Zum Finale der Pariser Fashion Week

Das kleine ABC des Prêt-à-Porter

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Die Herbst-/Winter-Kollektion 2013/2014 von Christian Dior.

Paris - Im Frühjahr ist Paris das Mekka für Designer aus aller Welt. Bei den Prêt-à-Porter-Schauen werden die Trends für die kommende Wintersaison gesetzt. Zum Finale der Fashion Week, erklären wir das große Mode-ABC.

Marc Jacobs trat zwar nach der Schau im Seidenpyjama auf den Laufsteg, doch verschlafen wirkte nichts an seiner Damen-Kollektion für Louis Vuitton bei den Prêt-à-Porter-Schauen für den nächsten Herbst/Winter. Die Kulisse in Paris am Mittwoch glich einem Luxus-Hotel: Models traten aus Zimmertüren, gekleidet in glamouröse Varianten von Morgenröcken im Stil der 1940er Jahre.

Fließende Mäntel und Kleider mit betonten Schultern, Taillierung und A-förmigem Rock waren äußerst aufwendig gearbeitet. Schimmernde Stickereien, Pelz und Pailletten zierten graukarierte Wollstoffe oder glänzende Seidenqualitäten. Unschlagbar chic wirkte ein Ensemble aus rückenfreiem Top aus Krawattenseide in Grüntönen zur weiten grauen Marlene-Hose. Die Mannequins glichen Hollywood-Diven, allen voran das einstige Supermodel Kate Moss im halbtransparenten Negligékleid.

Die neuen Kreationen der Pariser Fashion Week

Fashion Week Paris: Das sind die Herbst-/Winter-Kreationen

Die Entwürfe von Hermès-Designer Christophe Lemaire bestachen am Dienstagabend mit fast atemberaubender Eleganz. Klar und konzentriert wirkte diese Kollektion, die in den historischen Räumen einer Schulbibliothek aus dem 18. Jahrhundert gezeigt wurde.

Waldgrüne Capes zu mattgrünen Röcken aus Leder, sanftgraue Pelzjacken und Offiziershosen mit rotem Seitenstreifen schienen sich förmlich um die Körper der Models zu schmiegen. Hinzu kam eine Reihe von Abendsmokings mit knopflosen und lockeren, doch perfekt sitzenden Jacken. Die Silhouette war langgezogen mit sich nach unten öffnenden wadenlangen Röcken und gerade fallenden Hosen mit Bundfalte. Für den Abend kombinierte Lemaire Trapezröcke aus flaschengrünem Samt zur kurzgeschorenen Felltunika.

Bei den Prêt-à-Porter-Schauen für die kommende Herbst/Winter-Saison hat Paris die Damenmode neu durchbuchstabiert.

So sieht das Fashion-ABC aus:

A - wie Allemagne. So viele deutsche Designer tummelten sich selten in Paris. Die Modehäuser Allude, Augustin Teboul, Damir Doma, Odeeh, Kaviar Gauche und Wunderkind zählten dazu.

B - wie Balenciaga. Diese Schau wurde mit Spannung erwartet. Der New Yorker Designer Alexander Wang gab sein Debüt im Traditionshaus - und knüpfte klug an das elegante Erbe des Hauses an.

C - wie Céline, Chloé oder (Stella Mc)Cartney. Bei allen drei Labels zeigen britische Designerinnen, wie feminin und stark moderne Frauen sein können.

D - wie Dior. Chef-Designer Raf Simons gelang mit seiner schwebenden Kollektion eine der meistgelobten Schauen der Saison.

E - wie École (dt. Schule). Die eleganteste Location war ein Gymnasium: Hermès zeigte seine Entwürfe in der Bibliothek des historischen Lycée Henri IV im fünften Bezirk.

F - wie Fell. Tierschützern wird im Winter das Grausen kommen. Pelz war in fast allen Kollektionen dabei.

G - wie Grippe. In der Modeszene gingen die Infekte herum. Trübe Gesichter und Schniefnasen brachten einige schon aus Mailand mit.

H - wie H&M. Die schwedische Kette für modische Masse reihte sich erstmals bei den Pariser Designerschauen ein.

I - wie Internet. Viele Defilees waren via Live-Stream auch im Netz zu sehen.

J - wie Julia Nobis. Die Australierin aus der Saint-Laurent-Kampagne ist eines der neuen, angesagten Models.

K - wie Karo. Eines der meistgesehenen Muster bei den Schauen. Eher groß- als kleinkariert.

L - wie Lagerfeld. Karl allüberall. Am Donnerstag (28.2.) eröffnete er seinen ersten Concept Store, am Dienstag (5.3.) zeigte er seine Chanel-Schau, am Samstag (2.3.) flimmerte er zwischendurch bei Arte über den Bildschirm.

M - wie Musik. Kam häufig nicht vom Band. So spielte bei Akris ein 20-köpfiges Kammer-Ensemble, während bei Nina Ricci das Klavierduo Katia und Marielle Labèque auftrat.

N - wie Natural Make-up. Die Models waren oft dezent und natürlich geschminkt.

O - wie Oversize. Viele der Entwürfe wirkten breit und übergroß.

P - wie Prominenz. Darf nicht fehlen. Cher saß bei Gareth Pugh, US-Schauspielerin Jessica Chastain bei Saint Laurent, Caroline von Monaco bei Chanel und Paul McCartney - wie auch Sänger Bono - natürlich bei seiner Tochter Stella.

Q - wie Quietschfarben. Sie kommen wieder aus der Mode. Neon ade.

R - wie Lee Radziwill. Die Mode entdeckt die heute 80 Jahre alte Schwester von Jackie Kennedy-Onassis gerade neu. Die Pariser Modeszene spricht wieder viel über die einstige Stilikone.

S - wie Schwarz. Ohne Diskussion der Trendton des kommenden Winters.

T - wie Talbot Runhof. Das Münchner Designerduo hat sich in Paris etabliert und eröffnete während der Schauen die erste eigene Boutique in Frankreichs Hauptstadt.

U - wie unpünktlich. Die notorischen Verspätungen bei den Schauen hielten sich diesmal in Grenzen.

V - wie Giambattista Valli. Eine der ausgewogensten Kollektionen: Zart, lässig, cool, elegant und sexy zugleich.

W - wie Weiß. Die Kehrseite von Schwarz ist auch angesagt.

X - wie XL: siehe O wie Oversize.

Y - wie Yin und Yang. Die Kollektionen spielten mit Gegensätzen: Maskulines gegen Feminines, Weißes gegen Schwarzes, Hartes gegen Weiches.

Z - wie zu Ende. Die Pariser Defilees schlossen den Reigen der Modestädte mit den letzten Schauen am Mittwoch ab.

dpa

Quelle: wa.de

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