Markus Becker im Interview: „Ich bin ein musikalisches Chamäleon“

LÜDENSCHEID -  Markus Becker ist als Schlagersänger in den Party-Hochburgen Mallorcas, Bulgariens und in ganz Deutschland bekannt. yourzz-Reporter Jan Lehmann sprach mit dem Promi kurz vor seinem Auftritt in der Lüdenscheider Diskothek Saitensprung übers Reiten, Probleme mit seinen Kindern und über den ganz privaten Markus Becker.

Schlager-Sänger, König vom Goldstrand, TV-Star, Geschäftsmann – so kennt man Sie in der Öffentlichkeit. Ist der Mann mit dem roten Pferd eigentlich nur eine Kunstfigur oder wie viel Markus Becker steckt tatsächlich drin?

Becker: Ich bin das schon, sehr authentisch. Darauf achte ich auch immer bei allen Fernsehauftritten. Privat habe ich nur nicht immer den roten Hut auf!

Sie haben früher Rock-Musik gemacht und Sie singen sehr gut. Warum haben Sie sich für eine Schlager-Karriere entschieden?

Becker: Ich habe damals in Bands Musik gemacht und dann war das Problem, dass die Leute nicht unbedingt das Gleiche wie ich erreichen wollten. Da blieb mir nun mal nichts anderes, als allein auf der Bühne Schlager zu machen. Ich bin halt ein musikalisches Chamäleon, das macht mir auch Spaß!

Das Business in Party-Hochburgen wie Mallorca oder Bulgarien ist hart. Heute ist man gefragt, morgen out. Wie kommen Sie mit Reibereien mit Schlager-Kollegen und Gerüchten klar?

Becker: Die Mitbewerber sind zum Teil Freunde. Aber es gibt auch Leute, die man nicht so mag. Das ist wie im normalen Leben auch. Wenn du einmal so ein Hit gehabt hast wie „Das rote Pferd“, dann ist das Schöne daran: In der Musik bleibst du auch. Das Lied wird immer wieder laufen, da gibt es dann keine Probleme. Ansonsten heißt die Devise bei mir immer: Viel selbst in die Akquise gehen was Fernsehen und solche Sachen angeht . Da muss man halt dran arbeiten. Ich hab dann noch die Verbindung geschaffen: Der mit dem roten Pferd ist auch der mit dem roten Hut – mein Markenzeichen.

Sie sind ausgebildeter Krankengymnast und Einzelhandelskaufmann. Was gefällt Ihnen an ihrem Sänger-Beruf besser als an einem normalen Job?

Becker: Die Musik war schon immer mein Traum. Ich habe als 13-Jähriger Gitarre spielen gelernt, und das andere habe ich eigentlich als Mittel zum Zweck gemacht. Die Gesellschaft verlangt nun mal, dass man irgendwas Bodenständiges macht. Sozusagen um immer ein vernünftiges Standbein zu haben.

Aber jetzt mal ehrlich, als Krankengymnastiker könnte ich nicht mehr arbeiten, da würde ich die Leute nur kaputt machen, weil ich keine Ahnung mehr habe. Das ist 20 Jahre her, dass ich das mal gelernt habe. Kaufmann im Einzelhandel bin ich aber immer noch, nur verkaufe ich mich halt selbst. Ich werde oft gefragt, was man so Newcomern empfehlen könnte. Da sage ich immer: Wer beim Singen unter der Dusche entdeckt werden will, der muss halt 25 Mal am Tag öffentlich duschen.

Mit dem Song „Das rote Pferd“ gelang Ihnen der Durchbruch. Können Sie eigentlich reiten?

Becker: (lachend) Nein! Das will ich bei meinem Gewicht auch keinem Pferd zumuten – das arme Tier! Ich hatte mit dem Reiten überhaupt nichts am Hut und musste kläglich feststellen, dass ich in dem Geschäft gar keine Ahnung habe. Aber dann kam der Durchbruch und ich bin bei der Kinderschiene geblieben. Regenwürmer, bunte Kühe, Hubschrauber. Als Nächstes kommt dann der Pandabär, den Song hat Andreas Marx schon für mich geschrieben.

Sie müssen den Song „Das rote Pferd“ in den letzten sechs Jahren tausende Male gesungen haben. Hängt Ihnen das mal zum Hals raus?

Becker: Null. Ich bin froh, dass ich so ein Lied hab. Viele sagen zu mir: „Ey, ist ja blöd, wenn du nur ein Hit hast.“ Aber ich sage immer: Ein Hit langt. Und es ist ja gar nicht so einfach, so einen Hit immer oben zu halten. Aber irgendwie klappt das. Dann aber einen weiteren Hit zu landen, ist schon schwer.

Ich habe stattdessen erst einmal versucht zu vermitteln, dass der, der vom roten Pferd singt, auch ‘nen roten Hut auf hat. Aber ich habe ja zum Glück noch einige weitere erfolgreiche Hits.

Welche Musik hören Sie gerne privat?

Becker: Kinderlieder! Nein, Spaß, ich höre immer noch gern Rockmusik. Aber ich bin ja, wie schon gesagt, ein musikalisches Chamäleon. So bin ich Fan der Gipsy Kings oder von Paul Potts Bomben-Stimme. Außerdem finde ich auch Opern und Klassik, sowie Musik aus den 80er-Jahren gut.

Was kommt nach der Schlager-Karriere? Die Rückkehr zum Rock?

Becker: Ich glaube, das würde nicht funktionieren. Denn die Leute sehen mich bei dem was ich mache in der Schublade, und das werde ich auch immer weiter machen. Es kommt, wie es kommt. Ich mache weiter viel Fernsehen, das ist gut. Mir hat man nun mal die Burger King-Krone aufgesetzt und mich zum König vom Goldstrand gekürt.

Sie treten regelmäßig auf Mallorca oder in Bulgarien auf. Haben Sie beide Länder schon einmal als normaler Tourist bereist?

Becker: Ja, beide schon. Ich mache zum Beispiel auf Mallorca fünf Mal im Jahr Urlaub. Meistens dann außerhalb des Ballermanns. Wobei ich dann aber auch mal an der Playa, zum Beispiel am Ballermann 12 schwimmen gehe. Oft auch ohne Hut. Letztens schwamm einer mit seiner Luftmatratze an mir vorbei und sang mich mit dem roten Pferd an, da musste ich schon lachen.

Vor kurzem haben Ihre Frau und Sie Ihr Eheversprechen erneuert. In einer RTL-Doku sagte Ihr Sohn aber, dass Sie für ihn mehr ein Kumpel als Vater seien, weil Sie so viel unterwegs sind. Was macht so eine Aussage mit Ihnen?

Becker: Ich finde das eigentlich schön, dass ich mit meinem Sohn so eine kumpelhafte Beziehung führen kann. Ich will nicht immer nur der Vater sein, der Druck macht und schimpft. Sondern er soll mit mir über alles reden können, was er auch mit seinem Kumpel bespricht. Das war bisher auch nicht nachteilig.

Aber meine Kinder haben es schwer: Ich bin da, wo andere gern hin würden. Ich weiß aber genau, was auf den Feiern und erst recht im Hintergrund alles abgeht. Und deshalb schütze ich meine Kinder davor.

Sie wohnen mit Ihrer Familie in Landau in der Pfalz, die Stadt ist mit mehr als 40 000 Einwohnern kleiner als Lüdenscheid. Wenn Sie wählen könnten: Mallorca oder Landau?

Becker: Mein Zweitwohnsitz ist ja auf Mallorca. Aber ich würde von der Schönheit Mallorca, und vom Praktischen her natürlich Landau wählen. In Deutschland ist einfach alles eine Nummer besser. Das System, meine Kinder gehen hier zur Schule, und hier ist man einfach der Sprache mächtiger.

Quelle: wa.de

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