Mit High-Speed auf dem Snowboard unterwegs

Kevin Giertz und Laurenz Rosemann sind seit Jahren auf dem Snowboard unterwegs.

Lüdenscheid - Für Kevin Giertz und Laurenz Rosemann ist Snowboarden mehr als nur ein Hobby – es ist ein Stück Lifestyle.Früher trafen sich die beiden 23-jährigen Lüdenscheider zum Skateboarden in Industriegebieten oder in der Jahnhalle – bis das „Schneebrett“ kam.

Kevin begann vor vier Jahren mit Freunden, sich das Snowboarden auf einem nahe gelegenen abschüssigen Golfplatz beizubringen. Laurenz startete bereits vor acht Jahren – auf einer verschneiten Wiese in Lüdenscheid. Seine Fähigkeiten baute er bei einem Familienskiurlaub in Österreich mit einem Snowboardkursus aus.

Für Kevin und Laurenz war von Anfang an klar, dass für sie im Schnee nichts anderes als das Fahren auf einem Brett in Frage kommt. Beide fahren „regular“, sie stehen also in Fahrtrichtung mit dem linken Fuß vorne.

Auf das Board steigen die beiden Jungs in nahe gelegenen Skigebieten in Winterberg (Skiliftkarussell, Postwiese) oder Olpe-Fahlenscheid. Aber auch in großen Skigebieten waren Laurenz und Kevin bereits unterwegs: „Hier kann man den Schneesport definitiv am besten ausleben. Die Pisten sind noch facettenreicher als hier in NRW. Und man kann die Strecke noch besser nutzen, dadurch steigt der Fahrspaß enorm“, erklärt Kevin.

Snowboarding in Winterberg

Spaß hatte Kevin auch in der „Snowworld“ im niederländischen Langraaf – einer der größten Skihallen Europas. „Am liebsten fahren wir abseits der Pisten im Tiefschnee, da das aber die gängigen Skigebiete nicht oft bieten, sind wir eher die ‘tricky’ Snowboarder. Wir sehen die größten Herausforderungen in kleinen ‘Spots’ wie Tables (Tische), Rails (Geländer) und Sprungchancen in extra markierten Funparks oder mitten auf der Piste“, erklären die beiden einstimmig. „Dadurch, dass wir beide schon viele Jahre Skateboard gefahren sind, hatten wir anderen Pistenanfängern voraus, dass wir das Körpergefühl und den Gleichgewichtssinn trainiert haben“, berichtet Laurenz.

Kevin und Laurenz profitieren von ihrer Skateboard-Erfahrung

Durch ihre Skateboard-Erfahrungen haben Kevin und Laurenz die Ideen und den Mut, Sprünge und Tricks über anspruchsvollere Hindernisse hinzulegen, bereits mitgebracht. „Wenn man sein eigenes Können ausbauen möchte, muss man sich von kleinen zu größeren Hindernissen hocharbeiten. Das meiner Meinung nach beste und am stärksten motivierende Snowboardvideo ist der Film: ‘The art of flight’ von Red Bull. Youtube-Videos lohnen sich auch. Wenn man das Stichwort ‘Snowboard buttern’ eingibt, findet man echt coole Sachen. Aber richtig gut hilft auch das gemeinsame Fahren und gegenseitige Anfeuern mit Freunden nach dem ‘Peergroup-Prinzip’“, berichtet Kevin.

Umstieg auf Skier ist undenkbar

Bei der Frage, was für sie der Unterschied und Vorteil gegenüber dem Skifahren sei, ist Laurenz ganz klar der Meinung: „Natürlich gibt es gewisse Rivalitäten und Neckereien. Ohne das Skifahren abwerten zu wollen, passt das Board für uns einfach besser!“ Für ihn sei es ein beruhigenderes Fahrgefühl, seitlich zur Fahrtrichtung zu stehen: „Tricks funktionieren noch besser aufgrund der unkomplizierteren Fahrtrichtungswechsel.“ Auch wenn ein Umstieg auf Skier für die Jungs nicht denkbar ist: Auf Skiern zu lernen, bringt den Mut, den man für steile Pisten gut gebrauchen kann. „Grundsätzlich gibt es hier schon große Unterschiede. Allein, dass man auf Skiern seine Füße frei bewegen kann. Und die Gewichtsverlagerung ist auch komplett anders!“, erklärt Kevin.

Jedem, der die ersten Erfahrungen auf dem Snowboarden sammelt, empfiehlt Kevin, einen mehrtägigen Kursus zu besuchen, denn das richtige Bremsen in den Kurven sei schon eine Kunst für sich: „Die Besonderheit beim Fahren mit dem Snowboard ist, dass man mit dem ganzen Gewicht lenken muss“, erklären Laurenz und Kevin. Zu Beginn könne man sich gut ein Snowboard in Skigebieten leihen, allerdings lohne sich auf lange Sicht schon eine Investition in eigenes Material: „Für den Anfang reicht geliehenes Equipment völlig, man merkt dann aber schnell, dass sich die Mietkosten summieren. Irgendwann ist eine eigene Ausrüstung einfach billiger als eine gekaufte Ausrüstung. Wir haben uns beide inzwischen ein eigenes Board mit Flow-Bindung und Softboots gekauft“, berichtet Kevin. Einplanen müsse man mindestens 300 Euro für ein neues Board, rund 150 Euro für gute Schuhe, nochmals 150 Euro für die Bindungen.

Anfangs langt ein gebrauchtes Board

„Für den Anfang genügt locker ein gebrauchtes Board, dann ist es auch nicht so schlimm wenn es nicht perfekt passt oder zerkratzt. Gerade jetzt ist natürlich eine gute Zeit, gebrauchte Snowboards zu ergattern! Wichtig ist dann noch, dass man sich darüber informiert, was man für einen Board-Typ haben möchte. Denn es gibt verschiedene Boards für Tiefschnee, Tricks oder Pisten“, erklärt Laurenz. Auch er kauft sich immer gute gebrauchte Boards. Wichtig ist für die beiden Lüdenscheider Snowboard-Fans auch vernünftige Kleidung; Jeans und Alltagsjacke taugen nichts. Da müssen schon eine spezielle Snowboardhose und -jacke her. Wichtig sind auch gute Sporthandschuhe, eine Skibrille, ein Schalenhelm (oftmals Pflicht) und im Optimalfall eine Rückenpanzerung.

Und zum Schluss noch ein paar Tipps von Kevin und Laurenz: Als gute Anfänger- Snowboardpiste empfehlen die beiden die Skihallen in Neuss und im niederländischen Landrgaaf. Bei passender Wetterlage ist auch das das Skigebiet in Winterberg eine Reise wert. - von Jan Lehmann

Quelle: wa.de

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