Lehrerin Lubos: Kumpel und Chef zugleich

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Nadine Lubos studiert in Münster Mathe, Deutsch und katholische Religion auf Lehramt

HAMM – Weil sie gerne mit Kindern zusammenarbeitet und Spaß daran hat, ihnen etwas beizubringen, hat sich die 22-jährige Nadine Lubos bereits in ihrer Schulzeit für ihren Traumberuf entschieden: Lehrerin.

Heute studiert die Hammerin bereits im fünften Semester Grundschullehramt mit den Fächern Mathe, Deutsch und katholischer Religionslehre an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster.

Auf die Frage, ob sie denkt, dass sie in der Uni gut auf die Schulsituation vorbereitet wird, hat sie eine ernüchternde Antwort. „Nein“, sagt die Hammerin und erklärt: „Es gibt nur wenige Kurse mit Praxisbezug. Alles ist sehr stark inhaltlich ausgerichtet und verschult. In Sozialwissenschaften haben wir im letzten Semester über den kulturell-gesellschaftlichen Wandel in Osteuropa gesprochen – das bringt mich für meinen Lehrauftrag in der Grundschule nicht weiter, auch wenn das Seminar an sich super war.“

Didaktische oder praxisnahe Kurse seien überfüllt. Plätze werden zudem über ein Losverfahren vergeben. „Man hat größtenteils kaum eine Chance auf so einen Platz, obwohl gerade Seminare zum Umgang mit Problemkindern oder zum Thema Lehre an sich doch eigentlich der wichtigste Bestandteil so eines Studiums sein müssten“, erklärt Nadine.

"Noten müssen nach Leistung vergeben werden"

Trotzdem weiß sie genau, in welchen Punkten sie sich von ihren damaligen Lehrern später einmal unterscheiden möchte. „Mir ist Unvoreingenommenheit und Aufgeschlossenheit sehr wichtig. Noten dürfen nicht nach Namen, sondern müssen nach Leistung vergeben werden“, sagt die Abiturientin des Galilei-Gymnasiums, die in ihrer eigenen Schulzeit oft andere Erfahrungen gemacht hat. Ihr ist außerdem wichtig „Nähe zu den Schülern zuzulassen“, trotzdem aber auch „klare Linien und Grenzen aufzuzeigen“, eben „Kumpel und ‚Chef’ zugleich“ zu sein, wie sie selbst sagt.

Wichtig: Soziale Kompetenzen fördern

Besonders in der Grundschule sei es wichtig, soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, das Zuhören und Anerkennung unter Schülern zu fördern, so die Studentin. Als Eigenschaften, die ein guter Lehrer haben sollte, zählt sie deshalb auf: „Starke und schwache Kinder gleichmäßig wahrnehmen und akzeptieren, sensibel und aufgeschlossen sein, keine Vorurteile haben, mit Eltern und anderen Lehrern kommunizieren und kooperieren und Kinder individuell fördern.“

Neue Medien: Lubos eher skeptisch

Der Nutzung neuer Medien wie Handys und iPads im Unterricht steht die Hammerin eher skeptisch gegenüber: „Die gute alte Tafel und der lehrergeleitete Unterricht dürfen nicht zu kurz kommen. Besonders in der Grundschule finde ich klare Strukturen und Regeln wichtig. Dennoch sind neue Medien in der heutigen Zeit nicht wegzudenken und erleichtern den Unterrichtsalltag und das Lehrerdasein.“

Quelle: wa.de

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