HSHL-Studentin Christine Bieche: „Nachtleben muss sich entwickeln“

Christina Bieche.

HAMM - Die Hochschule vor der eigenen Haustür zu haben, ist purer Luxus, hat man einmal morgens in einem vollgestopften, miefenden Zug gesessen. Das weiß auch die 22-jährige Christina Bieche sehr zu schätzen. Die Abiturientin des Märkischen Gymnasium hat nach einem Auslandsjahr in Amerika begonnen, in Düsseldorf zu studieren, dann aber wieder in ihre Heimat gewechselt.

Im Interview mit Marc Borgmann erklärt die Hammerin, in welchen Punkten sich der Hochschulstandort noch weiter entwickeln muss und warum sie keine Lieblingsfächer hat.

Du studierst an der Hochschule Hamm-Lippstadt - warum hast du dich ausgerechnet für diese Hochschule entschieden?

Christina: Es gab keinen spezifischen Grund. Ich hatte davor in Düsseldorf Amerikanistik und Germanistik studiert und das war überhaupt nicht mein Fall. Durch ein Praktikum in Berlin bin ich dann auf die Idee gekommen, etwas in Richtung Marketing zu studieren und dementsprechend hat sich die Hochschule Hamm-Lippstadt sehr gut angeboten.

Wie wichtig ist dir der Aspekt, dass du noch zu Hause wohnen kannst und Freunde und Familie immer direkt erreichbar sind?

Christina: Mir persönlich ist es nicht wichtig, da man in jeder Stadt, egal ob groß oder klein, neue Leute kennenlernt beziehungsweise lernen kann! Es ist einfach eine Frage der Einstellung und wie weltoffen man ist.

In der Schule gab es immer Fächer, die man gerne mochte, und welche, die man am liebsten geschwänzt hätte - ist das in der Hochschule auch noch so?

Christina: Meiner Meinung nach läuft es in der Hochschule etwas anders ab als in der Schule. Ich würde sagen, dass es vom Dozenten abhängt. Ich kann ein Fach auch nicht mögen, aber mein Dozent oder meine Dozentin kann es so gut präsentieren, dass ich dann gerne dahin gehe. Es kann aber auch genau andersherum zutreffen.

In Fachhochschulen, so sagt man, ist der Praxisanteil höher - in welchen Punkten greift ihr in Vorlesungen auf Praxisbeispiele zurück? Würdest du sagen, dass man das noch weiter ausweiten sollte?

Christina: Wir haben intensive Übungen, Dozenten, die aus Erfahrung sprechen und freiwillige Workshops, die uns näher am Geschehen teilnehmen lassen. Außerdem ist in fast jedem Studiengang ein Praxissemester enthalten und das spricht schon für sich. Da ich schon mal an einer Universität studiert habe, kann ich das etwas vergleichen. Der Praxisanteil ist auf jeden Fall höher.

In welchen Punkten muss Hamm sich als Hochschulstandort deiner Meinung nach noch weiter entwickeln und welche Ansätze würdest du vorschlagen?

Christina: Nachtleben, Cafés, Freizeit und die Bekanntmachung der Hochschule. Viele wissen gar nicht, dass wir eine staatliche Hochschule in Hamm besitzen, es wird immer nach der privaten gefragt: 'Die da am Bahnhof?' Außerdem fehlen Kneipen und andere Restaurants. Klar besitzt Hamm welche, jedoch nicht genug. Viele Studierende weichen dann nach Münster, Dortmund oder Düsseldorf aus. Den Kneipen hier würde ich Studentenpreise oder -angebote empfehlen, wie zum Beispiel im Jonathan oder im Kino.

Thema Lippesee: Denkst du, das würde mehr Studenten nach Hamm locken?

Christina: Auf jeden Fall! Wenn wir das beispielhaft mit Köln oder Düsseldorf vergleichen, kann man das deutlich sehen. Es tummeln sich einfach so viele Studenten am Rhein, mit den ganzen Kneipen und Restaurants. Warum kann unser Rhein nicht der Lippesee sein? Außerdem würden sich nicht nur die Studenten freuen, sondern auch viele andere.

Quelle: wa.de

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