Soester Schüler fanden echt eklige „Zutaten“ in abgepackten Lebensmitteln

Keime in Schwamm und Salat

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Das Ergebnis ihrer Versuche fassten die Schüler des Conrad-von-Soest-Gymnasiums bildhaft zusammen.

Soest - Eine praktische Einführung in die Molekulargenetik und Mikrobiologie bekamen Schüler der Hannah-Arendt-Gesamtschule, des Aldegrever Gymnasiums und des ConvoS jetzt auf dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen.

Die Bio-Leistungskurse der drei Soester Schulen absolvierten jeweils ein zweiteiliges Laborpraktikum im Labor für Biotechnologie und Mikrobiologie des Fachbereichs Agrarwirtschaft. Die Theorie gehört zum normalen Lehrplan – die beiden Praxisblöcke sind normalerweise nicht vorgesehen, auch weil an Schulen die technischen Möglichkeiten nicht vorhanden sind.

„Wir möchten, dass die Schüler Laborluft schnuppern“, erläuterte Prof. Boelhauve seine Motivation, in den Semesterferien Schüler ins Labor zu holen. „Hier können sie sehen und begreifen, wie man Untersuchungen in der Molekulargenetik und Mikrobiologie durchführt – vor allem, weil sich es in der Theorie doch sehr abstrakt anhört.“

Erbgut aus Gewebe isoliert

Damit jeder Schüler einen Laborplatz besetzen und gut betreut werden konnte, wurde der Leistungskurs in zwei Gruppen aufgeteilt. Zu Beginn gab es ein Praktikumsskript samt eng beschriebener Laborordnung. Im Labor gelten eigene (Sicherheits-) Regeln. Das Laborpraktikum umfasste zwei Praxisblöcke. Zunächst isolierten die Schüler Erbgut (DNA) aus tierischem Gewebe. In einem Kontrollverfahren untersuchten sie, ob sie wirklich DNA isoliert hatten und ob Verunreinigungen enthalten waren. Um schließlich das Gen nachzuweisen, musste es millionenfach vermehrt werden.

„Diesen technischen Zwischenschritt nutzen wir ganz praktisch für die Zweiteilung des langwierigen Praktikums“, erläuterte Dr. Sandra Kriegelstein den organisatorischen Ablauf. „In zwei Tagen können die Schüler dann selber feststellen, ob sie alle Schritte richtig nachvollzogen haben und ob sie auch zum richtigen Ergebnis kommen.“

„So viele Keime auf den Fingern“

In der Mikrobiologie, der Welt der Keime, durften die Schüler zuerst ihre Fingerspitzen auf Nährböden drücken. Danach wuschen sich die Schüler die Hände und drückten nochmals die Fingerspitzen auf die Nährböden. Zu guter Letzt wurden die Finger desinfiziert. Die Ergebnisse erstaunten: „Hätte nicht gedacht, so viele Keime auf den Fingern zu haben“, meinte eine Schülerin.

Die Krönung aus Sicht der Schüler war die Untersuchung auf Keimwachstum in abgepackten Salaten aus dem Supermarkt und in einem gebrauchten Spülschwamm, den jeder von zuhause mitbringen musste. Erwartungsgemäß waren die Schüler von den Ergebnissen nicht begeistert „Das ist ja eklig“, war öfter zu hören.

Die Schüler haben mehrere Eindrücke mitgenommen, wie wichtig zum Beispiel Händewaschen ist und dass ein Spülschwamm, der zu riechen anfängt, in den Müll gehört.

Boelhauve freute sich, dass es sich bei dem Laborpraktikum nicht um eine Eintagsfliege handelt: „Wir bieten das Praktikum für Bio-LKs bereits im vierten Jahr an.“ Weitere Wiederholungen sind geplant, das betonen auch die beteiligten Lehrer.

Quelle: wa.de

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