"Am Anfang war alles fremd" - Berichte von jungen Flüchtlingen

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„Hereinspaziert!“ steht als Titel auf dem Heft mit Beiträgen von jungen Reportern aus aller Welt, die die Förderklasse II der Paulischule besuchen.

Soest - Junge Flüchtlinge zwischen 11 und 15 Jahren schreiben, wie es ihnen erging, als sie ihre Heimatländer verlassen mussten, was sie auf ihrem Weg erlebten und bei ihrer Ankunft empfanden. Die Berichte der Reporter aus aller Welt stehen in einem Heft mit dem Titel „Hereinspaziert!“.

Die Jugendlichen besuchen die Förderklasse II der Paulischule. Leiter Walter Frigger ist begeistert von den Beiträgen und damit den ersten Versuchen, Texte auf Deutsch zu verfassen. Bärbel Uloth- Schulte leitet das Projekt als Honorarkraft. Sie ist beeindruckt, wie gut es den Schülern gelang, ihre Gefühle in den Geschichten zum Ausdruck zu bringen. „Pauliseiten-Einsteiger“ ist auf dem Deckblatt zu lesen, daneben stellten die Autoren Abbildungen der Flaggen ihrer Heimatländer. 

Sie berichten über ihren Alltag, den Unterricht, die freie Zeit zwischen den Stunden, wenn sie in der Pausen draußen auf der Bank sitzen und quatschen. Das Pauli-Kollegium kümmert sich schon lange intensiv um junge Menschen, die bei uns Zuflucht gefunden haben. „Viele haben eine schwierige Zeit mit schlimmen Traumata hinter sich und freuen sich jetzt, in Ruhe zu lernen“, sagt Walter Frigger. 

Die Reporter erzählen viel über ihr neues Leben. „Jetzt bin ich sehr glücklich, dass ich in Soest bin“, heißt es unter anderem. Und weiter: „Es ist eine schöne Stadt und es gibt gute Menschen hier. Früher hatte ich so viel Angst. Aber jetzt habe ich keine mehr. Ich lernte schnell Deutsch und kann mich nun mit Leuten unterhalten und verabreden. Ich hoffe, dass später alles gut wird.“ 

Die Schüler berichten, wie wohl sie sich fühlen, doch findet sich auch eine Schilderung über einen Abschied, der sehr schmerzt: „Ich war glücklich hier an der Schule und in Deutschland. Aber jetzt ist alles kaputt gegangen. Wir müssen wieder zurück in unser Land, nach Albanien. Eigentlich will ich nicht nach Albanien gehen. Aber ich kann nichts machen. Ich glaube, dass ich nochmal kommen kann... Ich hatte viel Spaß.“ 

„Die Klasse ist eng zusammengewachsen“, betont Bärbel Uloth-Schulte. Monatelang haben die Schüler an ihrem Werk gearbeitet, sich Gedanken über die Gestaltung gemacht und viele eigene Ideen eingebracht. Themen gab’s genug. Jeder, der mitwirkte, bekommt zur Erinnerung ein Exemplar. „Für Schüler, die uns verlassen müssen, ist das ein schönes Abschiedsgeschenk“, so die Projektleiterin.

Quelle: wa.de

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