Max Scharpe - Gruppenführer bei der Jugendfeuerwehr

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Lüdenscheid - Feuerwehrmann sein, Brände löschen, Menschen bergen und retten: Als Max Scharpe drei Jahre alt war, wusste er schon, dass genau das sein Traumberuf ist. Heute ist Max 14 Jahre alt – und seinem Traum ist er schon sehr nahe gekommen - als Gruppenführer bei der Jugendfeuerwehr.

Von Jan Lehmann

„Er ist einer von Lüdenscheids vier ersten Jugendfeuerwehr-Mitgliedern, die schon mit zehn Jahren eintreten durften. Inzwischen hat er sich ganz schön gemacht, denn zum Amt des Gruppenleiters in der Jugendfeuerwehr gehört schon Einiges dazu“, erklärt Max’ Mutter stolz.

Theorieunterricht zum Start in die Jugendfeuerwehr

Max erinnert sich: „Bis ich das erste Mal zur Feuerwehr durfte, habe ich wirklich gebannt darauf gewartet. Damals hatte ich noch die Befürchtung, dass der Unterricht erst mal eher trocken werden könnte – da hatte ich mich aber gründlich getäuscht“, berichtete er begeistert.  Im Jahr 2010 kam Max über mehrere Freunde zur Feuerwehr. Er stieg im Winter bei der Jugendfeuerwehr ein – in den Theorieblock, sodass er bereits bei den ersten praktischen Übungen im Frühjahr 2011 sein ganzes theoretisches Wissen gut umsetzen konnte. Max ist mit Leib und Seele bei der Feuerwehr engagiert. Schon zwei Mal konnte er sich über den Pokal für die häufigste Unterrichtsteilnahme freuen – eine Auszeichnung, die zeigt, wie ernst des dem Jugendlichen mit seinem Wunsch, Feuerwehrmann zu werden, ist.

Ansprechpartner für 45 Jugendliche

Im vergangenen Jahr wollte Max noch mehr: „Ich habe mich zum Gruppenführer aufstellen lassen. Ich war ein Jahr Gruppenführer der Zehn- bis Zwölfjährigen, anschließend wurde ich dann sogar zum Gruppenführer für die 13- bis 17-Jährigen gewählt. Jetzt bin ich Ansprechpartner für 45 Jugendliche.“

Die nächste Fortbildung, auf die Max sich vorbereitete, war die Leistungsspange. Normalerweise darf man erst mit 15 Jahren daran teilnehmen, Max absolvierte sie im Frühjahr trotzdem, damit die Gruppenstärke groß genug war: „Wir haben sehr viel Theorie gelernt und vieles auch in der Praxis umgesetzt“, erinnert sich Max. Inhaltliche Aspekte seien Personenanzahlen auf Feuerwehrwagen, Aufgaben und Unterteilung der Feuerwehr sowie die richtige Benutzung von Atemschutzmasken gewesen.

Auch sportliche Inhalte sind gefragt

Bei den praktischen Übungen stand zum Beispiel das Legen und Anschließen einer Saugleitung auf dem Plan: „Der Inhalt fiel mir gar nicht mal so schwer, die häufigsten Fragestellungen kannte ich aus den praktischen Übungen.“ Auch sportliche Inhalte wie Kugelstoßen und Staffellaufen waren gefragt. Max hat die Leistungsspange bestanden – aber er muss sie nächstes Jahr noch einmal absolvieren, da man sie offiziell ja erst mit 15 Jahren erlangen darf.

Sobald Max 17 Jahre alt ist, will er mit der Fortbildung zum Truppmann, der Grundausbildung zum Feuerwehrmann, beginnen – die darf man aber erst mit 18 Jahren erlangen. „Sobald ich diese Ausbildung in der Tasche habe, darf ich auch mit auf richtige Einsätze rausfahren. Und anschließend kann ich mich dann zum Truppführer ausbilden lassen“, berichtete Max voll Vorfreude.

"Respekt vor dem Feuer"

Wie gefährlich ist eigentlich der Beruf Feuerwehrmann? Max erklärt: „Also grundsätzlich sollte man sich bewusst sein, dass man irgendwann als richtiger Feuerwehrmann auch mal in ein brennendes Haus reingehen muss. Meiner Meinung nach, sollte man mit Stress klar kommen können und nicht leichtsinnig sein– also Respekt vor dem Feuer haben.“, betont Max.

INFO

Wer wie Max Scharpe in den Jugendfeuerwehrunterricht einsteigen möchte, kann nach vorheriger telefonischer Anmeldung mittwochs ab 17.30 Uhr zur Feuer- und Rettungswache Lüdenscheid kommen und sich dort im Büro der Jugendfeuerwehr melden.

Eine ärztliche Untersuchung auf die Tauglichkeit für Feuerwehrdienste sollte beim Hausarzt eingeholt werden. Kontaktdaten: Feuer- und Rettungswache Dukatenweg 2-4 58507 Lüdenscheid Telefon: 0 23 51 / 10 65 0

 

Für den Umgang mit solchen Situationen werde man bei der Feuerwehr aber sehr gut ausgebildet, außerdem sei man ja nie alleine bei den Einsätzen unterwegs. „Wenn man mal in gefährliche Situationen kommt, ist man meistens zu zweit. Außerdem sind dazu noch zwei weitere Feuerwehrmänner mit dabei, die bereitstehen, um auch im Notfall die ersten zwei zu retten. Wenn man sich der Gefahr bewusst ist und so handelt, wie man es gelernt hat, ist das Ganze nicht lebensgefährlich.“

Ausbildung zum Gärter - oder hauptberuflich Feuerwehrmann

Momentan besucht Max die achte Klasse der Adolf- Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid , die er nach der zehnten Klasse mit einem Realschulabschluss verlassen kann. Nach dem Realschulabschluss möchte Max eine Ausbildung zum Gärtner machen – oder hauptberuflich Feuerwehrmann werden: „Das aber dann in größeren Städten wie Dortmund oder Bochum, da ist auch noch mehr los.“

Quelle: wa.de

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