Hammer Jugendliche von eigener Sprache genervt

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Die Formulierung "Läuft bei dir" wurde von den Hammer Jugendlichen zu ihrem Unwort des Jahres gekürt.

HAMM - Mit nur einem Wort kann man einen Menschen verletzen. Einmal im Jahr wird daher das Unwort des Jahres gewählt. Und das bereits seit 13 Jahren. 1992 wurde die sprachkritische Aktion von Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser ins Leben gerufen. Das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität sollen gefördert werden.

Von Carolin Drees

Das ist das Ziel, das sich die sechsköpfige Jury – bestehend aus vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und einer sprachinteressierten Person aus dem Bereich des öffentlichen Kultur- und Medienbetriebs – auf die Fahne geschrieben hat.

Erforderlich ist für diese Aktion eigentlich nur eines: das Interesse der Bevölkerung. Bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres kann nämlich jeder seine Vorschläge einschicken. Wichtig ist dabei, dass das Wort oder die Formulierung aktuell ist, öffentlich geäußert wurde und der Kontext bekannt ist. Nach dem Einsendeschluss beratschlagt sich die Jury und diskutiert. Das Ergebnis wird Mitte Januar bekannt gegeben. So war das Unwort des Jahres 2013 „Sozialtourismus“.

Umfrage unter Hammer Jugendlichen

Losgelöst von den offiziellen Unwörtern und der Meinung einer fachmännischen Jury hat die yourzz-Redaktion 100 Jugendliche aus Hamm befragt, was sie für das Unwort 2014 halten. Gewonnen hat die Formulierung „Läuft bei dir“ mit 47 Prozent. Platz zwei geht mit 13 Prozent an „Gönn dir“. Dieses Ergebnis wird einige verwundern, denn beide Formulierungen wurden bereits im Dezember zum Jugendwort 2014 gekürt. Die Hammer Jugendlichen finden offensichtlich, dass die Wörter, von denen man meint, dass Jugendliche sie häufig nutzen, eher nerven.

Offizielles Unwort wird Mitte Januar bekannt gegeben

Das offizielle Unwort 2014 wird Mitte Januar von der Jury bekannt gegeben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Jugendwörter des letzten Jahres auch gleichzeitig Unwörter werden. Grundsatz der Unwort-Aktion ist nämlich, dass die Wörter gegen das Prinzip der Menschenwürde und die Demokratie verstoßen, sie diskriminierend oder verschleiernd und irreführend sind. Nur so kann das Sprachgefühl der Gesellschaft sensibilisiert und darauf aufmerksam gemacht werden, dass Wörter eine große Macht haben.

Quelle: wa.de

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