„Wir mussten fliehen, um dem Wehrdienst zu entgehen. Sonst hätten wir gegen unsere Freunde und Familie kämpfen müssen“, berichtet Hani. Über Bulgarien flohen sie nach Deutschland, wo sie nun warten, dass der Krieg endet. Gemeinsam mit Felix Becker besuchen sie Schulen, um mit Kindern Themen wie Fluchtursachen, Asylpolitik und Migration zu diskutieren. 

Die Schüler der 8b lauschen aufmerksam den Erzähungen. „Am Anfang war es ein wenig unruhig, aber sie sind sehr interessiert“, sagt Klassenlehrerin Sandra Noltsch. Neben den Erzählungen der Cousins werden Spiele gespielt und Filme gezeigt. Einer davon zeigt Mohammeds Flucht nach Deutschland in allen Einzelheiten. 

Nicht alle Schüler sind mit den Geschehnissen rund um die Flüchtlinge und den Bürgerkrieg in Syrien vertraut, aber sie stellen Fragen. Manche, die zum ersten Mal davon hören, wirken geschockt. nach einem Film über Grenzzäune in Afrika sagt ein Junge: „Ich habe es echt gut, dass ich keine Grenze überqueren muss.“ 

Wer selber an einem solchen Projekttag interessiert ist, findet unter www.bundjugend-nrw.de/multi-schulung-flucht weitere informationen.

Quelle: wa.de

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