Yourzz-Interviews

Hammer Abiturientinnen zur Zukunft: "Alle Türen offen"

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Alina Ebel hat gerade Abitur am Märkischen Gymnasium gemacht.

Hamm - Mit dem Abi in der Tasche beginnt für viele Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt. Doch die gewonnene Freiheit bringt auch Unsicherheiten und Zukunftsängste mit sich. Im Yourzz-Interview sprechen drei Hammer Abiturientinnen über die Angst, die richtigen Entscheidungen zu treffen.  

Wie Jugendliche mit dieser Angst umgehen und ob sie sich sicher sind, dass sie sich nach der Schule für den richtigen Weg entschieden haben, erfuhren die yourzz-Reporterinnen Lona Barzanji, Anna-Lena Schienbein und Carolin Drees im Interview mit Buket Yagumur (17), Schülerin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Jasmin Antonia Larisch (18), Abiturientin des Gymnasiums Hammonense, und Alina Ebel (19), Abiturientin des Märkischen Gymnasiums.

Abitur oder Ausbildung: Für was hast du dich nach dem Abitur entschieden? Hast du diese Gewissheit schon gehabt, als du dein Abitur angefangen hast? 

Alina:  Ich hab mich für eine Ausbildung entschieden. Ursprünglich wollte ich aber studieren. Nachdem ich bei Bekannten gesehen habe, wie schwer und vor allem theoretisch ein Studium ist, habe ich mich lieber für etwas mit mehr Praxis entschieden.

Jasmin Antonia Larisch hat sich für ein Studium entschieden.

Jasmin: Ich habe lange Ungewissheit gehabt, was ich nach dem Abitur machen möchte, und bin mir immer noch nicht richtig sicher. Nach fast jedem Tag zwölf Stunden in der Schule hatte ich keine Motivation mehr, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen und so habe ich es immer mehr vor mir her geschoben. Letztendlich habe ich mich für ein Studium entschieden. Daran werde ich mehr Spaß haben als an einer Ausbildung.

Buket: Mit dem Abitur stehen mir alle Türen offen. Da ich mir noch nicht sicher bin, was ich machen will, ist die allgemeine Hochschulreife der erste Weg, den ich gehen wollte. Nach dem Abitur möchte ich entweder studieren oder ein duales Studium machen, aber ich weiß noch nicht, in welche Richtung ich gehen möchte.

Bist du dir mit deiner Entscheidung sicher? Warum hast du dich so entschieden?

Jasmin: Ich bin mir bei meiner Entscheidung nicht sicher, ich bin mir immer noch ziemlich unsicher, was meine Zukunft angeht. Wir haben zwar dank der modernen Zeit mit Individualisierung und Globalisierung super viele Möglichkeiten, haben aber natürlich auch umso mehr Entscheidungszwänge. Ich bin froh, dass ich so viel ausprobieren kann, weiß aber auch, dass ich nicht mein Leben lang so weitermachen kann. Ich habe mich an einigen Unis für Studienfächer eingeschrieben, die mich schon in der Schule interessiert haben, unter anderem Soziologie, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie.

Buket:  Ich bin mir nicht sicher mit meiner Entscheidung, weil ich nicht weiß, was auf mich zukommt.

Alina: Mir sind die praktischen Erfahrungen bei einer Ausbildung sehr wichtig. Und diese sind bei einem Studium an einer Hochschule oft nicht gegeben. Alles in allem bin ich mir aber sicher, dass ich mich richtig entschieden habe. Ich habe mich ausgiebig erkundigt und es wechseln so viele Menschen den Beruf. Zurzeit bin ich mir sicher, aber man weiß nie, was die Zukunft mit sich bringt. Jeder hat Zukunftsängste. Zu viel Angebot, zu wenig Informationen.

Wie bist du mit dieser Angst umgegangen?

Buket: Zukunftsängste hatte ich auch, habe ich teilweise immer noch. Ich bin diese Angst umgangen, indem ich mir gedacht habe, dass mir alle Türen offen stehen und ich immer einen Weg finden würde, an einen Job zu kommen. Das Abitur gibt einem schon ein bisschen Selbstbewusstsein.

Alina: Ich hab versucht, die Angst nicht an mich ranzulassen, und habe mich auf das konzentriert, was Spaß macht. Durch die Unmenge an Angeboten wissen viele meiner Freunde noch immer nicht, was genau sie machen wollen. Das stellt tatsächlich ein Problem dar.

Jasmin: Ich würde sagen, ich habe mich an meine Zukunft rangetastet. Alles ganz langsam gemacht und viel ausprobiert und probiere immer noch viel aus. Daher bin ich mir auch noch ziemlich unschlüssig. Ich schwanke einfach zwischen Freiheit und Zwang und werde einfach mal probieren, was mich interessiert, und mich an meine Ängste, was die Zukunft betrifft, ran tasten.

Quelle: wa.de

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