Missionar aus Körbecke fliegt nach Uganda

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Afrika – da ist Musik drin, findet Jonathan Sehner (links). Am Montag fliegt er nach Uganda und hilft in einem kleinen Dorf an der Grenze zum Kongo als „Missionar auf Zeit“. Für den Anzeiger posierte er gemeinsam mit seinem Freund Jonathan Fipper aus Dortmund zuhause auf dem Flachdach, den Möhnesee im Rücken. Diese malerische Kulisse werde ihm wohl fehlen, gibt er zu.

Körbecker - Jonathan Sehner sitzt auf gepackten Koffern. Am 22. August geht der Flieger nach Uganda. Der Junge Mann erfüllt sich einen Traum und wird Missionar auf Zeit im Dorf Bwikara, im Busch an der Grenze zum Kongo.

Ein bisschen Luxus gibt es: „Wlan im Pfarrhaus – von da aus kann ich mein Blog füttern“, freut sich Jonathan. Seine Motivation nimmt er aus seinem katholischen Glauben. „Wir leben das in der Familie“, sagt der frischgebackene 19-jährige Alde-Abiturient. Messdienerleiter ist er schon seit langem in seiner heimischen Pfarrei: „Und das macht Spaß.“ 

Wie wird man Missionar auf Zeit? „Ich habe Unterstützung vom Weihbischof Matthias König gehabt“, schildert Jonathan Sehner: „Wir kennen uns, seit herauskam, dass meine Mutter und er in Dortmund beide aufs Humbold-Gymnasium gegangen waren und beide an der gleichen Bushaltestelle gestanden hatten. War schon eine lustige Geschichte...“ 

In Uganda wird er nicht nur der klassische „Missionar auf Zeit“ sein. „Ich werde wohl helfen beim Unterricht“, beschreibt er: „Es gibt da unten eine Grundschule und eine weiterführende Schule, und da kann ich Unterricht geben.“ Englisch und vielleicht auch Erdkunde und Geschichte, das hat er auf dem Alde gerne gemacht. Und sonst: „Land und Leute kennenlernen, Reisen machen mit Father Peter. Der betreut die Menschen in Bwikara.“ 

In seinem Koffer liegen viele Fußbälle. „Platt natürlich“, sagt Jonathan. „Ich habe gehört, dass die Kiddies da unten wild auf Fußball sind. Und auf Luftballons, davon habe ich 500 eingepackt.“ Eingepackt hat er auch Moskito-Netzeund lange Hemden und lange Hosen: „Ist besser bei dem, was da so rumschwirrt...“. Sorgen, allein einem fremden, heißen Land zu sein, macht er sich nicht. 

Bekanntschaften werde er bestimmt schnell schließen können, das falle ihm nicht schwer, und mit Englisch kommt man überall gut durch, findet er. Seine Freunde haben schon eine Abschiedsparty für ihn organisiert – allen voran die Karnevalstruppe der „Muichampelten“ (Ameisen oder Mulchtreter – so nennt sich das im Körbecker Platt). Den Reisesegen gab es kürzlich in der Pfarrkirche: Pfarrer Ludger Eilebrecht wünschte alles Gute. 

Von Uganda aus will Jonathan Sehner auch für den Anzeiger regelmäßig Bilder und Berichte schicken. Er geht’s locker an. „Schaunmermal“, sagt Jonathan: „Ich wünsche mir auf jeden Fall etwas, wo ich morgens gerne aufstehe und abends glücklich nach Hause komme: Man muss sich mit seiner Arbeit identifizieren können, finde ich.“ Sagt’s, schnappt sich seine afrikanischen Trommeln fürs Foto vor der Möhnesee-Kulisse und meint: „Aber jetzt erst mal auf nach Uganda. Wird ne tolle Sache, glaube ich.“ 

 „Papa Ratzi“ würde sich wohl freuen, dass Jonathan bei der Stange geblieben ist. Vor neun Jahren hatte Jonathan Sehner Papst Benedikt eine Weihnachtskarte geschrieben. „Weil der doch alleine ist und keine Familie hat in Rom.“ Der Papst hatte sich gefreut und zurückgeschrieben – sogar persönlich und mit Unterschrift. Wenn Papst Benedikt es wüsste, wünschte auch er ihm bestimmt eine gute Reise. J brü

Jonathan Sehners Internettagebuch: jonathaninuganda.blogspot.de/

Thomas Brüggestraße

Quelle: wa.de

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