Soester Abiturientinnen erlebten Abenteuer Sambia

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Die Soesterinnen Lena Sindermann (19) und Kristina Metzler (20) sowie Ronja Bigge (20) aus Warstein verbrachten drei Monate als Praktikantinnen der Jürgen-Wahn-Stiftung in Sambia.

Soest -  „Wir wollten etwas Anderes machen nach dem Abitur. Viele gehen nach Australien oder in die Vereinigten Staaten, doch wir wollten etwas Besonders erleben. Eine Erfahrung, die wir nur jetzt machen konnten.“ So erläutern die Soester Abiturientinnen Lena Sindermann (19) und Kristina Metzler (20) sowie Ronja Bigge (20) aus Warstein ihre Beweggründe, ein Praktikum bei der Jürgen-Wahn-Stiftung in Sambia zu absolvieren.

Gemeinsam mit der 23-jährigen Cecilia Gierrero, die in Bonn studiert, arbeiteten die drei jungen Frauen drei Monate lang ehrenamtlich in Sambia. Damit setzten sie ein Projekt fort, das die Jürgen Wahn-Stiftung seit 2009 begleitet. Damals waren zwei Abiturientinnen des Werler Mariengymnasiums nach Afrika gereist.

„17 Stunden Flug nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, hatten wir schon hinter uns, als es nach einer kurzen Nacht über abenteuerliche Sandpisten in das 900 Kilometer entfernte Kasana ging“, berichten die drei über das erste Abenteuer.

Kristina und Cecilia blieben dort für die ersten sechs Wochen, während Lena und Ronja weitere acht Stunden bis Kasembe fuhren, um dort zu helfen. Nach sechs Wochen tauschten die Teams ihre Einsatzorte.

Als Lehrerinnen in Kasembe

Die katholischen Schwestern, die in Kasembe eigentlich für die Praktikantinnen zuständig sein sollten, waren nicht anwesend. Darum suchten sich die Abiturientinnen eigene Projekte, die sie verwirklichten. So unterrichteten sie in der örtlichen Schule die Kinder im Malen. „Wasserfarben sind dort völlig unbekannt, auch so etwas wie Kunstunterricht kennen die Kinder nicht“.

Die Kinder lernten schnell und die jungen Lehrerinnen waren sehr zufrieden. Die Kommunikation war schwierg, denn die Einheimischen sprechen kein Englisch, sondern nur die Landessprache Bemba.

Dennoch gelang es den Entwicklungshelfern, jungen Müttern mit ihren Kindern einfache, für Deutschland selbstverständliche, Hygieneregeln beizubringen. Viele erfuhren erstmals, dass durch Händewaschen und Sauberkeit viele Krankheiten verhindert werden können. Auch das Thema Verhütung und die Gefahr, sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Aids zu infizieren, standen auf dem Stundenplan.

Hilfe zur Selbsthilfe ist nicht immer einfach

„Wir wurden insgesamt sehr positiv aufgenommen“, zogen die drei jungen Frauen eine positive Bilanz ihres Besuches in dem afrikanischen Land. Allerdings waren sie betroffen davon, dass „viele Afrikanerinnen immer noch mehr Hilfe erwarten und Forderungen stellen.“

Diese Erfahrung teilt Klaus Schubert, der Vorsitzende der Wahn-Stiftung: „Es ist nicht immer einfach, Hilfe zu Selbsthilfe zu geben und die betroffenen Menschen zu motivieren.“

Dennoch sind die jungen Frauen begeistert von der Erfahrung, die sie in einem anderem Kulturkreis machen konnten. Der Aufenthalt in Sambia hat sie aber auch nachdenklich gemacht: „Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind wie Kochen, Einkaufen oder Ausgehen wissen wir viel mehr zu schätzen, weil wir gesehen haben, dass es woanders große Probleme um das tägliche Überleben gibt.“ - rs

Quelle: wa.de

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