Franziska Stein über ihren Europäischen Freiwilligendienst in Spanien

HAMM – Um Jugendliche über ihre Rechte und das Thema Mobilität zu informieren, reiste sie nach Spanien: Die 20-jährige Abiturientin Franziska Stein leitete im Rahmen eines europäischen Freiwilligendienstes sechs Monate lang verschiedene Workshops.

Über ihre Erfahrungen sprach sie mit Marc Borgmann im Interview.

Du hast den Freiwilligendienst mittlerweile abgeschlossen. Wo genau warst du unterwegs und was waren deine Aufgaben?

Franziska: Ich war in einem kleinen Dorf in Andalusien im Süden Spaniens unterwegs und habe dort verschiedene Kurse und Workshops für arbeitslose Jugendliche zu den Themen "Die EU, deine Rechte“ und „Mobilitätsprogramme der EU - Arbeiten oder Studieren im Ausland" geleitet. Alle auf Englisch, um den Jugendlichen auch in dieser Richtung noch mehr Wissen zu vermitteln. Mit einer anderen Freiwilligen habe ich außerdem eine Umfrage mit 400 Leuten über das "Europäische Jahr der Bürger 2013" durchgeführt. Dafür sind wir durch zehn verschiedene Dörfer gelaufen und haben die Leute direkt befragt. Das hatte auch den Vorteil, dass ich durch meinen weniger ausgeprägten Orientierungssinn echt viel von der Gegend gesehen habe.

Du warst hauptsächlich in Schulen unterwegs. Wie waren die Reaktionen der Lehrer und Schüler?

Franziska Stein (links) beim Radio.

Franziska: Die Lehrer waren immer total begeistert, vor allem davon, dass wir uns neben unserer Muttersprache auch noch in zwei weitere Sprachen recht gut unterhalten konnten. Bei den Schülern kam große Neugierde auf.Es scheint dort nämlich ziemlich ungewöhnlich zu sein, nach dem Abitur erst einmal etwas anderes zu machen als direkt zu studieren. Einige Schüler haben uns danach sogar kontaktiert, um sich mehr zu informieren, da wir sie dazu motivieren konnten, ähnliche Erfahrungen zu sammeln.

Was ist das für eine Organisation, für die du dort tätig warst?

Franziska: Die Ogranisation heißt "Europe Direct". Das ist so etwas wie ein kostenloses Informationscenter, das verschiedene Aktivitäten und Kurse anbietet, um europäische Informationen, wie zum Beispiel die Rechte der Mobilität, an die Leute bringen möchte. Dafür suchen sie immer die Hilfe von Freiwilligen aus verschiedenen Ländern.

Du warst auch im Radio. Was genau hast du da gemacht?

Franziska: Zusammen mit meiner schwedischen Mitbewohnerin und unserer Chefin sind wir zu fünf verschiedenen Radiosendern gefahren, um dort über unsere Arbeit und die Ergebnisse der Umfrage zu sprechen. Da haben wir uns mit den Radiointerviewern aber meistens über alles Mögliche unterhalten und die waren immer total stolz, internationale Gäste zu haben. Vor allem wollten sie von uns wissen, was uns an Spanien am meisten gefällt und was es für Unterschiede zu unseren Ländern gibt. Und sie hatten ihren Spaß daran, dass wir nicht mit der Kälte dort gerechnet haben.

Wie sahen Unterkunft und Verpflegung bei deinem Freiwilligendienst aus? Wurdest du für seinen Dienst entlohnt?

Franziska: Also Unterkunft und Verpflegung wurden komplett zur Verfügung gestellt. Ich habe mir eine Wohnung mit der schwedischen Freiwilligen geteilt. Monatlich haben wir Geld für Verpflegung bekommen und konnten dann immer schön zusammen kochen. Bis auf dass die Wohnung weder auf den Sommer noch den Winter vorbereitet war, war sie eigentlich gar nicht mal so schlecht.

Hattest du auch Zeit, die Kultur und das Land kennenzulernen? Hast du neue Freunde gefunden?

Franziska: Auf jeden Fall! In meinen Ferien und an Wochenenden bin ich viel gereist und habe eine Menge tolle Orte gesehen. Andalusien ist wirklich sehr schön! Auch habe ich viele unglaubliche Menschen kennengelernt. Der Abschied war wirklich traurig.

Wie läuft eine Bewerbung für einen Europäischen Freiwilligendienst ab?

Franziska: Um an dem Europäischen Freiwilligendienst teilnehmen zu können, musst du dir in Deutschland eine Organisation suchen, die dich versendet. Die regeln dann alles für dich und setzen sich dann später auch mit deinem Projekt beziehungsweise der Organisation im Ausland in Verbindung. Dann kann man sich in einer Datenbank Projekte in einem anderen Land suchen und sich darauf mit einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben bewerben. Die Noten spielen dabei keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass man erzählt, wer man ist und warum man das machen möchte.

Würdest du auch anderen empfehlen, einen solchen Dienst nach dem Schulabschluss zu absolvieren?

Franziska: Ich würde es absolut jedem empfehlen. Es ist wirklich eine super Erfahrung, die man nie vergessen wird. Man lernt unglaublich viele Dinge, die für das späteres Leben nützlich sind. Man wird vor allem selbstständiger und selbstbewusster. Zudem knüpft man Kontakt mit anderen Freiwilligen aus verschiedenen Ländern und natürlich auch mit lokalen Leuten. Für Februar ist schon eine gemeinsame Reise mit neuen Freunden aus Spanien geplant.

Quelle: wa.de

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