Schüler lernen über jüdische Kultur und Geschichte

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Schüler betrachten einen Chanukkaleuchter.

Soest - Religiöse Identität und ein friedliches Miteinander standen gestern an der Paulihauptschule im Mittelpunkt. Mitarbeiter des Jüdischen Museums aus Berlin waren zu Gast und informierten die Schüler über die jüdische Kultur und Lebensart.

„Boah, ist die lang!“, ruft Lenya, als sie zusammen mit einer Freundin die Torarolle abrollt. Diese gekürzte Fassung des ersten Teils der jüdischen Bibel ist 20 Meter lang. Auch der silberne Jad, der Zeigestab, mit dem in der Tora gelesen wird, hat es der Siebtklässlerin angetan. 

Die Mitarbeiter des jüdischen Museums haben viele Dinge mitgebracht, die mit der jüdischen Kultur zusammen hängen. Viele Schüler kennen sie auch aus ihrem Umfeld. So liegen dort auch ein Asterix-Band und „Die kleine Raupe Nimmersatt“ in hebräischer Schrift. 

Zwei siebte und drei achte Klassen nahmen am Programm des Museums teil. Die Jüngeren spielten Spiele und konnten sich mit verschiedenen Aspekten von Glauben und interkulturellem Zusammenleben beschäftigen. So wurden auch Promis, mit jüdischem Hintergrund vorgestellt, wie Daniel Radcliffe und Sigmund Freud. 

Im Würfel finden die Schüler verschiedene Exponate des Museums.

Die Schüler stellten viele Fragen, die Johannes Schwarz beantwortete. Der berühmte, achtarmige Kerzenständer verweist zum Beispiel auf ein Wunder, in dem ein heiliger Leuchter für volle acht Tage brannte, obwohl sein Vorrat an Olivenöl nur für einen Tag hätte reichen dürfen. 

Die achten Klassen haben einen dreistündigen Workshop besucht. In diesen konnten sie mit Hilfe von Tagebüchern, das Leben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen erkunden. Albina ist so ein Beispiel. Sie hat einen muslimischen Vater und eine jüdische Mutter, ist selbst aber getauft. An ihrem Beispiel können die Schüler sehen, dass man sich dann nicht streiten muss, sondern einfach alle Feste und Feiertage gemeinsam feiern kann. 

„on.tour - Das Jüdische Museum macht Schule“, heißt das Programm. Die Tour dauert eine ganze Woche durch NRW und besucht jeweils einen Tag lang Schulen in verschiedenen Städten. Seit 2007 gibt es die Veranstaltungsreihe bereits und seitdem hat sich Schulleiter Walter Frigger beworben. Jetzt, nach seinem zehnten Versuch hat es endlich geklappt. „Ich bin sehr zufrieden, dass es endlich geklappt hat“, so Frigger. 

Auf dem Plan stehen auch kleine Lektionen in hebräischer Sprache. So erhalten die Achtklässler einen Einblick in das arabische und hebräische Alphabet und lernen auch ein paar Sätze zu schreiben. 

Bis zum Ende der Woche reist das jüdische Museum noch durch NRW, danach folgen noch andere Bundesländer. Im nächsten Jahr gehen die Mitarbeiter wieder on tour.

Quelle: wa.de

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