Nur 25 Freiwillige Hammer bei der Bundeswehr

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Patrick Seyfarth ist Presseoffizier im Presse- und Informationszentrum der Bundeswehr.

HAMM - Krieg ist das, was man am stärksten mit der Bundeswehr verbindet. Und trotzdem gibt es Leute, die mutig genug sind, um Deutschland dienen zu wollen. Aber woher weiß ich, dass ein Leben bei der Bundeswehr etwas für mich ist?

Im Gespräch mit yourzz-Reporterin Carolin Drees erzählt Leutnant Patrick Seyfarth, Presseoffizier im Presse- und Informationszentrum der Bundeswehr, dass viele junge Leute den freiwilligen Wehrdienst als Chance sehen, um herauszufinden, ob sie sich ein Leben als Soldat vorstellen können.

Wie viele Freiwillig Wehrdienstleistende gibt es in Deutschland? Wie viele gibt es in Hamm?

Seyfarth: Wir haben in der Bundeswehr zurzeit rund 184.000 aktive Soldatinnen und Soldaten, die sowohl in ganz Deutschland als auch in den Einsätzen tätig sind. Diese setzen sich aus Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Freiwillig Wehrdienstleistenden zusammen. Laut aktuellem Stand haben wir in der Bundeswehr 9.800 aktive Freiwillige Wehrdienstleistende, die vor allem unsere Zeitsoldaten und Berufssoldaten unterstützen. Von diesen 9.800 sind 25 direkt aus Hamm oder auch aus der näheren Umgebung.

Sind Männer und Frauen gleichermaßen vertreten?

Seyfarth: Seit 2001 stehen alle militärischen Laufbahnen auch für Frauen offen. Insgesamt leisten im Moment rund 19.000 Soldatinnen ihren vielfältigen und herausfordernden Dienst bei Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst oder der Streitkräftebasis – die Tendenz ist steigend. Wenn wir uns nun die Freiwillig Wehrdienstleistenden ansehen, sind rund sieben Prozent Frauen. Dabei kann der Anteil von Frauen in einzelnen Bereichen, wie man das auch aus der freien Wirtschaft kennt, natürlich stark schwanken. Das hängt auch damit zusammen, dass Frauen und Männer oft unterschiedliche Interessen haben.

Wem würden Sie zum Freiwilligen Wehrdienst raten?

Leutnant Patrick Seyfarth.

Seyfarth: Zum Freiwilligen Wehrdienst würde ich jedem raten, der Interesse an dem Beruf des Soldaten hat – mit all seinen Vorteilen, aber auch Herausforderungen. Der Freiwillige Wehrdienst im Speziellen bietet aus meiner Sicht eine gute und attraktive Einstiegsmöglichkeit in den Soldatenberuf. Viele der Freiwillig Wehrdienstleistenden nutzen ihre Zeit als „Praktikum“, um die Bundeswehr selber kennenzulernen und um sich ein eigenes Bild zu machen. Sie müssen sich dann nicht mehr darauf verlassen, was Familie, Freunde, Bekannte oder auch das Internet erzählen oder raten. Deswegen ist dieses eigene Bild wichtig, um zu wissen, ob man sich vorstellen kann, länger bei der Bundeswehr zu bleiben oder ob der Soldatenberuf nicht das Richtige für einen ist.

Was sollte man für Voraussetzungen mitbringen?

Seyfarth: Leistungsbereitschaft, Motivation und persönliches Engagement sind aus meiner Sicht besonders wichtig. Zudem muss man mindestens 18 Jahre alt sein oder es in Kürze werden, die Vollzeitschulpflicht beendet haben und Deutsche oder Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sein. Aber auch physische und psychische Belastbarkeit ist natürlich wichtig, denn ansonsten sind viele Aufgaben, die ein Soldat zu erledigen hat, nicht zu schaffen. Wenn man genaueres wissen will, sollte man sich immer an einen Karriereberater im Karriereberatungsbüro wenden.

Entscheiden sich viele nach dem Freiwilligen Wehrdienst für einen Beruf bei der Bundeswehr? Was hat man danach für Möglichkeiten?

Seyfarth: Von den Freiwillig Wehrdienstleistenden entscheiden sich rund 13 Prozent für eine weitere Verpflichtung als Soldat auf Zeit. Dabei bietet die Bundeswehr eine Vielzahl von unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen ab – vom Pilot über den Informationstechniker bis hin zum Gebirgsjäger. Die Berufsbilder und Tätigkeitsfelder sind so umfangreich, dass es leichter fiele, die aufzuführen, die es bei der Bundeswehr nicht gibt. Auch hier empfehle ich einen Blick auf die Internetseiten der Bundeswehr. Dort sind viele Portraits von Soldatinnen und Soldaten vorhanden, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Bundeswehr arbeiten. Aber auch Portraits über unsere zivilen Mitarbeiter, denn auch ohne Uniform kann man in der Bundeswehr Karriere machen.

Was sind die Aufgaben eines Freiwilligen Wehrdienstleistenden?

Seyfarth: In der Bundeswehr gibt es eine Vielzahl von Einsatzbereichen für Freiwillige Wehrdienstleistende. Je nach individuellen Fähigkeiten und Kenntnissen sowie dem Bedarf der Streitkräfte werden die Freiwillig Wehrdienstleistenden für einen bestimmten Bereich ausgewählt. Jeder Freiwillig Wehrdienstleistende hat so unterschiedliche Aufgaben. Das kommt immer darauf an, in welchem Tätigkeitsfeld er eingesetzt ist. Ein KFZ-Mechaniker hat ja auch andere Aufgaben als ein Computerspezialist. Die Freiwillig Wehrdienstleistenden könnten bei der Bundeswehr zum Beispiel auch als Kraftfahrer eingesetzt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, als Matrose auf einem Schiff der Marine zu arbeiten. Eine andere Möglichkeit wäre beispielsweise auch der Einsatz als Protokollsoldat im Wachbataillon, welches Deutschland und die Bundeswehr im In- und Ausland repräsentiert – abwechslungsreiche Einsätze für Staatspräsidenten und Regierungschefs sowie für hohe militärische Abgesandte aus dem Ausland inklusive. Spezifisch für eine Person und ihre Fähigkeiten hilft aber auch hier der Karriereberater in dem für den Bewerber zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr weiter.

Wie sieht die Ausbildung aus? Gibt es Unterschiede zum Berufssoldaten?

Seyfarth: Am Anfang der Ausbildung steht für jeden, egal ob Soldatin oder Soldat, die allgemeine Grundausbildung. Diese habe auch ich als Zeitsoldat durchlaufen. In der Grundausbildung lernen beziehungsweise trainieren wir, was man als Soldatin oder Soldat wissen und beherrschen muss. Nach der Grundausbildung steht dann die fachspezifische Ausbildung an, in dieser wird jede Soldatin oder Soldat in seine Aufgaben eingearbeitet. Auch diese muss jeder Soldat, sei es ein Freiwillig Wehrdienstleistender, ein Zeitsoldat oder ein Berufssoldat, absolvieren, um seinen Beruf zu beherrschen. Wenn man nach der Zeit als Freiwillig Wehrdienstleistender gerne Berufssoldat werden möchte, dann muss man sich erst als Soldat auf Zeit verpflichten lassen und kann dann, nach einer bestimmten Dauer, einen Antrag auf Übernahme zum Berufssoldaten stellen. Ob dieser von der Bundeswehr angenommen wird, hängt von den bis dahin erbrachten Leistungen und dem Bedarf an Berufssoldaten ab.

Quelle: wa.de

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